Angst vor Menschen!

Hallo!

Habe eine gute Freundin, die sich leider immermehr zurückzieht und ihre Außenwelt fast komplett meidet.
Sie sagt jetzt, dass sie Menschen anwidern und sie sich ekelt nach draußen zu gehen. Seit Monaten hab ich sie nicht mehr gesehen. Ich hatte sie schon soweit, dass wir uns verabredet hatten, aber sie hat jedesmal wieder abgesagt. Will alleine sein und ich würde es nicht verstehen.
Ich bin der Meinung, dass sie sich immer mehr da rein steigert. Je länger sie sich einschneckt, desto schwerer wird es da wieder rauszukommen. Therapie will sie nicht machen. Oder vielleicht. Oder später. Oder doch nicht. So sind ihre Antworten.
Sie lässt sich von ihrem Vater zur Arbeit fahren und wieder abholen. Sie geht nicht mehr weg und hockt die ganze Zeit in ihrer einzimmer Wohnung vor der Glotze oder im Internet ab.
Einkaufen geht sie selten und besorgt dann nur das Nötigste im Supermarkt um die Ecke.

Wie soll das weiter gehen? Ich mache mir schon Sorgen.
Vielleicht ist es nur eine Phase wie sie sagt…aber dass man überhaupt in so eine Phase kommt gibt mir zu denken!

Wenn ich sie in Ruhe lasse wird es nicht besser. Alles bleibt so. Wenn ich auf sie einrede, dann blockt sie ab. Wenn ich mit ihr schimpfe, auch. Wenn ich den Hobbypsychologen raushängen lasse (ich hab auch meine Problemchen) will sie auch nichts davon hören und sagt nur, dass sie das alles schon weiß oder dass es Unsinn ist.

Als nächstes holt sie sich bestimmt noch Antidepressiva aus dem Netz…das hat sie mit der Pille auch gemacht ohne vorher je bei einem Arzt gewesen zu sein… X_x

Ich weiß nicht mehr…
Die Ursachen liegen meiner Meinung nach in der Vergangenheit. Is nix traumatisches in der Gegenwart passiert.

Fragende Grüße
Katta

Hallo Katta,

ich musste gerade erst mal schwer schlucken und habe erst mal gecheckt wer diese Mail schreibt, denn es hätte gut auch jemand aus meinem Freundeskreis sein können. Mir geht es nämlich ähnlich wie deiner Freundin. Deswegen kann ich dir auch nicht so recht weiter helfen. Sicher ist es für Aussenstehende schwierig, a, nachzuvollziehen was im Kopf einer solchen Person vor sich geht und b, ihr irgendwie zu helfen. ich kann dir nur versichern dass sie sich noch mehr zurückziehen wird, falls du sie zu irgendetwas drängst. Vor allem was Therapie angeht. Andererseits wird sie trotz allem Angst haben, dich als Freundin zu verlieren. Bleib auf jeden Fall dran - gib ihr das Gefühl, nicht allein zu sein und dass du da bist falls sie sich entschliesst Hilfe anzunehmen. Sorry dass ich keine schnelleren Lösungen herbeizaubern kann.

Trotzdem liebe Grüße und viel Glück,

Susie

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Kannst nur den Druck von ihr nehmen
Sag ihr, dass Du das akzeptierst und sie fürderhin mit dieser Thematik komplett in Ruh lässt.

Versuch, sie normal zu behandeln.

Das dürfte nicht leicht werden, ist aber momentan wohl das beste.

Hallo Katta,

ich schließe mich meinem Vorredner an und rate Dir, Deine Freundin zu akzeptieren.

Es existieren zwar psychische Störungen, bei denen sozialer Rückzug eine Rolle spielen, allerdings ist erst dann eine Begutachtung notwendig, wenn deutliche Beeinträchtigungen (z.B. im Beruf) und/oder Leid für den Betroffenen und/oder die soziale Umgebung vorliegen, und/oder das Verhalten in vielen oder den meisten Situationen unangemessen, unflexibel oder unzweckmässig ist. Ein sozialer Rückzug muss aber nicht auf eine psychische Störung oder gar Behandlungsnotwendigkeit hindeuten.

Du hast offensichtlich bereits Deiner Freundin Deine Sorge über ihr Verhalten mitgeteilt. Das ist gut. Du solltest (sofern Du das nicht bereits getan hast) auch für die Zukunft Deine Hilfe anbieten, sofern sie sie benötigte.

Viele Grüße,
Der Captain

Hallo!

Nach der Lektüre von „Why we get sick“ (William/Nesse) frage ich mich
immer wie weit verbreitet ein evolutionärer Denkansatz in allen
Therapien ist-d.h. könnte ein bestimmtes Krankheitsbild einen
hintergründig positiven Effekt haben (auch wenn es sich eben als
Krankheit äussert)?

Ist diese Denkart auch in der Psychologie verbreitet?-man kann das ja
auch unabhängig von einer Behandlung durchführen.

Könnte man eine solche Abkapselung (wenn sie nicht zu weit geht) als
„Urlaub“ von der Gesellschaft ansehen (?) der dazu dient die eigene
Zielvorgabe, etc. zu überprüfen und zu verbessern?
Seligman schreibt so schön: Optimisten leben glücklicher-Pessimisten
dafür länger. Beides hat seinen Platz zur rechten Zeit.

Tschüss

Matthias

Eben, man muß diese Haltung der Freundin akzeptieren.

mfg
rolf

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Hallo Matthias!

Nach der Lektüre von „Why we get sick“ (William/Nesse) frage
ich mich
immer wie weit verbreitet ein evolutionärer Denkansatz in
allen
Therapien ist-d.h. könnte ein bestimmtes Krankheitsbild einen
hintergründig positiven Effekt haben (auch wenn es sich eben
als
Krankheit äussert)?

Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit „hintergründigem positiven Effekt“ meinst. Das nur vorausgeschickt.

M.E. und meiner Erfahrung nach birgt jedes Verhalten, ob noch als „normal“ angesehen oder schon als „krankhaft“ eingestuft, etwas in sich, von dem der- oder diejenige, die es zeigt, einen für sie „positiven“ Gewinn zieht.
Vereinfachtes Beispiel: Die mögliche Angewohnheit eines Menschen mit einem negativen Selbstbild und kaum vorhandenem Selbstwert alles, was ein anderer sagt oder tut, um ihm positive Signale zu senden, so lange zu drehen, zu wenden und zurechtzurücken, bis die positiv-gemeinte Nachricht zur negativen uminterpretiert ist, hat den Gewinn für den Empfänger der Nachricht, Bestätigung des eigenen Selbstbilds zu erhalten und im Gewohnten (gewohnt = sicher) verweilen zu können und sich nicht auf gefährliches (da unbekannt) Neues einlassen zu müssen. Dass das Neue ja eigentlich etwas Positives ist, ist da erst einmal von zweitrangiger Bedeutung.

Deswegen muss auch oft erst der Leidensdruck, der z.B. durch bestimmte Verhaltens- und Sichtweisen entsteht, subjektiv fühlbar größer werden, als der Gewinn, der erzielt wird. Was das Ganze manchmal unglaublich vertrackt macht, ist die Tatsache, dass dieser Gewinn auf den ersten Blick nicht eindeutig als Gewinn zu erkennen ist (er widerspricht ja auch unserer sonst üblichen Vorstellung von Gewinn) und man sich außerdem oft über laaaaaaaannnngeee Zeit nicht eingestehen will, dass man ja auch etwas davon hat.

Been there, done that, got the t-shirt! :smile:

Schönen Gruß,
Christiane

Hallo!

Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit „hintergründigem
positiven Effekt“ meinst. Das nur vorausgeschickt.

Das soll soviel heissen wie „Fieber ist gut“. Fieber macht Sinn-auch
wenn man sich besch… fühlt. Und meist werten wir das unmittelbare
Gefühl höher als die positiven Wirkungen die „im Hintergrund“
ablaufen.
Depressionen z.B. sind „grausam“-sowohl für die Betroffenen und die
Angehörigen; aber könnte es einen Effekt geben der sie rechtfertigt?-
ich kann mir nicht vorstellen dass es sowas gibt ohne dass im Laufe
der Evolution ein Vorteil dahintersteckt.

Tschüss

Matthias

Das soll soviel heissen wie „Fieber ist gut“. Fieber macht
Sinn-auch
wenn man sich besch… fühlt. Und meist werten wir das
unmittelbare
Gefühl höher als die positiven Wirkungen die „im Hintergrund“
ablaufen.
Depressionen z.B. sind „grausam“-sowohl für die Betroffenen
und die
Angehörigen; aber könnte es einen Effekt geben der sie
rechtfertigt?-
ich kann mir nicht vorstellen dass es sowas gibt ohne dass im
Laufe
der Evolution ein Vorteil dahintersteckt.

Bin grad in Eile, deswegen nur kurz.
Man könnte es vielleicht so sehen, dass depressive Episoden z.B. auf etwas hinweisen, mit dem sich der/die Depressive/Deprimierte auseinandersetzen muss/sollte. Depressive Episoden somit als „Kommunikationsmittel“ der Psyche, deren - wahrscheinlich vorher vorhandene - „zartere“ Hinweise wahrscheinlich überhört wurden.

Gruß,
Christiane

evolutionäre Psychopathologie
Hallo Matthias,

entschuldige bitte die zeitliche Verzögerung bis zu meiner Antwort.

Es existiert tatsächlich eine Forschung zu den evolutionären Hintergründen psychologischer Störungen - die sog. „evolutionäre Psychopathologie“ (daneben existiert noch die „Evolutionäre Psychiatrie“ und eine ganze Reihe weiterer Wissenschaften, die eher am Rande mehr oder weniger diese Fragestellungen betrachten, z.B. die „Evolutionsmedizin“, die „Systemneurobiologie“, die „Neuropsychologie“ etc.).

Die genannte Disziplin betrachtet die vermutliche stammesgeschichtliche Entwicklung von Störungen als Ergebnis einer evolutionären Anpassung der psychischen Eigenschaften des Menschen an seine Umwelt (durch die Mechanismen von Variation (Mutation), Selektion und Vererbung; die sich damit beschäftigenden Disziplinen sind die „evolutionäre Psychologie“ und auch die „Verhaltensökologie“) - die allerdings nicht mehr identisch ist mit seiner modernen Umgebung. Es wird vermutet, dass die moderne Welt des Menschen zumindest einige Anpassungen an die „alte“ Umwelt, die stammesgeschichtlich relevant für diese Anpassungen war, macht. Angepasste psychische Funktionen verlieren an Wirkung oder werden dysfunktional bzw. ziehen andere Konsequenzen nach sich als noch zu der Zeit, als durch die Anpassung ein Selektionsvorteil entstand. Ein Symptom mit diesem Hintegrund als „positiv“ im Sinne einer angepassten Reaktion zu bezeichnen, halte ich aus dieser Sicht heraus nicht für möglich. Es ist möglicherweise aber so, dass in der stammesgeschichtlichen Vergangenheit dasjenige, was heute als Symptom einer Störung bezeichnet wird, eine Anpassung an die Umwelt darstellte, die zu einem Selektionsvorteil geführt hat. Eine psychische Störung wird definiert (hier ganz grob vereinfacht dargestellt) als eine dysfunktionale Reaktion auf innere und/oder äußere Reize - natürlich bezogen auf die heutige Welt. Dass (manche?) Störungen einen vermutlichen evolutionären Hintergrund haben, zeigt sich an der Vererbung z.B. von Schizophrenie (die einen großen Komplex unterschiedlicher Störungsbilder umfasst - ich möchte aus Platzgründen hier nicht weiter darauf eingehen), die bei etwa 1% der Weltbevölkerung in allen Kulturkreisen auftritt. Dieser hohe genetische Anteil lässt die Hypothese aufkommen, dass schizophrenieforme Symptome zumindest irgendwann einmal einen Selektionsvorteil boten.

Inwieweit ein solcher Denkansatz in Psychotherapien verbreitet ist, kann ich nur vermuten. Nach meinem Wissen werden evolutionäre Ansätze in den Therapien nicht verwendet, da selbst, wenn die tatsächlichen evolutionären Hintergründe bekannt wären, es dem Patienten nicht konkret weiter hilft, solange keine Interventionen abgeleitet werden können. Seine pathologischen Symptome mögen zwar vor langen Zeiträumen (bei einem verwandten Mensch in einer anderen Umwelt) angepasst gewesen sein - aber er lebt heute und möchte von den Symptomen (der früheren „Anpassung“?) befreit werden. Die aktuelle evolutionspsychiatrische/-psychopathologische Forschung steht noch am Beginn, es wird sich zeigen, ob die Erkenntnisse für die Entwicklungen von Interventionen genutzt werden können, wie z.B. die Ergebnisse der Systemneurobiologie, kognitiven Neurobiologie und Neuropsychologie für die Psychochirurgie.

Gruss,
Der Captain

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ich kann mir nicht vorstellen dass es sowas gibt ohne dass im
Laufe
der Evolution ein Vorteil dahintersteckt.

Ist es nicht so das evolutionare Entwicklung auschließlich über verbesserte Fortpflanzungsfähigkeit oder -chancen funktioniert?

Kann mir nicht vorstellen das es ein Vorteil bei der weitergabe der Gene war oder ist wenn jmd depressiv ist.

gruß vbt

Vererbung/ genetische Disposition
Hi,

bei viele psychischen Störungen vermutet man eine genetische Disposition. Dies muß aber kein spürbarer Selektionsnachteil sein.

Wenn wir z.B. Schizophrenie betrachten, dann ist dabei zu beachten, daß die genetische Disposition nur ein Faktor ist, dazu kommen dann noch auslösende Faktoren. Nicht jeder Träger der Disposition erkrankt auch. Außerdem spielt das Ersterkrankungsalter eine Rolle, das bei Scizophrenien ja meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr liegt (Männer meist 20-25 Jahre, Frauen meist 25-30 Jahre), ein Alter in dem vor Einführung der Empfängnisverhütung in der Regel schon Nachwuchs vorhanden war. Die Schizophrenie heilt häufig aus oder nimmt zumindest einen günstigen Verlauf, wobei natürlich früher der Verlauf aufgrund Unbehandelbarkeit ungünstiger war. Zudem können natürlich auch SChizophrene nach ihrer Erkrankung und auch wenn sie chronifiziert sind weiterhin Kinder bekommen, auch wenn sie diese dann nicht optimal versorgen können.

Ähnlich ließe sich bei Depressionen (noch höheres Ersterkrankunksalter, teilweise Heilung oder günstiger Verlauf, nicht jeder genetisch disponierte erkrankt…) und anderen psychischen Störungen argumentieren.

Also können sich solche Krankheiten weitervererben, ohne daß dazu ein Selektionsvorteil oder eine Anpassung an äußere Bedingungen notwendig wäre.

Natur hat eben keine Richtung, kein Ziel, also gibt es keine gesetzmäßige „Verbesserung“, sondern nur Vererbung und Spontanmutation.

Gruß

Yoyi

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Hallo,

ich habe ein paar Anmerkungen.

Angepasste psychische Funktionen verlieren an Wirkung
oder werden dysfunktional bzw. ziehen andere Konsequenzen nach
sich als noch zu der Zeit, als durch die Anpassung ein
Selektionsvorteil entstand.

Ein sehr bekanntes Beispiel ist die „preparedness“-Hypothese von Martin Seligman, die herangezogen wird, um zu erklären, warum eine Konditionierung auf bestimmte Reize (Ratten, Spinnen, Schlangen, schlechte Gerüche [von verdorbener Nahrung z.B.]) viel leichter vonstatten geht und löschungsresistenter ist als auf andere Reize. Diese Hypothese ist klinisch insofern relevant, als daß sie eine Erklärungsmöglichkeit (auch für den Patienten) dafür bietet, warum manche Phobien deutlich häufiger auftreten als andere. Zudem entspricht die Auffassung dysfunktional gewordener Prozesse dem verhaltenstherapeutischenen Erklärungsansatz zur Genese psychischer Störungen im Gegensatz zum medizinischen Krankheitsmodell, das v.a. auf strukturelle Veränderungen abhebt. Dies ist auch mit der Unterscheidung „Störung“ vs. „Krankheit“ im Zusammenhang zu sehen.

Ein Symptom mit diesem Hintegrund
als „positiv“ im Sinne einer angepassten Reaktion zu
bezeichnen, halte ich aus dieser Sicht heraus nicht für
möglich.

Ja, z.B. ist der Prozeß der schnelleren Konditionierbarkeit im Sinne von „preparedness“ durchaus als (ehemals) adaptiv zu bezeichnen, die dysfunktionale Entwicklung im Rahmen einer Phobie dagegen nicht.

Eine psychische Störung wird definiert (hier ganz grob
vereinfacht dargestellt) als eine dysfunktionale Reaktion auf
innere und/oder äußere Reize - natürlich bezogen auf die
heutige Welt.

Z.B. im Rahmen verhaltenswissenschaftlicher Störungsmodelle (im Unterschied zum medizinischen, s.o.).

Dass (manche?) Störungen einen vermutlichen
evolutionären Hintergrund haben, zeigt sich an der Vererbung
z.B. von Schizophrenie (die einen großen Komplex
unterschiedlicher Störungsbilder umfasst - ich möchte aus
Platzgründen hier nicht weiter darauf eingehen), die bei etwa
1% der Weltbevölkerung in allen Kulturkreisen auftritt. Dieser
hohe genetische Anteil lässt die Hypothese aufkommen, dass
schizophrenieforme Symptome zumindest irgendwann einmal einen
Selektionsvorteil boten.

Das bezweifle ich. Wenn die von Dir vorgestellte These richtig wäre, dann könnte man auch für die Bluterkrankheit eine frühere Adaptivität behaupten. Es gibt zwar die These, daß das Syndrom, was heute als Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung bezeichnet wird, in der Frühgeschichte für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe (die Jäger - „Hunter“) adaptiv war und daß eine andere Bevölkerungsgruppe (die Bauern - „Farmer“) in einer Art „Vernichtungskrieg“ die „Hunter“ unterdrückt habe, so daß deren Gene nur noch zu einem kleinen Teil in der heutigen Bevölkerung (nämlich den ADSlern) vertreten sind. Diese These ist aber u.a. aus anthropologischer Sicht unhaltbar.

Nach meinem Wissen werden
evolutionäre Ansätze in den Therapien nicht verwendet, da
selbst, wenn die tatsächlichen evolutionären Hintergründe
bekannt wären, es dem Patienten nicht konkret weiter hilft,
solange keine Interventionen abgeleitet werden können.

Es gibt doch schon Anwendungsbeispiele: Die leichtere Konditionierbarkeit auf bestimmte Reize (z.B. Geschmack) wird bei der Chemotherapie von Krebs genutzt und zwar in dem Sinne, daß die Übelkeit, die aufgrund der Chemotherapie auftritt, mit ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen gekoppelt wird, damit die Patienten später im Alltag keine unangenehmen Aversionen bzgl. im Alltag häufig auftretender Geschmacksrichtungen oder anderer Reize entwickeln. Das konkrete Beispiel sind die Bonbons mit Veilchengeschmack, welche die Patienten erhalten.

Gruß,

Oliver Walter

3 „Gefällt mir“

hi

warum wird sie so?
schlechte Erfahrungen?
Akzeptanz?

cu

Hallo!

Yogi hat es ja schon erklärt-der Zeitpunkt des Auftretens kann erst in höherem Alter stattfinden und daher primär die Fortpflanzung nicht beeinträchtigen.

Bei einigen Leiden ist es sogar so dass sie anfangs einen deutlich erhöhten Schutz bieten, z.B. die Sichelzellenanämie und sich somit weit verbreiteten.

Leider hat man „Pech“ wenn man so alt wird wie wir-da kommen dann auch die Nachteile ans Licht.

Tschüss

Matthias

Danke für die Korrekturen & Anmerkungen (owT)

1 „Gefällt mir“

Danke and euch beide
Hallo!

Danke an euch beide-Captain und Oliver.

Zum Glück ist eine Art „evolutionary reasoning“ im Rahmen meiner
Arbeit ein schönes Stück einfacher. Zumindest machen dann bestimmte
Symptome und Auffälligkeiten wesentlich mehr Sinn.

Aber da das „um-die-Ecke-denken“ das es ja oft ist auch schon
angewendet wird (siehe Bonbons) beruhigt mich.

Tschüss

Matthias

Danke! :slight_smile:
Vielen Dank für eure Antworten!
Ich habe meiner Freundin geschrieben, dass ich veruchen werde für sie da zu sein und sie erstmal in Ruhe lasse bis sie mich braucht. (so wie ihr mir geraten habt)
Eine Reaktion habe ich noch nicht bekommen.
Lust mich zu melden hätte ich schon…aber dann geh ich ihr wohl wieder auf die Nerven…*seufz*

Katta