Angst vor OP

Liebe Experten!

Am kommenden Montag werd ich an der Hüfte operiert (eine Umstellungs-Osteothomie, d.h. der Knochen wird durchgesägt und im anderen Winkel wieder angeschraubt).

Mir ist klar, dass ich das machen lassen muss, ich hab Arthrose und ne Hüftdysplasie, seit Wochen Schmerzen, die eher stärker werden als besser und diese OP soll ein neues Hüftgelenk noch ein paar Jahre hinauszögern.
Der Professor, der mich operiert, ist wohl ne Koryphäe aus diesem Gebiet und ich vertraue ihm 100%, auch, weil ein anderer Arzt, den ich für ne zweite Meinung konsultierte, genau die gleiche OP vorgeschlagen hat.

Und trotzdem: In den letzten Tagen fang ich immer häufiger an zu weinen, weil ich irgendwie Angst davor habe. Ich weiß, dass so eine Angst normal ist vor solch einer OP und ich versuche mich damit auseinanderzusetzen.

Aber allmählich wird das so schlimm, dass ich befürchte, dass ich Sonntag abend im Krankenhaus auf meinem Bett sitzen werde und nicht mehr aufhören werde zu weinen.

Was mach ich jetzt?

Liebe Grüße

noi

Hallo noi,

du scheinst ja absolut sicher zu sein, dass die OP notwendig ist und hast offenbar auch großes Vertrauen in den Operateur. Das sind schonmal ganz gute Voraussetzungen.

Für bzw. gegen die Schmerzen nach der OP wirst du im KH sicher auch medikamentös reichlich versorgt.

Wovor genau hast du denn trotzdem solche Angst? Oder hast du evtl. noch andere „Baustellen“, die durch eine hinzukommende, wenn auch eher diffuse Angst vor der OP nun das schon fast randvolle Fass zum Überlaufen bringen?

Am Abend vor der OP bekommt man normalerweise schon ein Beruhigungsmittel, damit man nicht durchdreht :wink:

Alles Gute und Gottes Segen!
sine

Hallo noigierich,

kann dich gut verstehen, eine OP ist immer irgendwie ein Risiko und wer legt schon gerne sein Leben in andere Hände.

Wenn du nachher alles Überstanden hast und auch schon wieder auf dem Wege der Besserung bist, dann wirst du gar nicht mehr verstehen können, warum du jetzt so eine Angst hast. Die Ärzte scheinen zu wissen, was sie tun müssen und da hast du auch die Bestätigung von einem anderen Arzt. Also keine Experimente :smile:.

Hier mal ein Link für dich:
http://www.gesundheitsinformation.de/was-man-gegen-d…

Vor einer OP hat fast jeder Mensch Angst, eine ganz kleine Ausnahme vielleicht nicht. Solltest du aber grundsätzlich ein Mensch sein, der viele Ängst hat, die dich auch immer wieder zu Boden werfen, dann wäre es sinnvoll hier mal mit jemandem zu sprechen der Ahnung davon hat. Meistens führen Ängste auf ein Erlebnis in der Vergangenheit zurück, an das wir gar nicht mehr denken oder das wir auch nicht mehr damit in Verbindung bringen. Wenn man dann dieses Ereignis rausfinden kann, dann kann man damit arbeiten und so auch die Ängst los werden.

Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute, TOI TOI TOI und gute Besserung.

Viele liebe Grüße Melanie

Hallo,

weil ich irgendwie Angst davor habe.

ist es eine konkrete Angst, oder ist sie diffus?
Hast Du Angst vor konkreten Sachverahlten (Narkosefehler …) oder nr Angst vor dem Kontrollverlust?

Vielleicht ist die Angst nicht mehr so dominierend, wenn Du weißt, wovor Du Dich ängstigst.

Gandalf

Servus, noigierich,

hattest du vielleicht schon mal bei ner anderen OP Probleme?

Bei meiner letzten Knie-OP war mir etas flau im Magen, weil ich mal bei einer anderen OP die Vollnarkose extem schlecht vertragen hatte (bei der OP selbst gabs keine Probleme, aber ich stand den ganzen nächsten Tag immer kurz vorm Umkippen, und mir war schlecht und schwindelig).

Ich habe mit dem Arzt darüber gesprochen, und wir haben uns auf eine Rückenmarksnarkose geeinigt (ich weiß, daß ist nicht der richtige Ausdruck - Periduralanästhesie vielleicht?). Da ich aber auf keinen Fall was von der OP mitbekommen wollte, haben sie mich dann noch zusätzlich mit Schlafmitteln weggebeamt.

Also bin ich nach dem Stich ins Rückenmark - da mußte ich noch durch -friedlich eingeschlafen, und unmittelbar nach dem Aufwachen gings mir so super, daß ich mit Krücken aufstehen konnte.
Aber so war ich wenigstens einen Großteil meiner Angst los.

Also einfach mit den Ärzten reden. Die finden schon ne Lösung.

Alles Gute
manu

Ergänzung
Hallo ihr Lieben!

Vielen Dank für eure Antworten. Aber es trifft eigentlich gar nichts davon zu, deshalb möchte ich etwas mehr schildern.

@sine: Die OP ist 100%ig nötig, das sieht man einfach auf den Röntgenbildern und das hat die 2.Arztmeinung bestätigt. Die zunehmenden Schmerzen in der Hüfte bestätigen das.

Ich werde toll versorgt, das ist ein tolles Krankenhaus, nach der OP komme ich auf Intensiv, damit die Schmerzversorgung optimal verläuft.

Andere Baustellen hab ich eigentlich nicht mehr, hab vor einem halben Jahre eine langjährige Psychotherapie nach langem „Ausklingenlassen“ beendet und weiß eigentlich immer, was mit mir los ist. Führe auch ein absolut stressfreies, glückliches Leben seit fast einem Jahr.

@Melanie:Ich bin grad erst im Januar operiert worden, da hatte ich kaum Angst, obwohl ich nichtmal Schmerzen hatte vorher. Sie ist optimal verlaufen, weil ich damals schon super gut trainiert war und mich ganz schnell erholt hatte. Das ist ja eigentlich eine positive Erfahrung. Warum dann jetzt die Angst?

@Gandalf: Ich weiß es irgendwie nicht. Ich finde nicht heraus, warum ich so Angst habe. Vielleicht, weil ich Angst habe, keinen Sport mehr machen zu können. Vor einem Jahr hatte ich mit Triathlon angefangen und werde nun nicht mehr Laufen dürfen, wohl aber Schwimmen und Radfahren, wofür ich dankbar bin.

Allerdings wird mein Bein etwas kürzer sein und die Hüfte etwas mehr rausstehen nach der OP und da ich immer eine sehr schöne Figur hatte, hab ich vielleicht Angst, irgendwie ‚entstellt‘ zu sein?!?

Ich hab schon zweimal geträumt, dass ich rausgehe und sehe, dass ich zwei verschiedene Schuhe anhabe, gehe rein, zieh mich um, gehe raus und hab schon wieder zwei verschiedene Schuhe an… :-/ Das scheint mich zu beschäftigen.

Gestern hab ich geträumt, dass meine Kollegin mir einen Zugang legen wollte - mit einer großen Kanüle durchs Auge. Hinterher wurde mir klar, dass das wohl meine Angst ist, dass die OP „ins Auge geht“.

Vielleicht hat es was damit zu tun, dass im Februar meine Freundin gestorben ist, mit 39 Jahren nach 9 Jahren Kampf gegen den Krebs. Ich denke, dass ich mit meiner Diagnose im Vergleich zu ihr ja nun überhaupt keinen Grund zu klagen habe.

Alle Zeichen - abgesehen von meiner Diagnose - sind positiv, sogar, dass ich im Winter operiert werde und im Frühjahr wohl wieder ganz normal mein Training (außer Laufen) aufnehmen kann. Aber ich weiß nicht, warum ich trotz alledem so aufgelöst bin.

Habt ihr noch mehr Ideen?

Danke euch ganz herzlich bis hierhin!

Gruß, ChrisTine

Hallo Christine,

Allerdings wird mein Bein etwas kürzer sein und die Hüfte
etwas mehr rausstehen nach der OP und da ich immer eine sehr
schöne Figur hatte, hab ich vielleicht Angst, irgendwie
‚entstellt‘ zu sein?!?

Das ist absolut verständlich. Alleine das kann der Auslöser für Traurigkeit/Angst sein.

Ich hab schon zweimal geträumt, dass ich rausgehe und sehe,
dass ich zwei verschiedene Schuhe anhabe, gehe rein, zieh mich
um, gehe raus und hab schon wieder zwei verschiedene Schuhe
an… :-/ Das scheint mich zu beschäftigen.

Dein Unterbewusstsein scheint das damit zum Ausdruck zu bringen.

im Winter operiert werde

Alleine der Winter, die graue Jahreszeit, trägt gerne dazu bei, dass unser Allgemeinbefinden etwas angeschlagen ist.

Freu dich auf den Frühling :smile:.

LG

Ablenkung
Hallo noi,

villeicht könnte es helfen, wenn Du versuchst, Dich abzulenken, z.B. indem Du Dich mit anderen Leuten triffst und ins Kino gehst.
Wenn man sich mit einer Sache intensiv beschäftigt, gewinnt sie stark an Bedeutung, beschäftigt man sich mit anderen Dingen, so verliert die „Sache“ etwas ihre Gewichtung.

Viel Glück und gute Besserung
Sarah