Ich hoffe, mir kann hier jemand Rat oder einen Tipp geben.
Mein Sohn, 8 Jahre alt, hat immer Angst vor einer bestimmten verschlossenen Tür, ich erkläre das mal etwas genauer.
Abends, wenn es Zeit ist ins Bett zu gehen, bleibt seine Tür auf, seine kleine Lava-Lampe bleibt an und sein CD Spieler spielt die schon 100 mal gehörte CD an… (Die wilden Kerle) Dann ziehe ich mich mit meiner Freundin zurück ins Wohnzimmer und wollen diese Tür zu machen da dass Kinderzimmer direkt neben an ist. 1.) Haben wir dann endlich mal Zeit auch Dinge zu besprechen die eben nicht für seine Ohren bestimmt sind, 2.) auch mal ein wenig Zeit eben nur für uns haben möchten, 3.) Der Fernseher ihn nicht beim einschlafen stören könnte. Wir haben auch noch eine Tochter, 10 Jahr jung und Sie stört das nicht. Vorhin erst wieder gab es eine Riesen Diskussion darüber, wir haben uns vor 3 Tagen einen kleinen Hundewelpen angeschafft, die Türe muss eben jetzt verschlossen bleiben, damit der kleine nicht ausbüchst und noch ins Kinderzimmer rennt. (Eine vorrübergehende Sache, aber trotzdem…) Er gab mir gegenüber zu, dass er eigentlich nur unsere Stimmen vermissen würde… Meiner Freundin hat er aber 5 Minuten zuvor gesagt, er hätte Angst vor einem Monster, dass er mal in einer Werbung gesehen hätte!?! (Aber was hätte das mit der geschlossenen Wohnzimmertür zu tun?) Aber nunja, man will ja alles ausschliessen können. Kann es wirklich sein, dass er solche Ängste hat? Oder möchte er uns nur davon überzeugen aus genau diesen Grund die Tür auf zu lassen? Wir möchten nichts falsch machen. Auch eine Suche bei google nach diesen Ängsten führte zu keinem Erfolg! Wir würden uns also sehr freuen, vielleicht Hilfe oder einen Tipp zu bekommen!
ich komme eigentlich aus einem ganz anderen Spezialgebiet, habe eigene Erfahrungen und welche vor 20 Jahren als Jugendleiter (KJG, Knabenchor)gemacht .
Auch als Eltern habt ihr nie die Chance alles richtig zu machen, genausowenig wie alles falsch (im Normalfall).
Mit acht Jahren ist die Phantasie, das Wunschdenken und sind die Verlustängste einfach noch da. Ich kenne die Musik von den „Wilde Kerle“ nicht, glaube allerdings nicht das sie eine beruhigende Wirkung ausstrahlt. Es müßte möglich sein auch mit acht Jahren ohne Musikberieselung einzuschlafen.
Die „Monster“ kann ein Psychologe besser erklären, ich deute sie als Unsicherheit, ein klein bisschen Angst (wie bei Erwachsenen der Gang nachts in dunklen Straßen, Park, Hinterhöfen), natürlich haben die Monster einen Ort -fast immer der Schrank- denn sie sind ja da, zumindest in der Phantasie. Die „Monster“ und die Sehnsucht nach Geborgenheit (vertraute Stimmen der Mutter / Vater hören) stehen in einem Bezug zueinander. Euer Sohn lügt nicht, er antwortet auf die Art der Fragestellung und von welcher Person nur unterschiedlich emotional oder eher rational.
Vorschlag: Singt mit ihm vor dem Einschlafen ein kleines Lied, oder es wird abwechselnd (Elternteil - Kind) in kleinen Absätzen eine kurze (G-)gute (positive) (n-)Nachtgeschichte gelesen. Die Sicherheit gibt eine Bezugsperson - nicht ein CD-Klang. Das gedimmte Licht würde ich ihm anlassen, als eine Art technische Restsicherheit. Eine ruhige Unterhaltung unter euch Eltern, bis er eingeschlafen ist, gibt ihm die gewünschte Stimmenwahrnehmung (Geborgenheit). Wenn er schläft (kurze Zeit) ist eine Unterhaltung deren Inhalt nicht für ihn bestimmt ist möglich.
Versucht einen weichen Übergang, lasst eurem Sohn noche eine kurze Zeit die „Wilden Kerle“ in Kombination mit singen oder lesen. Die CD-Musik wird langsam reduziert, bis er an Weihnachten oder schon am 4.Advent so „groß“ ist, dass er sie nicht mehr braucht (es war ja am Ende sowiso nur noch ein Titel von 2-3 Minuten). Es ist jetzt eigentlich die Chance da, mit Adventsliedern und Wintergeschichten auf Weihnachten einzustimmen. Das gibt die Möglichkeit ein neues „Gute Nacht Ritual“ einzuleiten.
Die Tür kann nach der Zwangszeit durch die „freiwillige“ Rücksicht des „großen“ Jungen auf den kleinen Welpen (Positiv besetzen) auch weiterhin geschlossen bleiben. Das Lob und die Belohnung ist der friedliche Umgang mit dem kleinen Tier.
Ich möchte nur einen Ansatz bieten, kein ultimativen Tipp. Ich wünsche euch das es funktioniert.
Es müßte möglich sein auch mit
acht Jahren ohne Musikberieselung einzuschlafen.
Ich finde deine Vorschläge sehr gut, aber da die CD-Berieselung anstatt persönlichem Ins-Bett-Bringen sicherlich aus Bequemlichkeitsgründen eingeführt wurde, halte ich es für relativ unwahrscheinlich, dass die Motivation da ist, sie jetzt wieder abzuschaffen.
Kann es wirklich sein, dass er
solche Ängste hat? Oder möchte er uns nur davon überzeugen aus
genau diesen Grund die Tür auf zu lassen?
Es kann natürlich sein, dass er solche Ängste hat. Das wäre sogar ganz normal. Er hat sie wahrscheinlich nicht gleichbleibend und ständig, so dass es durchaus sein kann, dass er auch mal andere Gründe anführt, was dann ebenfalls stimmt.
Aber auch das sind wichtige Gründe: Er fühlt sich einsam, wenn die Tür zu ist. Mit Sicherheit wird er besser schlafen können, wenn die Tür offen ist und er Geräusche hört, auch wenn der Hund gelegentlich in sein Zimmer läuft. Wenn ihr schon mal ins Zimmer kommt und den kleinen Hund wieder rausholt, wird es das Kind wahrscheinlich weniger beim Schlafen stören, als wenn ihr die Tür zu macht.
Ihr wollt doch auch nicht alleine sein, wieso sollte das Kind alleine sein wollen? Vielleicht kann sich ja zur Abwechslung mal einer von euch ins Schlafzimmer mit geschlossener Tür schicken lassen, während der Rest der Familie es sich dann erst richtig gemütlich macht, und schauen, wie er sich dann fühlt. Das Kind fühlt sich da nicht besser!
Wartet mit diesen Gesprächen einfach, bis das Kind eingeschlafen ist. Und so schlimm ist es wahrscheinlich auch nicht, wenn das Kind die Gespräche mitkriegt; oder erzählt ihr euch Krieggeschichten und redet über Gräueltaten? Oder werden dann immer die ganzen schrecklichen Familiengeheimnisse zum Thema gemacht?
Also, wenn da nur eure Beziehung das Thema ist, halte ich es nicht für so schlimm, wenn er aus Versehen mal was mitkriegt.
Viele Grüße
Simsy
PS: Den Vorschlag on Marcel Rex finde ich sehr gut, besonders das mit der Gute-Nacht-Geschichte.
sorry, ich verstehe Euer Problem nicht so wirklich. Euer Bub sagt, dass er möchte, dass die Wohnzimmertür offen bleibt, weil er sonst Eure Stimmen vermisst. Das ist doch was sehr ehrliches und zeigt, wie wichtig Ihr im seid. Und ganz ehrlich verstehe ich Deine Argumente warum die Tür zubleiben soll nicht wirklich. Sicherlich redet Ihr nicht so laut, dass er deswegen 2 Zimmer weiter nicht schlafen kann - und ich nehme auch an, dass Euer Fernseher nicht sooo laut läuft, dass das stören würde. Und auch der Hund wird um diese Zeit eher pennen, od’r? Das heisst: was ist DEIN Problem, warum die Tür unbedingt zu sein soll? Wirklich nicht jugendfreie Gespräche und Aktionen könnt Ihr ja hinter der (verschlossenen) Schlafzimmertür führen bzw. ausführen
Hallo,
ich kann gut verstehen, dass man als Erwachsener auch Zeit für sich braucht. Aber wenn man Kinder hat, kann man sich halt nicht unbedingt aussuchen, wann man diese Zeit hat…
Aber ich denke, dass es wohl nicht soooo lange dauert, bis euer Sohn eingeschlafen ist und ihr die Tür zumachen könnt.
Ich schließe mich den Vorschreibern an: hier gehen die Ängste deines Sohnes vor, wobei ich denke, ihr solltet versuchen, die Gründe dafür heraus zu bekommen: also ist es die Angst vor einem Monster, die man auch wieder los werden kann (und muss) oder ist es das Vermissen Eurer Stimme (was ja völlig legitim ist, wo aber auch ernstzunehmende Probleme hinter stecken können…)
wir haben uns vor 3 Tagen einen kleinen Hundewelpen angeschafft, die Türe muss eben jetzt verschlossen bleiben, damit der kleine nicht ausbüchst und noch ins Kinderzimmer rennt.
Hi,
diesen Satz alleingenommen finde ich ziemlich böse, ich meine das Tier muss sich der Familie beugen nicht ungekehrt und die „Tür – auf Tür – zu Probleme“ mit eurem Kind waren ja vorher auch schon da.
Wie auch immer, ich finde es ein stückweit normal, dass Kinder einen akustischen Bezug zu den Eltern suchen sobald sie ins Bett gehen. Kleine Kinder rufen auch noch einige male nach Mama oder Papa um zu schauen ob sie noch da sind und wenn ihr bis Dato noch Licht im Zimmer habt finde ich es mit der Tür eher logisch.
Was mich ein bisschen wundert ist das Alter, denn ich kenne diese Rituale nur bei etwas kleineren Kindern und finde es wie gesagt gar nicht so schlimm.
Ich würde versuchen gemeinsam mit eurem Sohn daran zu arbeiten (auch an der Monstergeschichte) aber all zu große Sorgen würde ich mir bei einem 8 Jahre alten Kind noch nicht machen.
Ich würde ein Laufgitter an die Türe des Wohnzimmers oder an die des Kinderzimmers befestigen. Denn der Hund sollte ja generell nicht ins Kinderzimmer (finde ich).
Das kann ja ruhig dauerhaft dran bleiben, bis der Hund die Grundlegenden Familienregeln kennen gelernt hat. Das Gitter hindert also Hundi ins Zimmer zu laufen und ihr könnt eurem Sohn den Wunsch erfüllen, eure Stimmen zu hören oder eben den TV.
Ich würde allerings in jedem Fall seine Ängste wahr- und ernst nehmen, was bekommt er sonst für einen Eindruck, wie seine Eltern die Prioritäten setzen? Kind vs. Hund.
Ich finde es nicht schlimm, wenn Kinder abends eine CD hören, aber die wilden Kerle muss es ja nicht unbedingt sein *g* meine Geschwister (7+9) haben sich Musik-CDs ausgesucht. Eine Klavier-CD oder Patrizia Kaas oder eben auch manchmal Petersson und Findus. Vielleicht findet ihr ja auch eine eher ruhige CD für euren Sohn - sucht sie mit ihm zusammen aus.
es ist zwar jetzt schon sehr lange her, aber wir hatten das Problem damals auch.
Könnte es sein, dass er vielleicht Angst davor hat, dass ihr weggehen könntet und er wäre alleine? Mir kam der Gedanke, weil er doch eure Stimmen vermisste
Dass er Angst vor Monstern hat, halte ich nicht für ungewöhnlich. Viele Kinder haben das über gewisse Zeiten.
Bei uns hat sich das Problem erledigt, als er das erste mal einen „Übernachtungsgast“ hatte, der dann sagte, so könne er nicht schlafen. Von da an war eine geschlossene Tür kein Problem mehr. Vielleicht kannst Du ja mal einen Freund/Cousin o.ä. als Übernachtungsgast einladen, vielleicht hilft es ja?
deine Vorahnung das es an Motivation mangelt teile ich nur ein wenig.
Nun, in der Basismail stand die Sorge der Eltern etwas falsch zu machen, wenn nun Wege aufgezeigt werden, so hoffe ich doch das zumindest von den Eltern darüber nachgedacht wird. Die Entscheidung was umgesetzt wird oder versucht wird obliegt ganz allein dem Erziehungsauftrag und in der Verantwortung der Eltern.
Ich sehe ersteinmal das Positive, die Eltern haben ein Verhalten wahrgemommen und werden aktiv (suche in Google, die Mail in unserem Forum). Wer sich um sein Kind kümmert ist es Wert unterstützt zu werden, die ignorierenden Eltern kommen in unserem Forum doch garnicht vor, sie benötigen auch nicht unsere Hilfe (des Forums) sondern eher profesionelle Hilfsangebote vor Ort.
Nun sollten wir hier aber keine Debatte über das Verhalten der Eltern anzetteln, sondern ihnen unsere Ideen und Erfahrung zur Problemlösung in vielfältigster Form anbieten.
Es wäre doch schön wenn wir nach einiger Zeit die Nachricht bekämen, diese und jene Idee haben wir ausprobiert, und vielleicht können dann genau diese Eltern weitern Sorgeberechtigten mit ihren Erfahrungen weiterhelfen. Das wäre doch eine schöne Vision. Vielleicht bin ich auch zu optimistisch, egal wir (Forum) haben zumindest versucht zu helfen.
Also gemäß dem Motto „Wer-weiß-was“ loslegen, da sollte noch mehr kommen.
Viele Grüße zurück
Marcel
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hi:smile:
was Sarah sagt, ist schon gut. Soll ich dir jetzt mal einen Schock versetzen?*grins*Mit meiner Tochter ( heute 23) hatte ich solche Probleme nie. Mein Sohn war da ganz anders, der konnte nur in unserem Ehebett oder in seinem Bett mit mir zusammen schlafen - und *smile* das bis zu seinem 12. Lebensjahr ) Ich habe ihm diese Zeit gegönnt!Er hatte panische Angst in seinem Zimmer allein zu sein - einen Rat kann ich dir nicht geben, aber dir mitteilen, dass auch andere Eltern ihre Problemchen mit den Kindern haben - viel Glück ! lg Monika
PS: Jetzt ist mein Sohn 14 und ich denke, dass ich ihm all die Liebe und Fürsorge gegeben habe, die möglich war - ganz plötzlich schlief er allein und das nur mit geschlossener Tür, was früher undenkbar war. Manche Kinder brauchen das eben, wofür haben wir sie denn (???)
blöde Nachfrage: ist Deine Freundin die Mutter Deines Sohnes?
Falls ja oder falls sie schon lange Deine Freundin und Dein Sohn sehr an sie gewöhnt ist, solltet Ihr mal kurzfristig auf seinen Bedarf eingehen und es langsam zu ändern versuchen.
Falls ´nein´ liegt es vieleicht an der Umstellung von Mutter auf Freundin, dass er so ängstlich reagiert.
Allerdings ist so ein Hundewelpe natürlich auch etwas, das ein Kind ungemein reizt (positiv gemeint) - Euer Sohn möchte vielleicht, dass der Welpe sich zu ihm ins Bett kuschelt oder überhaupt noch ein bißchen mit ihm zu tun haben. Völlig verständlich. Klappt ja vielleicht auch, wenn das Tierchen ein bißchen eingewöhnt ist.
Dann könnt Ihr die Tür sicher schließen.