Hallo Frieda,
als erstes nimmst Du Dir vor, Deine Angst nicht zu werten:
Vielleicht kann mir ja irgendwer Tipps geben, wie ich besser
mit allem umgehen kann.
besser umgehen? Wie hast Du Dir das vorgestellt? Mit Dir selbst schimpfen? Lieber nicht. Gut wäre es, wenn Du etwas freundlicher mit Dir umgehst.
Lade dir doch jemanden zum Abend essen oder Fernseh/Videoabend ein. Dabei stellst Du Dir nicht nur vor, wie der Besuch kommt, sondern denkst auch an den Zeitpunkt, wenn er geht, und bereitest Dich gedanklich darauf vor wie auf´s Tisch abdecken, aufräumen, Frühstück für morgen vorbereiten, Schlafen gehen (kann alleine gemütlich sein mit warmen Tee und leiser Einschlafmusik…!).
Wenn jetzt erst einmal keiner Zeit hat, dann richte Dir Dein Umfeld gemütlich her, so wie Du es immer schon wolltest und es endlich so tun kannst aber es nicht machbar war (auf dem Wohnzimmerteppich picknicken, zappen bis die Fernbedienung glüht und gleichzeitig das Radio laufen lassen…
Wenn ich alleine bin, dann telefoniere ich gerne, freue mich über einen langen Austauschplausch, und hänge dem Gespräch noch eine Weile nach. Da kann ich alleine sein ohne mich einsam zu fühlen. Du hast bestimmt jemanden, der sich über einen Anruf von Dir freut!?
Vielleicht macht Dir der Gedanke und das dazugehörige Gefühl ohne einen Menschen neben zu sein angst, aber es könnte Dir Gedanke helfen, dass Du „nur“ eine bestimmte Zeit zu überbrücken hast, bis Du wieder mit Deiner Familie zusammen bist. Ablenkung könnte Dich da retten, oder einfach dahin gehen, wo viele Leute sind (Kino, Lebensmittelladen, Einkaufszentren).
Insgesamt könntest Du es als eine Herausforderung für Dich sehen, der Du Dich stellen darfst (das gehört nämlich zum Projekt „sturmfreie Bude“ dazu), und wobei Du beobachten kannst, wie die Angst und die Traurigkeit dank Deiner Unternehmungslust abnimmt.
Vielleicht tröstet es Dich zu wissen, dass auch so „alte“ Leute wie ich sich mit Ängstlichkeiten herumplagen. Angst gehört zum Alltag, man könnte sagen, er ist der Wachhund der Seele. Tätschle ihn ein wenig, denn er ist wichtig. Und bei gutem Training ist er überaus brauchbar. Sollte die Angst aber ein Eigenleben entwickeln, indem Du sie nicht in den Griff bekommst, dann wird es Zeit über den Besuch bei einem Facharzt nachzudenken. Frei nach Starwars „du hast die Maaacht…“ so oder so:wink:
Mit Grüßen
Reni