Angst vorm Alleinsein

Huhu,

ich bin nun 20 Jahre alt und man möchte es nicht glauben habe Angst, wenn ich alleine bin. Ich versteh es einfach nicht. Vor ein paar Jahren habe ich mich gefreut mal ein paar Tage sturmfrei zu haben. Aber heute… Meine Eltern sind im Urlaub, ich muss arbeiten (ich hasse mein Praktikum), mein Hund muss wegen dieser Arbeit zu meiner Oma und bei meinem Freund kann ich nicht die ganze Zeit bleiben. Bei ihm denke ich immer ich kann nicht ewig bei ihm sein, man will ja mal seine Ruhe und so weiter… Nun bin ich zuhause, allein, und bekomme ständig Heulkrämpfe, kann nichts machen, will nur endlich wieder jemanden um mich haben. Ich versteh das einfach nicht! Ich mein wo ist mein Problem?

Vielleicht kann mir ja irgendwer Tipps geben, wie ich besser mit allem umgehen kann. Ich würde mich sehr freuen.

bye Frieda

Hallo Frieda,

als erstes nimmst Du Dir vor, Deine Angst nicht zu werten:

Vielleicht kann mir ja irgendwer Tipps geben, wie ich besser
mit allem umgehen kann.

besser umgehen? Wie hast Du Dir das vorgestellt? Mit Dir selbst schimpfen? Lieber nicht. Gut wäre es, wenn Du etwas freundlicher mit Dir umgehst.

Lade dir doch jemanden zum Abend essen oder Fernseh/Videoabend ein. Dabei stellst Du Dir nicht nur vor, wie der Besuch kommt, sondern denkst auch an den Zeitpunkt, wenn er geht, und bereitest Dich gedanklich darauf vor wie auf´s Tisch abdecken, aufräumen, Frühstück für morgen vorbereiten, Schlafen gehen (kann alleine gemütlich sein mit warmen Tee und leiser Einschlafmusik…!).
Wenn jetzt erst einmal keiner Zeit hat, dann richte Dir Dein Umfeld gemütlich her, so wie Du es immer schon wolltest und es endlich so tun kannst aber es nicht machbar war (auf dem Wohnzimmerteppich picknicken, zappen bis die Fernbedienung glüht und gleichzeitig das Radio laufen lassen…:wink:
Wenn ich alleine bin, dann telefoniere ich gerne, freue mich über einen langen Austauschplausch, und hänge dem Gespräch noch eine Weile nach. Da kann ich alleine sein ohne mich einsam zu fühlen. Du hast bestimmt jemanden, der sich über einen Anruf von Dir freut!?
Vielleicht macht Dir der Gedanke und das dazugehörige Gefühl ohne einen Menschen neben zu sein angst, aber es könnte Dir Gedanke helfen, dass Du „nur“ eine bestimmte Zeit zu überbrücken hast, bis Du wieder mit Deiner Familie zusammen bist. Ablenkung könnte Dich da retten, oder einfach dahin gehen, wo viele Leute sind (Kino, Lebensmittelladen, Einkaufszentren).

Insgesamt könntest Du es als eine Herausforderung für Dich sehen, der Du Dich stellen darfst (das gehört nämlich zum Projekt „sturmfreie Bude“ dazu), und wobei Du beobachten kannst, wie die Angst und die Traurigkeit dank Deiner Unternehmungslust abnimmt.
Vielleicht tröstet es Dich zu wissen, dass auch so „alte“ Leute wie ich sich mit Ängstlichkeiten herumplagen. Angst gehört zum Alltag, man könnte sagen, er ist der Wachhund der Seele. Tätschle ihn ein wenig, denn er ist wichtig. Und bei gutem Training ist er überaus brauchbar. Sollte die Angst aber ein Eigenleben entwickeln, indem Du sie nicht in den Griff bekommst, dann wird es Zeit über den Besuch bei einem Facharzt nachzudenken. Frei nach Starwars „du hast die Maaacht…“ so oder so:wink:
Mit Grüßen
Reni

Huhu,

danke für deine Antwort.

Ich weiss schon, dass ich das einfach genießen sollte, aber es geht einfach nicht.
Sobald es dunkel wird wird es noch schlimmer und naja ich kann einfach nicht mehr aufhören mit heulen und habe einfach naja Angst.
Solange ich was zu tun hab ist es wirklich besser, aber viele Menschen bringen auch nicht wirklich was, weil wie sagt man das doch so schön: manchmal fühl ich mich unter 1000 Leuten allein…
Ich hab auch heute wieder nachgegeben und werd wieder zu meinem Freund gehen, ich will einfach nciht hier alleine im Bett liegen… Ich mag es nicht sonderlich mich in den Schlaf zu heulen.
Naja vielleicht schaff ich es ja morgen stark zu sein.

bye Frieda

Hallo Frieda,

es ist manchmal so: da sehnt man sich alleine zu sein und dann gibt es Tage, da tut das gerade weh.

Ich weiss nicht, warum Du denkst, Dein Freund braucht Ruhe von Dir. Hat er soetwas mal angedeutet oder gesagt?
Vielleicht sitzt er traurig und einsam jetzt in seiner Wohnung sehnt sich nach Dir (wir Männer können das oft nicht so sagen, ist doof, aber ist leider so).

Ruf ihn doch einfach an und sag ihm, wie einsam Du bist und glücklich, seine Stimme zu hören.

Herzliche Grüsse

Huhu,

ja ab und an hat er schon mal gesagt, dass wir es nicht übertreiben sollten und so. Aber als ich dann gestern abend doch noch zu ihm bin hat er sich sehr gefreut. Er hat auch gesagt das ich jederzeit kommen kann. Das beruhigt mich natürlich, aber lernen auch mal alleine zu sein tu ich natürlich nicht.
Heute abend werd ich wohl auch wieder zu ihm, dann schlaf ich wenigstens auch besser und wache nicht ständig auf… Und bei 5:30Uhr aufstehen ist das gar nicht so unklug :wink:.

bye Frieda