Hallo!
Ich nähere mich gerade dem Ende meines Studiums, schon seit längerem.
Bis Ende des letzten Jahres habe ich das letzte Praktikum gemacht, das ich machen mußte - in der Biochemie, bei einem als anspruchsvoll bekannten Dozenten.
Da habe ich 7 Wochen lang in seiner Abteilung gearbeitet.
Meist habe ich da so um die 9-11h/Tag in der Abteilung verbracht, bzw. halt 5-6, weil ich an 2 Tagen die Woche arbeiten muss (auf der Spedition), um irgendwie meinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Das lief auf eine mehr als 50h-Woche hinaus. Das war zwar anstrengend, aber ich habe es gepackt, und es hat meistens sogar Spaß gemacht.
Klar, nach Tagen an denen es auf der Spedition bis 22.00 gedauert hat und ich erst um 22.30 zuhause war, war ich weniger motiviert und ausdauernd, aber ich denke, das ist normal.
Das Problem, das ich habe ist, das ich es sehr schwer finde, mich hinzusetzen und zu arbeiten.
Ich denke nicht, das ich „faul“ bin.
Wenn ich eine Arbeit habe, die ich gewissermaßen „anfassen“ kann, bin ich fleißig.
Bzw. ich tue, was zu tun ist.
Jetzt muß ich das Protokoll zum Praktikum schreiben.
Ich habe bereits einmal ein Praktikum dieser Art gemacht, es erfolgreich zu Ende gebracht (mir ist ein schwieriger Versuch geglückt, den auch die Profis nicht immer hinkriegen), und bin dann am Protokoll gescheitert.
Mit mich hinsetzen und schreiben/lernen hatte ich mein ganzes Studium über Probleme, nur gab es da meist Abgabetermine und Gruppen, die auf mich angewiesen waren, darum hab ich es dann irgendwie mit hängen und würgen hingekriegt.
Jetzt bin ich soweit, das ich schon Angst kriege, wenn ich nur an das Protokoll denke.
Ich habe nach 2 Wochen ungefähr 2 Seiten, das Gefühl, das die 2 Seiten schlecht sind (richtig schlecht), und vertue jede Menge Zeit damit, mich nur dazu zu bewegen mich hinzusetzen.
In psychologischer Behandlung war ich deswegen auch schon, mit dem vollen Programm inklusive Medikamenten und Psychologen.
Deren Rat hauptsächlich „mich einfach mal dranzusetzen“.
Außerdem Listen zu machen, was alles zu erledigen ist, und in welcher Reihenfolge.
Das mache ich, und die meisten Dinge, die ich aufgeschoben hatte, habe ich inzwischen im Griff.
(Konto aus dem kleinen Dispo, den ich habe, alle Scheine gesammelt, die mir fehlen, Job gesucht, … was der Alltag einem halt so entgegenschleudert. Mein Zimmer könnte aufgeräumter sein, und ich könnte häufiger den Müll runterbringen, wie meine Freundin anbringt.)
Nur das Protkoll nicht.
Ich kriegs einfach nicht hin. Ich hab Angst, und bin mir unsicher, und finde es von Tag zu Tag schwerer, mich dranzusetzen, weil ich Sorge habe, das es nicht reicht, was ich da schreibe.
Und eigentlich weiss ich, was ich schreiben muß, uneigentlich bin ich mir überhaupt nicht sicher.
Ich habe in meinem Studium bisher nicht gelernt, wie ich ein gutes Protokoll schreibe. Meine Klausuren waren meist ganz gut, meine Protokolle mies. Und von Dozenten kommt da wenig Hilfestellung, auch auf nachfragen nicht.
(Schreiben sie halt ein Ergebnissprotokoll, in dem sie beweisen, das sie verstanden haben, was sie tun. Was soll ich damit anfangen?)
Ich kann auch niemanden wirklich fragen, weil es um ein doch eher exotisches Biologisches Thema geht, und ich das Protokoll auch noch auf Englsich schreiben muß - darum können die Leute mir immer nur was zu meinem Englisch sagen (scheint ganz gut zu sein), aber nicht zum Inhalt.
Dabei hilft auch nicht, das ich meist als Intelligent und Kompetent gesehen werde. Und eigentlich selten Probleme habe, Dinge zu verstehen und mir anzueignen.
(Mit Ausnahme von Mathematik. „Zeigen sie:“ überfordert mich. Ebenso wie im Sport, wo ich nur in Tischtennis und Joggen einigermaßen gut bin.)
Hat jemand Tipps?
„Mich dransetzen und einfach machen“ klappt nicht.
Liste machen und abarbeiten klappt auch nicht.
Langsam wird es knapp mit meiner Finanzierung, da ich bald in die Langzeitstudiengebühren komme. Außerdem will ich einfach fertig werden.
Vielen Dank fürs lesen bis hierher, und für jede Antwort!
Ph.