Angst vorm Tod

Hallo FantasTiger,

mach dir mal keine Sorgen, die Fragen kommen eigentlich bei jedem Kind.
Da ich (wie weiter unten schon ausführlicher geschrieben) ein Leben nach dem Tod nicht in Aussicht stellen will, da es meiner Überzeugung widerspricht, habe ich meiner Großen gesagt, als sie diesbezügliche Fragen stellte, dass der Tote eben nicht mehr friert, keine Schmerzen mehr hat… Dass wir aber an ihn denken und die Erinnerung an den Menschen noch lebendig ist und die Erinnerung immer in unseren Herzen sein wird. Das fand sie gut.

LG, Heike

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Hi

Uff, was für ein Wust, ich bin mal so frei und kürz das etwas ab ^^

Also erstmal musst du daran denken dass du genau wie ich eine subjektive Perspektive hast, das merkt man z.B. daran dass auf das energielose sein direkt ein „Das ist doch die Wahrheit!“ kommt.
Woher willst du das wissen? Warst du schonmal längere Zeit tot und kannst es beweisen? :wink:
Das ist das lustige daran, niemand kann es, nicht einmal die Wissenschaft. Die kann nur gucken, was aus dem Körper wird, aber ob es wirklich das Ende des Bewusstseins ist kann man (bisher) weder beweisen noch abweisen, es ist Glaubenssache.

Ich habe auch nirgendwo erwähnt man solle dem Kind was von wegen Paradies vorsingen (immer diese christlichen Opressionen…), sondern nur mitteilen „das da noch was ist“, was das ist, bleibt ja jedem selbst überlassen.
Und zwar eben für den FALL dass das Kind den Gedanken an den Tod nicht so gut verpackt wie deine Große :wink: Ich finde deinen Umgang mit dem Tod zwar sehr toll, aber Kinder sind ja auch Individuen.
Den einen fällt es leicht den Gedanken an den Tod zu akzeptiere und damit zu leben, andere haben Angst davor, das ist zum großen Teil natürlich, aber auch zum Teil anerzogen- allerdings nicht nur von den Eltern sondern auch von der Umwelt.

Wenn das Kind erstmal Angst vor dem Tod *hat* bringen physikalische Erklärungen über das Ende des Seins nichts, weil es eben das ist, wovor das Kind Angst hat- dem Nichtsein.
Und ja, dann kann man dem Kind was vorlügen :stuck_out_tongue: ist ja keine feste Größe, wenn es sein Alter hat findet das Kind schnell selbst heraus dass dieser „Gott“ oder für was auch immer man sich entschieden hat viele Gesichter hat, viele Religionen gebildet hat und man sich auch ganz davon abwenden kann, wenn einem danach ist.

Religion ist nichts schlechtes, sie ist dazu da dem Menschen zu HELFEN. Das ist der Grund warum der Mensch sie entwickelt hat. Sie muss ja nicht spezifiziert werden aber ich bin genauso gegen eine extrem pro-religiöse Haltung einer spezifizischen Religion wie gegen eine extrem anti-religiöse Haltung die Religion auch dann ablehnt wenn das Kind gerne damit zu tun haben möchte oder es ihm gut tun würde.

Wenn es dem Kind hilft, und man kann es ja zumindest ausprobieren, ist das doch schön?

Es geht ja nicht darum dem Kind Religion (oder Glaube an irgendwas an sich) ein- oder auszutreiben sondern ihm zu helfen seine Angst loszuwerden.

lg
Kate

danke Euch :o)
Hallo zurück :o)

danke für Eure Antworten, habe jetzt alles von vorn bis hinten gelesen und auch paar Gedankenstützen für ein nächstes Gespräch gefunden. Ich denk, hoffe, wir bekommen das nun bald in den Griff. Abgesehen davon spreche ich beim nächsten Besuch mit dem Kinderarzt mal darüber. Er ist allgemein ziemlich empfindsam (zumal für einen Jungen…) Mal sehen…

DANKE!! :o)
LG
TIgerin

Hallo Kate,

nachdem ich jetzt deine Vika gelesen habe, ist mir deine Haltung schon etwas verständlicher. Mir erschloss sich erst nicht, warum ich einem Kind IRGENDEINE religiöse Ansicht näherbringen soll, (nahezu) egal welche. Jetzt kann ich zumindest deine Argumentationsweise nachvollziehen, wenn auch nicht für mich übernehmen.

Das Problem bei einem Kind, das bereits Angst vor dem Tod hat und mit dem man als Elternteil auch bereits darüber gesprochen hat, besteht darin, dass man eben nicht auf irgendeine religiöse Schiene ausweichen kann, wenn man zuvor dem Kind gesagt hat, dass man daran nicht glaubt. Also kann man es nur anders probieren.

Kinder merken es auch sofort, wenn man ihnen Sachen weismachen will, die man selbst nicht glaubt (auch schon in deutlich jüngerem Alter).

Dass es keine Patentrezepte gibt, darin stimme ich mit dir uneingeschränkt überein. Deshalb berichtete ich von meinen Erfahrungen und habe das, denke ich, auch als dieses deutlich gemacht. Vielleicht kann FantasTiger (die Ursprungsposterin) sich ja die eine oder andere Anregung entnehmen.

Viele Grüße

Heike

Hallo Tiger,

meine Kinder hatten auch die Phasen, in denen Tod ihnen Angst machte und sie nicht sterben wollten (beide jeweils so mit 5-8 Jahren).
Wir sind nicht religiös, haben ihnen keine Hoffnung auf ein Leben danach gemacht, haben aber eine über 80jährige Oma der Kinder, die von sich selbst behauptet, dass sie nicht mehr so richtig am Leben hängt (diese Oma ist fit wie´n Apfel, reist, kommt rum, ist aktiver, als ich es je war und wirklich lebenslustig).
Trotzdem diese Aussage: irgendwann ist auch mal gut gewesen. Das war den Kindern nach und nach wohl doch ein Trost. Sie haben vielleicht geschnallt, dass da noch viel Zeit vergeht, ehe Tod für sie aktuell wird und dass sich Ihre Einstellung bis dahin ev. ändern kann.
Schön ist auch das Beispiel aus `Per Anhalter durch die Galaxis´ wo ein unbeabsichtigt unsterblich Gewordener nicht mehr weiß, wie er sich die Zeit vertreiben soll.
Jedenfalls scheint das ein normales Interesse am Tod und eine normale Abwehr dagegen zu sein, und es legt sich auch wieder.

Gruß, Anne

Noch eine Buchempfehlung …
Hallo Tiger,

würde Dir zur eigenen Lektüre das Buch empfehlen:
http://www.amazon.de/Oskar-Dame-Rosa-Eric-Emmanuel-S…

Gibts auch als Taschenbuch und als Hörbuch.

Ein wunderbares Buch - die „Dame in Rosa“, eine Besuchs-Dame in einem Krankenhaus, begleitet den kranken Oskar durch seine letzten Lebenstage, und das engagiert, originell und oft humorvoll. Und trotzdem hat die Geschichte enorme Tiefe.

Lieben Gruß
Dantis