Angstattacken am laufenden Band

Hallo Psychologen oder Betroffende,

seit einigen Wochen habe ich- für mich - unerklärliche Angstattacken. Ein Auslöser dafür ist mir nicht bekannt. Was kann ich tun? Mein Arzt – ein alter Kumpel – will das mit der üblichen Chemie lösen. Pillen fresse ich aber generell nicht. Die Angstattacken wurden nicht durch „Chemie“ ausgelöst, - nehme ich mal an - ergo fresse ich auch keine Chemie dagegen.

Auto fahren traue ich mich nicht mehr, selbst zum Briefkasten gehen entwickelt sich für mich schon zu einem „Abenteuer“ der merkwürdigen Art.
Durch diesen „Scheiß“ ist meine wirtschaftliche Existenz ernsthaft bedroht.

Hat jemand ähnliches erlebt? Was dagegen tun?

Gruß Nickolas

Hi,
wie ich schon oft bei psychischen Erkrankungen und Störungen schrieb:

Halte Dich bitte nicht fest an der Idee, dass Deine Angstattacken schliesslich nicht durch Drogen (medizinische oder andere) entstanden sind, und Du demzufolge auch keine schlucken solltest.

Krebs entsteht auch nicht durch Drogen, Depressionen auch nicht, etc etc etc…

Wenn Du Dir Sorgen machst, dass Du diese Tabletten, die Dein Arzt Dir verschreiben möchte, lange, oder zu lange, nehmen müsstet - dann mach Dir bitte keine Sorgen!

Sie sind TEIL einer notwendigen Therapie - sehr wahrscheinlich ein NOTWENDIGER Teil einer notwendigen Therapie.

Du sagst, Deine Existenz ist dadurch bedroht. Kann ich völlig verstehen. Ist ja selbstverständlich.

Was ich aber NICHT verstehen kann - warum ergreifst Du dann nicht die ERSTE, notwendige, Massnahme, um wieder Kontrolle über Dein Leben zu bekommen?

Was ich ausserdem immer sage:
Die Tabletten, die Dir verschrieben werden sollen, SIND nicht die Therapie. Es ist sicher, dass es auch andere, FÜR DICH NOTWENDIGE Therapieformen gibt. Was aber NICHT, GAR NICHT, sicher ist, ist, ob diese Therapieformen auch helfen, wenn Du während der Therapie, anfänglich, NICHT medikamentös behandelt wirst.

Wenn Du Krebs hättest, und selbiger eine Chemotherapiebehandlung erfordern würde, würdest Du die auch ablehnen??

Egal, welches Medikament Dir verschrieben wird: Es ist mit Sicherheit um ein x-faches harmloser als Chemo.

Und übrigens: Ich bin KEIN Befürworter von klassischer, medikamentöser medizinischer Behandlung, wenn es auch anders geht.
Ich bin sehr interessiert an alternativer Medizin & alternativen Behandlungsmöglichkeiten. Aber: Nur, WENN es eben auch anders geht.

Und als letztes: Ich habe zB ADS - welches ich seit neustem auch medikamentös behandeln lasse. Und nicht nur das - ich habe darum GEKÄMPFT, dieses Medikament verschrieben zu bekommen, eben weil ich keine Alternative hatte (auch hier GIBT es was alternatives, was ich SPÄTER, wenn das Medikament zu wirken angefangen hat, ausprobieren möchte).

Anyway, an einer Genesung ist Dir gelegen, an einer schnellen Genesung auch. Es ist leider so, dass Veränderungen, wie zB im Transport der Botenstoffe des Hirns, etc etc, psychische Störungen hervorrufen können, die man effektiv quasi nur mit Medikamenten wegkriegt.

Dir gute Besserung, und viel Glück,
Isabel

PS: Sorry, hab vergessen, Dich zu fragen: um was für einen Arzt handelt es sich denn bei Deinem alten Bekannten? Psychologe/Psychater oder was anderes?

PPS: Du kannst mich auch gerne per mail anschreiben

Hallo Nick,

Angstattacken kommen bei vielen Krankheiten vor, nicht nur bei psychischen Störungen. Es sind in der Tat so viele, daß ich sie hier nicht alle aufzählen kann. Informationen zu Angstattacken (auch Panikattacken) genannt, findest Du hier:

http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/Ps…

Dort findest Du auch einige Krankheitsbilder, bei denen diese Attacken auftreten und die nicht unter die psychischen Störungen fallen.

Zu Angststörungen allgemein gibt es hier Infos:

http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/Ps…

Aber - wie gesagt - es gibt noch eine Reihe weiterer Krankheiten, darunter auch andere psychischen Störungen, die keine Angststörungen sind, bei denen Angstattacken vorkommen.

Außerdem kommen Angstattacken auch bei ansonsten unauffälligen Personen vor.

Insofern ist es leider schlechterdings unmöglich, etwas über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten speziell Deiner Angstattacken zu sagen. Was man aber sagen kann, ist, daß es in vielen Fällen weder notwendig noch hinreichend ist, sie medikamentös zu behandeln.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Nick,

Angstattacken kommen bei vielen Krankheiten vor, nicht nur bei
psychischen Störungen. Es sind in der Tat so viele, daß ich
sie hier nicht alle aufzählen kann. Informationen zu
Angstattacken (auch Panikattacken) genannt, findest Du hier:

http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/Ps…

Dort findest Du auch einige Krankheitsbilder, bei denen diese
Attacken auftreten und die nicht unter die psychischen
Störungen fallen.

Zu Angststörungen allgemein gibt es hier Infos:

http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/Ps…

Aber - wie gesagt - es gibt noch eine Reihe weiterer
Krankheiten, darunter auch andere psychischen Störungen, die
keine Angststörungen sind, bei denen Angstattacken vorkommen.

Außerdem kommen Angstattacken auch bei ansonsten unauffälligen
Personen vor.

Insofern ist es leider schlechterdings unmöglich, etwas über
die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten speziell Deiner
Angstattacken zu sagen. Was man aber sagen kann, ist, daß es
in vielen Fällen weder notwendig noch hinreichend ist, sie
medikamentös zu behandeln.

Hi Oliver, bei dem der mir Medikamente verschreiben will, bin ich gerade.

Ich hatte heftige Probleme mich an einem fremden Computer mit meinem Namen bei w.w.w einzuloggen. Diese Internetkekse sind doch recht resistent. ;-((

Eine Erklärung suche ich für meine Angstatacken. In den 90ern hatte ich das Pech in Kroatien in einen Krieg zu geraten. Das machte mir furchtbare Angst. Ich habe es aber überlebt. Habe es verarbeitet. Selbstanalyse.

Meine derzeitige „Angst“ macht mir aber richtig Angst. Weil, die verstehe ich nicht. Danke auch für die Links.

Gruß
Nickolas

Grüße,

Oliver Walter

Hi Nick,

bei dem der mir Medikamente verschreiben will, bin ich gerade.

ist er Fachmannn für die Art Deiner Beschwerden?

Ich hatte heftige Probleme mich an einem fremden Computer mit
meinem Namen bei w.w.w einzuloggen. Diese Internetkekse sind
doch recht resistent. ;-((

Habe ich bemerkt.

Eine Erklärung suche ich für meine Angstatacken. In den 90ern
hatte ich das Pech in Kroatien in einen Krieg zu geraten. Das
machte mir furchtbare Angst. Ich habe es aber überlebt. Habe
es verarbeitet. Selbstanalyse.
Meine derzeitige „Angst“ macht mir aber richtig Angst. Weil,
die verstehe ich nicht.

Wie äußern sich Deine Attacken genau? Gibt es noch andere Dinge, die Dich in dem Zusammenhang belasten? Z.B. plötzliche Erinnerungen an damals oder wiederkehrende Träume an diese Zeit?

Im Zusammenhang mit Deinen Kriegserlebnissen habe ich noch einen Link, der Dir eventuell weiterhelfen könnte:

http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/Ps…

Beste Grüße,

Oliver

Moin Oliver,

nochmals Dank für die Links. Irgendwie kam mir da mein „Problem“ nicht mehr als Problem vor. Ich schämte mich. Deshalb löschte ich meinen vorherigen Artikel.

Gruß Nickolas

Moin, Nickolas,

nochmals Dank für die Links. Irgendwie kam mir da mein
„Problem“ nicht mehr als Problem vor.

für mich hört sich

Auto fahren traue ich mich nicht mehr, selbst zum Briefkasten gehen
entwickelt sich für mich schon zu einem „Abenteuer“ der merkwürdigen
Art.
Durch diesen „Scheiß“ ist meine wirtschaftliche Existenz ernsthaft
bedroht.

ernstzunehmend an. Vielleicht überlegst Du Dir doch noch, einen (anderen) Spezialisten aufzusuchen.

Ich schämte mich.

In Anbetracht der Beeinträchtigungen, die Du geschildert hast, empfand ich Deine Anfrage hier im Forum als vollkommen berechtigt.

Wie auch immer Du Dich entscheiden magst, ich wünsche Dir alles Gute.

Beste Grüße,

Oliver Walter

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Hallo!

Durch diesen „Scheiß“ ist meine wirtschaftliche Existenz
ernsthaft bedroht.

Glaub ich dir gern. Wie wäre es, wenn du nicht „sauer“ auf dich und deinen Körper wärst? Ich litt auch unter Panikattacken und ich weiß, wie „scheiße“ und „nervig“ das ist, aber dein Körper versucht dir etwas zu sagen und es ist, auch wenn du es nicht glaubst, in der Regel ein positives Zeichen. Dein Körper sagt dir nämlich, „so und nicht weiter“.

Ich habe auch ständig nach den Ursachen der Attacken gesucht (und ich hatte 1 Jahr vorher was Schlimmes erlebt), aber im Wesentlichen ist es nicht so wichtig zu wissen, woher sie kommen, sondern WIE du mit ihnen leben kannst.

Mir haben Tabletten (sie helfen dir) und eine Verhaltenstherapie geholfen.

Liebe Grüsse und Alles Gute*Diana

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Eine Erklärung suche ich für meine Angstatacken. In den 90ern
hatte ich das Pech in Kroatien in einen Krieg zu geraten. Das
machte mir furchtbare Angst. Ich habe es aber überlebt. Habe
es verarbeitet. Selbstanalyse.

Hi Nick,

im Bezug auf post traumatic stress kenne ich mich zwar nicht aus, aber ich würde doch mal denken, dass es durchaus möglich ist, dass Symptome viel später auftreten - eben genau dann, wenn man DENKT es verarbeitet zu haben, und an das Erlebte nicht mehr (bewusst) denkt.

Du schreibst zwar, Du hättest es verarbeitet, aber ich wage auch hier zu vermuten, dass Du Dir da gar nicht so sicher bist, ob das der Fall ist.

Auf jeden Fall solltest Du dich für Dein Problem nicht schämen, es für abnormal, für ‚psychisch erkrankt‘ im Sinne des Stigmas, ansehen.

Sondern Dir klarmachen, dass es dann weitergehen wird in deinem Leben, wenn Du das Problem, wie Du eben gerade tust, angehst.

An ‚Selbstverschulden‘ in Deinem Fall glaube ich nicht.
Aber selbst wenn - was wär dann? Wär das ein Grund zu sagen, ich hab’s mir eingebrockt, also muss ich da auch selber wieder raus, ohne Meds und Hilfe??

Gruss, und Dir nochmal viel Erfolg,
Isabel

Hi all.

ich veschwinde jetzt nach Irland. Einfach mal nur Ruhe haben.
Danke für eure Antworten.

Gruß Nickolas