Hi Ulrike,
du hast es gut getroffen. Hier in der Region werden fast nur Produktionskräfte gebraucht. Dementsprechend bekam ich nur selten kaufmännissche Einsätze. Und selbst von denen wurde ich einmal sogar „knall auf Fall“ weggeholt… obwohl kein anderer Job da war und der Auftraggeber mich noch weiter haben wollte.
Dann habe ich ca.4 Wochen zu hause gesessen und von Urlaub und Überstunden (Zeitkonto) gelebt und auf Auftrag gewartet.
Da hier sehr viele Zeitarbeiter sind, und die Firmeaauch jede Woche 10 neue einstellt, ist der Druck auf einen „doofen Helfer“ (weil eben keine kfm.-einsätze da sind)groß.
Wortwörtlich wurde mir mehrmals gesagt: „Wenn sie den Job nicht machen, erhalten sie die Kündigung“
Ich habe ohne Schutzkleidung taglang ätzende und giftige Chemikalien abgefüllt, ohne Schutzausrüstung in Metallfeinstäuben Schichten schieben dürfen, Monatelang in 8-Stunden-Wechselschicht ohne irgendwelche Pausen arbeiten dürfen…
Es wurden alle Arbeitsschutzverordnungen und Gesetze ignoriert von Seiten der ZA.
Dieses Jahr dann hatte ich in einer Firma zunächst 1 Maschine zu fürhen, die 400 Stück am Tag schaffte. ImLaufe von 4 Monaten hatte ich dann 3 Maschinen mit jeweils 5.000 Stück zu bedienen.
Es ging darum, auch alles von der Maschjine abzupacken , zu sortieren , zu falten und einzupacken. Pro Maschine hatte man im Durchschnitt 12 Sekunden Zeit für diese Arbeit.
Die Leistungssteigerung duften nur die Zeitabeiter bringen. Es gab da aber keine Pausen. Selbst Toilettenpause bekam man bei Schichtende angekreidet. Die Maschinenzeiten hatten dadurch einen Verlust von 2 Minuten für „Pieseln“.
Geld gab es dafür nicht zusätzlich.
In Folöge dieser Arbeit bekam ich dann mehrmals in Folge schwerrwiegende Entzündungen, wodurch in dann krank geschrieben wurde (je 3Tage).
Mit einer Bestätigung vom Arzt erhielt ich dann einen anderen Auftrag.
Dierse Bestätigung vom Arzt (wegen Entzündung durch die gleichförmige Arbeit) wurde mir dann Weihnachten zu meinen Lasten ausgelegt:
„Sie haben sich selbst das Genick gebrochen mit Ihrm Attest. Sie dürfen nicht mehr schwer heben. Deshalb verlängern wir Ihren Vertrag nicht“
Wortzitat des Sachbearbeiters.
Richtigstellung, dass Attest nichts meit Heben zu tun hatte, wurde gleich abgewehrt.
„Sie müssen sich das erst einmal richtig durchlesen“… Behandlung wie „Kleindoof“.
Die Textform hatte ich mit Arzt genau deshalb besprochen gehabt, damit da nichts mit Heben drin steht. und ne Kopie hatte ich auch zu hause.
Schade, dass es um 4.Verlängerung des Vertrages ging und nicht um Kündigung. Sonst wäre das ein gefundenes Fressen für jeden Anwalt gewesen.
So weichen also die erfahrungen ab in der Zeitarbeit.
Gruß
BJ
ich war 3,5 Jahre jetzt als kfm. Angestellte bei einem großen
deutschen Elektrokonzern beschäftigt. Wg. Einstellungsstopp
keine Chance auf Übernahme. In meinen Bewerbungszeiten hatte
ich überwiegend die gleichen Verdienstangebote wie bei dieser
Zeitarbeitsfirma und einige Arbeitgeber haben noch wesentlich
schlechter bezahlt !!
Ich bekam Weihnachts-, Urlaubs- und Fahrgeld (nach
Zughörigkeit steigend genau wie beim Urlaub). Mein ZA-Chef kam
2 x im Jahr vorbei und fragte wie es geht (auch beim
Firmen-Chef natürlich). Weihnachten gabs
Geschenke/Aufmerksamkeiten und eine Weihnachtsfeier. Sogar
eine Gehaltserhöhung war in den 3,5 J. drin.
Letztes Jahr bekam ich ein Angebot vom diesem Konzern direkt,
für einen anderen Job - allerdings stellten sie mich trotzdem
nicht direkt beim Konzern ein, sondern hatten 2 Firmen
dazwischengeschaltet - quasi die hauseigene „Zeitarbeit“.
Tarif gab es für mich nicht, sondern, da quasi neue Firma,
auch gleich neue Haus-Tarife. Kein Weihnachts-/Urlaubsgeld
mehr, einen BEFRISTETEN Vertrag; der nochmals im 2. Jahr
befristet bleibt bevor er dann in einen unbefristeten
umgewandelt wird.
Mein disziplinarischer Chef ist 150 km entfernt, mit den
dortigen Kollegen habe ich nichts zu tun.
Betreut und behandelt wurde ich bei der ZA vorher wesentlich
persönlicher und besser. Habe mich nicht einmal als
KULI/SKLAVE o.ä. gefühlt.
In dieser Position jetzt bei der Firma direkt (oder faktisch
indirekt) angestellt sind die Zusammenhänge völlig verloren
gegangen. Ich bin trotzdem eine von einer Fremdfirma.
Bei Zeitarbeitfirmen mag es schwere Unterschiede geben - bei
Firmen allerdings auch!
Wenn ihr euch fragt, warum ich den Wechsel gemacht habe:
Die vorherige Stelle über Zeitarbeit wurde aufgelöst.
Gruß
Ulrike
ich war heute bei einem Vorstellungsgespräch und die Dame
sagte mir gegen Ende des Gespräches, dass es bei ihrem
Unternehmen so üblich ist, dass der potentielle Bewerber erst
für ein Jahr über eine Zeitarbeitsfirma angestellt ist, die
Vertragsklausel beinhaltet, dass ich nur bei diesem
Unternehmen für ein Jahr beschäftigt bin und bei keinem
Arbeitgeber beschäftigt werde. Anschließend besteht die Chance
auf Übernahme.
Könnt ihr mir sagen, weshalb Firmen so etwas machen? Davon
habe ich schon des Öfteren gehört, also dass man bei einem
Unternehmen arbeitet, aber bei einer Zeitarbeitsfirma
angestellt ist.
Was hat der Arbeitgeber für ein Nutzen daraus? Die Zeitarbeit
ist doch wesentlich teurer als wenn man einen Bewerber direkt
anstellt oder? Der Arbeitgeber kann mich doch auch wenn er
einen festen Vertrag hat jederzeit rauswerfen, da es doch die
Probezeit gibt.
Verstehe ich nicht wirklich…
Danke & Gruß
Jan