Hallo!
Ich habe seit einiger Zeit mit einer diffusen Angst zu tun, die mich
sehr beeinträchtigt. Ich weiß, dass ich da „ran“ muss, bin auch dabei,
eine Therapie zu suchen.
Möchte mich aber in der Zwischenzeit etwas entlasten. Gibt es
vergleichsweise „harmlose“ Medikamente, die gegen Angst helfen? Bisher
habe ich es nur mit Baldrian versucht, und das nutzt nix.
Ich habe schon recherchiert, bin aber nicht richtig schlau geworden, weil ich die genannten Medikamente nicht einschätzen kann. Ich suche jetzt entweder eigene Erfahrungen oder eine fachkundige Auskunft, welche Möglichkeiten es geben könnte.
Klar gehe ich bei Bedarf zum Arzt, aber ich wollte erstmal hören, ob’s
da was gibt oder ob ich mir den Besuch sparen kann.
Hoffe sehr auf Eure Hilfe,
lieben Dank vorneweg!
Mala
Hallo Mala
Baldrian, welches Du erfolglos probiert hast, ist wohl das bekannteste Naturheiulmittel gegen Angst, gehört zweifellos auch zu den harmlosen. Wie oft in der Medizin, ist das Harmose mit dem (Fast-)Wirkungslosen gepaart, eine leider unschöne, aber nicht zu ändernde Tatsache.
Sehr bekannt und sehr wirksam, aber auch sehr gefährlich, weiul sehr schnell abhängig machend, sind die sogenannten Benzodiazepine, z.B. Valium, Adumbran, Lexotanil, Tavor, Rohypnol und wie sie alle heißen.
Sie wrken schnell, snd angenehm und machen schnell abhängig. Viele Leute „kommen nicht mehr runter von dem Zeug“.
Dann gibt es noch einiges Feines im Bereich der anti-psychotischen Medikation, die auch angst-lösend wirken, ich meine die Stoffgruppe der Neuroleptika.
Am besten ist aber, Du wendest Dich an einen Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie (das ist der neue Facharzt, welcher den alten Facharzt für Psychiatrie und Neurologie ablöst), wo Du alles aus einer Hand bekommst: Therapie und Medikation, wenn notwendig oder sinnvoll.
Gruß,
Branden
Hallo,
nix ist harmlos, es kommt auf die Menge an. Baldrian, Hopfen und Passionsblume sind als Konzentrat in „Moradorm S“ enthalten. Wirkt beruhigend und entkrampfend. Und funktioniert vor allem wirklich.
Ausserdem beruhigt ungemein, das Mitführen eines stärkeren, nichtpflanzlichen Mittels. Ohne Abhängigkeitspotential. Zum Beispiel Insidon. Ein kleiner Hammer, verschreibungspflichtig und wirklich nur im Notfall zu nehmen. Am besten aber gar nicht.
Den Gang zum Arzt jedoch ersetzt nichts. Du musst die Ursache für Deine Angst herausfinden. Nur so kannst Du sie loswerden. Es gibt zwei Arten von Behandlung, zum eine die Tiefenpsychologie mit mindestens 50 Stunden Sitzung. Zum anderen die Verhaltenstherapie, hier lernst Du oft schon in 25 Stunden mit Deiner Angst umzugehen.
Die ersten 5 Stunden sind Probestunden, Du könntest danach die Methode und/ oder den Arzt wechseln.
Viel Erfolg und Alles Gute!
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Hallo, Mala!
Kann hier mit eigenen Erfahrungen dienen, weil ich letztes Jahr eine ziemlich traumatische Phase hatte und unter Angstattacken und Schlafstörungen litt (unter anderem) und stellenweise auch noch leide.
Ich habe großen großen Respekt vor allen „Psycho-Hämmern“ wie Antidepressiva und Co und mich damals strikt geweigert, das Zeug zu nehmen, weil ich dachte, solange ich mit den unten aufgeführten Sachen hinkomme, nehme ich nichts anderes. Und ich habe bis heute keine „Chemiekeulen“ nehmen müssen! (Wobei ich natürlich auch einsehe, daß es, wenn es zu heftig wird, manchmal keine andere Möglichkeit mehr gibt!)
Hier eine Liste der Mittel, die ich genommen habe:
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für konkrete Panikattacken: „Rescue“-Tropfen --> Bachblütenmischung, die es fertig in der Apotheke zu kaufen gibt. Machen zwar etwas „dumpf“, beruhigen aber ungemein. Wirkung hält allerdings nur kurz an, so etwa eine bis zwei Stunden.
(man mag von ihrer Wirksamkeit überzeugt sein oder auch nicht: Mir haben sie jedenfalls geholfen!)
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zum Einschlafen: „Avena Sativa comp.“, homöopathisches Mittel zur Beruhigung und zum Einschlafen; ich habe allerdings weniger genommen als angegeben (so 10 bis 15 Globuli), das hat dicke gereicht und mich gut schlafen lassen (wenn auch wirklich bombenfest, also nicht zu spät nehmen, sonst kommt man morgens nicht raus!)
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zum täglichen Beruhigen und Aufmuntern: Johanniskrautkapseln (gibt es z.B. von dm, die sind nicht teuer, hoch konzentriert und wirken!). Wirken ganz sanft und entspannen die Grundstimmung. Streßzustände waren für mich einfacher zu ertragen, weil meine Laune besser war (also nicht schwarz, sondern zartgrau); machen mich auch nicht dumpf oder high oder so, sondern einfach ein bißchen positiver.
Soweit meine Erfahrungen, ich hoffe, das war hilfreich! Viel Erfolg und so bei der Therapie und alles Gute!
Beste Grüße,
Smiri
Hallo Branden,
Dann gibt es noch einiges Feines im Bereich der
anti-psychotischen Medikation, die auch angst-lösend wirken,
ich meine die Stoffgruppe der Neuroleptika.
diese Medikamente werden in Deutschland recht häufig zur psychopharmakologischen Behandlung von Ängsten eingesetzt. Sie sind dazu jedoch nicht die effizientesten Substanzen und bergen zudem nicht geringe Risiken selbst bei niedriger Dosierung.
Beste Grüße,
Oliver Walter
Huhu!
Sehr bekannt und sehr wirksam, aber auch sehr gefährlich,
weiul sehr schnell abhängig machend, sind die sogenannten
Benzodiazepine, z.B. Valium, Adumbran, Lexotanil, Tavor,
Rohypnol und wie sie alle heißen.
Alprazolam zumindest (und ich meine, das gilt für die meisten Benzos) kann bei Gewöhnung soweit ich weiss auch Angstauslösend wirken …
Wenn man mal von der Suchtgefahr (und den Nebenwirkungen) absieht, wäre das für mich ein Grund, das Zeug nicht zu nehmen.
Grüßlis!
Scrabz aka Philipp (aka Drache).
Danke!!!
Hallo,
und vielen Dank Euch allen für Eure detaillierten Antworten und Erfahrungen! Bin ganz gerührt, dass Ihr Euch so hineingedacht habt!
Die stärkeren Medikamente werde ich vermeiden, falls es irgend geht. Abhängig wollte ich dann doch nicht werden…
Ich versuch’s jetzt erstmal mit Johanniskraut und, wie gesagt, Therapie ist auf dem Weg. Drückt mir die Daumen, ja?
Gute Wünsche für Euch,
Mala
Hallo!
Kann auch mit eigenen Erfahrungen dienen.
Habe auch zu großen Respekt vor ADs. Nehme nun Neurapas (rezeptpflichtig) und damit gehts mir prima!!
Viel Glück und Du schaffst das!
Pia
Hallo Pia,
auch Dir: danke für Deinen Tip und die mutmachenden Worte! Ich werde mich nach Neurapas erkundigen!
Alles Gute,
Mala