Angstzustände

Nach 3 Jahren Psychopharmakatherapie habe ich nun endlich den Absprung von den Medikamenten geschafft.
8 Monate später: Leider bemerke ich immer öfter, dass ich nun wieder Panik bekomme, sei es bei Autofahren, beim Rausgehen im allgemeinem, oder sonst irgendwelchen Kleinigkeiten, die zum Leben gehören. Es kostet mich immer mehr Überwindung diese kleinen Dinge zu tun.
Kann mir jemand helfen? Was kann ich dagegen tun. Kennt jemand diese Panik und wie geht er damit um? Ich will keine Pillen mehr nehmen!

l.g netty

liebe annette,

du schreibst von psychopharmakatherapie…du hast nur medikamente gegen deine angstattacken genommen oder wie ist das zu verstehen?
ansonsten erstmal meine hochachtung, dass du es bereits 8 monate ohne medis geschafft hast!
manchmal schafft man es auch ohne, manchmal braucht man sie eben doch nochmal…du solltest dich da nicht selber überfordern.-)

weisst du, was der auslöser deiner angst ist? vielleicht hat sich ja in den letzten monaten wieder etwas heimlich eingeschlichen, was schon früher deine ängste verursacht hat?

ich denke, du gehst schon richtig damit um, indem du dir menschen suchst, denen es vielleicht ähnlich geht.-)
wünsche dir viel kraft und mut!!

tina

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Hallo Annette,

Kann mir jemand helfen? Was kann ich dagegen tun. Kennt jemand
diese Panik und wie geht er damit um? Ich will keine Pillen
mehr nehmen!

die Aussagen von Netty sind schon grundsätzlich in Ordnung, ich bezweifle allerdings aus meiner Erfahrung mit Angstpatienten, die ich über mehrere Jahre begleitet habe, dass du die Sache so einfach in den Griff bekommst, wenn du die Medikamente vollständig absetzt. Die Gefahr liegt ganz eindeutig darin, dass du die Kontrolle verlierst - das habe ich in vielen Fällen erlebt, allerdings ist das Problem bei dir zusätzlich besonders verschärft, da du drei Kinder hast, um die dich kümmern musst, und die ein Recht darauf haben, dass ihre Mutter nicht aus der Selbstüberschätzung heraus eigenständig die in der Regel sinnvollen, meistens sehr wichtigen Medikamente absetzt.

Ich kann dir also nur dringend raten, deine Medikamente nur unter ärztlicher (vielleicht psychologischer) Begleitung sehr vorsichtig zu reduzieren - wenn überhaupt (denn im Grunde ist es ja keine Schande, wenn man Medikamente nehmen muss). Das Gefühl der Abhängigkeit ist nicht auf die Medikamenteneinnahme beschränkt; du wirst dich über kurz oder lang dann wahrscheinlich von anderen Dingen abhängig fühlen. Warum bleibst du dann nicht gleich bei den wirkungsvollen und hilfreichen Tabletten?

Also noch einmal: Was du tust, wenn du die Medikamente absetzt, ist unter Umständen gefährlich - für dich, aber durchaus nicht nur für dich, sondern vor allem auch für deine Kinder. Ihr Interesse ist es, eine stabile Mutter zu haben - und das geht manchmal nicht ohne Medimente.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas,

Ich habe die Tabletten unter Aufsicht meines Arztes abgesetzt und auch langsam, es war nicht einfach von Heute auf Morgen, auch das Risiko war mir bewusst, denn mein Arzt hat mich aufgeklärt. Ich habe auch die Tabletten nicht abgesetzt, weil ich mich dafür geschämt habe, sondern, weil ich 30 Kilo zugenommen habe und nun endlich am abnehmen bin. 15 Kilo sind geschafft und ich bin stolz drauf. Mein Selbstwertgefühl steigt dabei und meine Leber erholt sich auch. Ich hatte Wasseransammlungen die mir fast das Herz abgedrückt haben, das ist noch nicht ganz weg, aber es wird besser.
Ich sah einfach keinen Sinn mehr darin für alle anderen Menschen dieser Welt anders zu sein als ich wirklich bin. Ich hab keine eigene Meinung mehr gehabt und war ein ganz friedliches Dingerl mit der man machen konnte was man wollte. Das schlimme daran war, dass es mir vollkommen egal war. Heute ist das nicht mehr so, ich sage meine Meinung, ich lasse mir nicht mehr alles gefallen und meine Kinder haben kein Problem mit mir. Der Kleine ist der einzige der ständig zu Hause ist, das heißt ich bin in keinster Weise überfordert, oder es fehlt ihm an irgendwas. Ich möchte nur einfach wissen, was ich machen kann, wenn ich so eine Angstphase habe. Früher habe ich immer rote Ohren bekommen als kleines Kind, wenn mich wer angesprochen hat. Dann habe ich hab mir immer gedacht bevor es los ging „pass auf gleich bekommst du wieder rote Ohren“ dann hat es aufgehört. Weil ichs damit geschafft habe, dachte ich es gibt da auch so ein kleines Mittelchen, nur finde ich es nicht heraus.
Es ist auch noch nicht so, dass ich mich nicht mehr vom Fleck bewegen kann, aber es stört mich einfach. Ich bin auch im vollem Besitz meiner geistigen Kräfte „noch“ Wenn es eben nicht anders geht, werde ich auch noch mal eine Therapie machen, aber ohne Tabletten!

herzliche Grüße Annette

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Hallo Tina,

nein ich hatte früher keine Angst, sondern ich musste etliche Kindesmissbräuche in meiner Familie wegstecken, aber ich habe bei meinem eigenem Kind schlapp gemacht. Ich hatte schlicht und einfach einen mächtigen Nervenzusammenbruch nach der Verhandlung. Meine eigenen konnte ich nicht verarbeiten und das kam dann alles drauf.
Die Therapie hat mir geholfen drüber zu reden und auch zu verarbeiten. Ich habe geschrieben um zu vergessen, auch das hat gut getan. wärend der Beghandlung bekam ich erst Fluctin und saroten, dann bekam ich cipramil zum abschwächen, das nahm ich dann noch 1 Jahr und dann hab ichs ausgeschlichen, ganz brav wie vom Arzt empfohlen.
Aber nun habe ich eben machmal diese Angstzustände, aber eigentlich erst richtig, seit ich so einen kleinen doofen Auffahrunfall hatte, so blöde wie das klingen mag :smile: Der erste nach 10 Jahren Führerschein, ich war völlig fertig, wie mir das passieren konnte.
Dann ging das erst los.

liebe grüße Annette

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Hallo Annette,

Ich habe die Tabletten unter Aufsicht meines Arztes abgesetzt
und auch langsam, es war nicht einfach von Heute auf Morgen,
auch das Risiko war mir bewusst, denn mein Arzt hat mich
aufgeklärt.

das klingt ja vorerst alles ganz gut. Wenn das so ist, wie du es beschreibst, dann kannst du mein Posting gerne als Bestätigung deiner Vorsicht nehmen, quasi als Lob.

Ich allerdings hätte noch Bedenken, was dies hier angeht:

Ich habe auch die Tabletten nicht abgesetzt, weil
ich mich dafür geschämt habe, sondern, weil ich 30 Kilo
zugenommen habe und nun endlich am abnehmen bin. 15 Kilo sind
geschafft und ich bin stolz drauf. Mein Selbstwertgefühl
steigt dabei und meine Leber erholt sich auch. Ich hatte
Wasseransammlungen die mir fast das Herz abgedrückt haben, das
ist noch nicht ganz weg, aber es wird besser.

Ich zweifle etwas, ob man sein Selbstwertgefühl am Gewicht festmachen sollte. Ich selbst bin auch übergewichtig (ca. 90 Kilo bei 161 cm Körpergröße), störe mich daran aber nicht sehr. Möglicherweise ist dein Übergewicht extremer, dann kann ich nicht mitreden, sorry.

Ich sah einfach keinen Sinn mehr darin für alle anderen
Menschen dieser Welt anders zu sein als ich wirklich bin. Ich
hab keine eigene Meinung mehr gehabt und war ein ganz
friedliches Dingerl mit der man machen konnte was man wollte.
Das schlimme daran war, dass es mir vollkommen egal war. Heute
ist das nicht mehr so, ich sage meine Meinung, ich lasse mir
nicht mehr alles gefallen und meine Kinder haben kein Problem
mit mir. Der Kleine ist der einzige der ständig zu Hause ist,
das heißt ich bin in keinster Weise überfordert, oder es fehlt
ihm an irgendwas.

Wenn du das so (insbesondere das letztere) klar ausschließen kannst, bin ich zufrieden - habe aber selbstverständlich weiterhin Bedenken, ob du dich da richtig einschätzt. Aber wenn das so ist, ist es gut.

Ich möchte nur einfach wissen, was ich
machen kann, wenn ich so eine Angstphase habe. Früher habe ich
immer rote Ohren bekommen als kleines Kind, wenn mich wer
angesprochen hat. Dann habe ich hab mir immer gedacht bevor
es los ging „pass auf gleich bekommst du wieder rote Ohren“
dann hat es aufgehört. Weil ichs damit geschafft habe, dachte
ich es gibt da auch so ein kleines Mittelchen, nur finde ich
es nicht heraus.

Das klingt ganz anders, als das erste Posting, in dem es mir so schien, als sei deine Angst pathologischer Natur. Hier hingegen beschreibst du etwas ganz Normales, wenn auch Lästiges (rote Ohren). In diesem Fall könnte schon ein Gesprächskreis, eine Selbsthilfegruppe oder vielleicht sogar gemeinsames Erleben von Sport ein Anfang der Hilfe sein - einfach eine gemeinsame Tätigkeit, in der du deine Stärken förderst - und deine Schwächen als relativ unwichtig erkennst und annimmst (sehr wichtig!). Allerdings frage ich mich, warum du in diesem Fall Medikamente bekommen hast. Wie heißt/heißen den das/die Mittel?

Ich bin auch im vollem Besitz meiner geistigen Kräfte „noch“

Ich habe daran nie gezweifelt, auch wenn das vielleicht so rübergekommen ist. Nur manchmal ist das eben nicht so bzw. glaubt man nur, dass das so ist. Wie es tatsächlich ist, kann ich über diese Entfernung nicht beurteilen.

Wenn es eben nicht anders geht, werde ich auch noch mal eine Therapie
machen, aber ohne Tabletten!

Die Absicht finde ich grundsätzlich lobens- und anerkennenswert.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Mit großem Interesse
habe ich alle Artikel zu dieser Frage gelesen. Eine sehr liebe Kollegin und Freundin hatte ihr ganzes Leben lang Panikattacken, die bis zu Herzrhythmusstörungen verbunden mit Todesangst gingen. 9 Jahre Psychotherapie - erst wöchentlich, dann 14-tägig bis jetzt zwei- 3-monatlich geht sie in die Therapie. Schon nach relativ kurzer Zeit konnte sie die Medikamente absetzen. Sie bekommt jetzt hin und wieder auch noch Panikattacken, aber sie ist darauf vorbereitet, hat sie in ihr Leben integriert und kann damit umgehen. Sie sagt: „Hallo Angst, da bist du ja wieder. Was machen wir nun miteinander?“ In der ärgsten Zeit hat sie sich während einer Attacke immer dort wo sie gerade war hingesetzt und zu schreiben begonnen. Alles was sie spürte und fühlte. Das hat sie abgelenkt und so gingen die Attacken immer schneller und schneller vorbei. Geholfen hat ihr auch manchmal die „Paradoxe Intention“, d.h., wenn sie spürte oder Angst hatte, die Angst könnte kommen hat sie gesagt: „Ja, ok, jetzt werde ich gleich eine fürchterliche Attacke bekommen. Ich wette, so eine hatte ich noch nie. Die wird noch viel ärger als jede, die ich bisher erlebt hatte…“ und siehe da - sie blieb aus. Ich wünsch dir so sehr, dass du einen Weg findest, darüber hinweg oder zurecht zu kommen! Irene

Hallo Thomas,
die Angstzustände sind nicht normal, das weiß ich, es sind nicht diese „normalen“ Ängste, es ist, wie soll ich sagen…
Z.B. Ich fahre jeden Tag den gleichen Weg und ganz plötzlich habe ich Angst dass ich mich verfahren könnte, dass etwas schlimmes passieren könnte, oder ähnlich, wenn es normala Angst wäre, hätte ich nicht hier gepostet. Oder mein Kleiner ist in der Schule und das Telefon klingelt, dann erschreck ich mich manchmal zu tode, weil es könnte etwas passiert sein…solche doofen Ängste sind das. Ich traue mir auch nichts neues mehr zu, aus Angst es könnte falsch sein…und das ist nicht normal, aber was ist schon normal :smile:
Ich weiß nur nicht wie ich mit dieser Angst umgehen soll, wenn ich sie habe. Der Zustand hält auch nicht ewig an, aber ich merke, dass die Abstände immer kürzer werden, das macht mir Sorgen, weil ich schon von solchen Angstneurosen gehört habe, wo die Menschen nicht mehr aus dem Haus gehen und so, so weit will ichs nicht kommen lassen.
Ich habe zu dem letzten Thread schon geantwortet warum ich die Pillen schlucken musste. Es war keine Angstneurose, sondern ein Nervenzusammenbruch aus dem Grund, dass meine Tocher mit 6 Jahren vergewaltigt wurde und ich meinen eigenen Missbrauch selbst noch nicht verarbeitet hatte.
Im Gegenteil, ich war eigentlich ein Draufgänger, hatte seit meiner Pupertät keine Angst vor nichts, deshalb bin ich ja so entsetzt über diese Entwicklung.
Ich habe Fluctin, Saroten genommen und später zum absetzen 1/2 Jahr Cipramil und 1 Jahr ausgeschlichen, damit habe ich wenigstens nicht mehr zugenommen. Was das Problem Fettsucht angeht: Ich war nie vorbelastet, hatte nicht zu viele und nicht zu wenig Pfunde, aber wenn man in einem Jahr fast 30 Kg zunimmt, dann bekommt man Panik, würdest Du sicher auch bekommen ich hatte zum Schluss 105 Kg, dass war zu viel und ich hatte Fettsucht, mein Arzt sagte, sie müssen abnehmen, aber ich hatte es nicht in der Hand. Nun hab ich es in der Hand 15 Kg in 8 Monaten, damit bin ich zu frieden.
Ich mache gewiss das Gewicht nicht davon abhängig, ob mich wer mag oder nicht, das ist mir egal, aber ich konnte mich nicht mehr bewegen und hatte dadurch die nächste Depression im Anmarsch, mir tat alles weh und bei jeder Bewegung knallten mir die Fettschwarten um die Beine, das hat was mit Esthetik zu tun und nicht mit Schönheit. Es gibt gewiss wunderschöne Frauen die dick sind, dann ist das ok, aber ich nicht :smile:vor allem bei einer Größe von 182, dann kommt ein Tempel und kein Moppelchen :wink:
Ich habe einen wunderbaren Sohn, der hyperaktiv ist, aber er steht bei mir im Mittelpunkt, er ist mein kleiner Prinz und wird auch so behandelt, um den musst Du Dir keine Sorgen machen. Er bekommt Therapie, hat seine Mama die immer für ihn da ist und sich mit ihm beschäftigt, da gibts bestimmt andere Mütter, die keine Deprie haben und keine Angstzustände, wo man sich Sorgen machen müsste.
Ich mache mir Sorgen um mich *g

liebe Grüße Annette

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Hallo Irene,
vielen Dank für den Tip, vielleicht schaffe ich es damit ja auch :smile: Ist ja fst wie mit den roten Ohren *gg man hätte nur umdenken müssen :smile:
Ich wünsche mir auch, dass diese Phase schnell wieder vorbei geht bevor sie ausartet. Das Gute an der Sache ist, ich habe sie erkannt und kann eingreifen, wenn es geht, wenn mans nicht merkt, ists meist schon zu spät bei den psychischen Sachen.
Ich werds geleich beim nächsten mal ausprobieren, das Herzrasen habe ich auch schon dazu…leider, aber ich werd mir Mühe geben und es in Griff bekommen.
Wenn Thomas Recht behält muss wieder eine Therapie ran, aber erst mal die bewährten Hausmittelchen :smile:)

Danke, sagt ganz lieb Annette

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Hallo Annette,

Ich habe zu dem letzten Thread schon geantwortet warum ich die
Pillen schlucken musste. Es war keine Angstneurose, sondern
ein Nervenzusammenbruch aus dem Grund, dass meine Tocher mit 6
Jahren vergewaltigt wurde und ich meinen eigenen Missbrauch
selbst noch nicht verarbeitet hatte.

in so einem Fall würde ich auf jeden Fall an eine psychologische Therapie denken.

Ich habe Fluctin, Saroten genommen und später zum absetzen 1/2
Jahr Cipramil und 1 Jahr ausgeschlichen, damit habe ich
wenigstens nicht mehr zugenommen.

Ich verstehe nicht ganz, warum bei Angstphänomenen Antidepressiva verschrieben werden, aber da ich keine Diagnose diesbezüglich stellen kann, vermute ich, dass diese Medikamente ursprünglich nur für eine Übergangszeitraum gedacht waren.

Ich mache mir Sorgen um mich *g

Mein Rat: Kümmere dich dringend um eine psychologische Therapie! Damit kann dir vielleicht besser geholfen werden. Ich würde an eine Gesprächstherapie denken, bin mir da aber nicht ganz sicher.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas,

das denke ich mir auch, das Forum sollte auch kein ärztlicher Ersatz sein. Aber ich versuchs erst mal mit dem Tip unten *g
Vielen Dank, dass Du so nett geantwortet hast.

l.g. Annette

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