Hallo Sirak,
Ich erinnere mich gut daran, dass auch meine Kinder ungefähr in diesem Alter vor den gleichen Dingen Angst hatten. Es waren manchmal erschütternde Momente, wenn ich diese Angst mitansehen musste und nicht wirklich helfen konnte.
Eines Tages bin ich sogar so weit gegangen, meiner Tochter das Buch von Kübler-Ross „Kinder und Tod“ auszugsweise vorzulesen - es kostete mich Überwindung, an dieses Thema heranzugehen. Ich wusste nicht, ob es richtig ist, aber der Erfolg gab mir Recht. Meine Tochter beruhigte sich nach und nach, je mehr sie über Tod und Sterben erfuhr.
Auch was die Krankheiten betrifft: Reden und Aufklärung, auch wenn man meint, das Kind wäre zu klein dafür.
Meines Erachtens, ist es einer von vielen Entwicklungsschritten und einer von vielen Schritten auf die Welt und das Leben zu.
Da müssen die Kinder durch und es ist gut und schön, wenn sie es gemeinsam mit den Eltern machen.
Es ist schon gut, dass sie ihren Ängsten Ausdruck verleiht und diese nicht in sich verschließt.
In dieser Phase kann man mit dem richtigen Einfühlungsvermögen viel bewirken, vor allem darf man eines nicht: die Angst bagatellisieren oder versuchen „wegzumachen“. Kinder brauchen und schätzen Ehrlichkeit und wenn man ihnen kindgerecht erklärt, dass das Leben - bei aller Vorsicht und auch unter besten Bedingungen - immer ein Risiko enthält, dass immer etwas passieren kann, dann legt man einen guten Grundstein für den gesunden Umgang mit Angst.
Weiters ist es unbedingt nötig, dem Kind nahezubringen, dass - egal, was auch passiert - man damit fertig werden kann.
Eine Krankheit, eine Verletzung etc. kann man heilen. Wenn man sie nicht heilen kann, kann man trotzdem damit leben und wenn man damit nicht leben kann, dann ist es eben auch möglich, sterben zu müssen.
Nicht mehr nach draußen gehen und nicht mehr zu den Freundinnen gehen ist eine Folge der Angst und wird sich wieder ändern.
In erster Linie braucht das Kind aber Halt. Halt geben, indem man es tatsächlich fest in den Armen hält und Halt geben in allem, was es tut, denkt, fühlt.
Ich hoffe, es gelingt! Alles Gute!
Irene