Angstzustände oder Panikattacken?

Moin Oliver,

da ist mir dann noch etwas eingefallen.

Bei psychischen Störungsbeschreibungen kommt man als Laie oft
schnell darauf, daß das Beschriebene auf einen selbst oder
jemanden, den man kennt, zutreffen könnte.

Das ist wohl wahr. Seit ich mich intensiver damit beschäftige, sehe ich die Hälfte meines Umfeldes psychisch krank. Ich werde mich allerdings hüten, da als Hobby-Psychologe aufzutreten oder zu orakeln. Ich muß mich nicht unbedingt lächerlich machen. Mancher hat allerdings durchaus eine offizielle Diagnose.

[…] Laien"diagnosen" sind sehr
problematisch.

Ja, das kann ich bestätigen – ABER:
Fachmännische Diagnosen sind es zuweilen auch. Vor allem, was Gutachten betrifft!

Da versuchen Fachleute in 10 bis 30 Minuten umfangreiche Diagnosen zu stellen und haben doch kaum mehr Fakten als die Ausagen voriger Gutachten und Bescheiniungen (das ist der größte Systemfehler) und diesen paar Minuten persönlichen Gespräches mit dem Probanten.
Da kommt zuweilen ein solcher Stuß heraus, das ist oft gar nicht zu fassen. Ich habe hier Beispiele aus dem Krankheitsverlauf meiner Frau über fast alle fachlichen Instanzen. Da ist der Allgemeinmediziner, der Psychiater, der Pschotherapeut, der Psychologe, und am heftisten ein Prof. Dr. Dr. med. psych. …
Ich glaube der einzige fehlerfreie war der Neurologe, der wollte sie aber nicht behandeln, weil seine Frau als Psychiaterin zuständiger erschien (was zutreffen mag).
Der größte Teil aller Verfahrensanstrengungen besteht in der Korrektur falscher Beurteilungen durch „Fachleute“.
Was uns Laien betrifft, sind wir doch wesentlich besser mit unseren Befindlichkeiten vertraut. Allein es fehlt uns die Fähigkeit immer die richtigen Schlußfolgerungen daraus zu ziehen.

Die Verfahren machen einen fertig! Wenn man als Betroffener selbst kämpfen soll, hat man schon verloren: der Harmoniesüchtige streitet nicht. Das ist so unfair.

Das ist sicher nicht Deine Sache, aber ich wollte es an dieser Stelle mal in die Welt schreien.

Gruß,
Kristian