Angstzustände und Besuch beim Neurologen!

Guten Morgen zusammen!

Ich schildere kurz meine Situation bevor ich zu meiner Frage komme!

Ich bin 24Jahre alt und wohne zusammen mit meinem Freund, mit diesem ich nun schon mehr als 2 Jahren zusammen bin.

Anfang des Jahres hat sich bei mir etwas verändert, ich mach mir plötzlich tierisch Sorgen um alles, ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, ich habe panische Angst davor das Haus zuverlassen, da ich denke ich komme nichtmehr lebend heim, fast jeden Tag Träume ich davon, das mein Freund abends nichtmehr nach Hause kommt und die Polizei bei mir vor der Tür steht und sagt er ist tot. Ich schlafe höchstens noch 3Stunden in der Nacht, wenn überhaupt.
Jeden Morgen springe ich um 8uhr aus dem Bett um nach der Post zuschauen, da ich Angst habe irgendetwas schlimmes ist in der Post, wenn ich diese dann geholt habe, geht es mir ein bisschen besser,aber nur bis Abends, dann fängt die Angst wieder von vorne an.

Meinen Freund kritisiere ich plötzlich im allen, auch wenn er gar nichts falsch macht und fange an ihn agressiv anzuschreien, was mir hinterher sehr Leid tut.
Wenn ich es mal geschafft habe eine Entscheidung zu treffen, bereue ich sich spätestens in einer Stunde wieder.
Wenn ich extremen Streit mit meinem Freund habe, bekomme ich ganz schwer Luft und es war auch schonmal soweit, das ich mir den linken Arm aufgeritzt habe, was mir hinterher wieder Leid tat.

Immer wenn ich soviel Angst habe oder Nachdenke, bekomme ich tierische Bauchkrämpfe und ich muss dringend aufs Klo, weil das manchmal nicht auszuhalten ist.

Ich beziehe ALG 2 und auch wenn alles geklärt ist mit den Ämtern, habe ich jeden Monat, jeden Tag Angst, das ich mein Geld nicht bekomme, ich mal mir dann die komischsten Sachen aus, das ich das Geld nichtmehr bekomme weil die auf einmal keine Lust mehr zum Zahlen habe oder so.

Das Amt will nun das ich am 25.05 zum Neurologen gehe, was passiert bei diesem Termin? Und bin ich wirklich geistig nichtmehr ‚ganz dicht‘?

MfG

Hi

Zuallererst:

Ein Neurologe untersucht deine Nerven und alles, was damit zusammenhängt. Das hat mit „nicht mehr ganz dicht“ erstmal nichts zu tun.

Zweitens:
Die meisten Menschen sind „nicht mehr ganz dicht“.

Drittens:
„nicht mehr ganz dicht“ zu sein ist heutzutage nicht mehr so schlimm, da es ja einen ganzen Apparat an Behandlungsmöglichkeiten durch Psychologen, Psychiater und diverse Medikamente gibt.

Was du schilderst kann genauso gut von einer Depression, einer kaputten Schilddrüse, einem Magnesiummangel, irgendeiner Form von Stress als auch eben von den Nerven kommen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Beim Neurologen wird erstmal abgeklärt, ob mit deinen Nerven etwas nicht stimmt, deine Beschwerden also physische Ursachen haben. Wahrscheinlich wird auch irgendwann, so das nicht schon getan wurde, ein Blutbild gemacht um zu schauen, ob du nicht irgendwo einen Mangel hast.

Und wenn ausgeschlossen ist, dass es etwas physisches ist, wird man wohl auf die Psyche tippen.
Wie gesagt: Das primär ist nicht schlimm, viele Leute haben heute das ein oder andere psychische Problem. Man muss nur rausfinden was es ist, dass dir so zusetzt.

Deine Angst, Aggressivität und die Auswirkungen auf den Darm sprechen sehr für Stress, aber dass das ganze so „plötzlich“ (ob es doch Einwirkungen gab, weißt ja nur du) einsetzte, kann auch auf was körperliches hinweisen.

Versuche dich etwas zu entspannen und geh auf jeden Fall zum Termin hin!
Es ist wichtig, dass das abgeklärt wird, oder möchtest du so weiterleben?
Sei froh, dass du jetzt einen Termin hast, Termine beim Neurologen sind manchmal echt schwer zu bekommen.

Alles Gute!

lg
Kate
(ich bin nur Laie und spreche aus Erfahrungen, kein Arzt)

Serus,

nachdem Du in der Lage bist, Deine Erkrankung so objektiv und distanziert zu schildern, hilft Dir wohl auch ein bißchen Aufklärung, bevor es zum Arzt geht:

http://de.wikipedia.org/wiki/Generalisierte_Angststö…

Alles Gute

Kai Müller

Hallo Soulemate,

Keine Angst vorm Neurologen. Der schaut nach, ob bei deinen Nerven, deinem Gehirn und allem, was damit zusammenhängt, alles in Ordnung. Es wird dir dort nichts schlimmes passieren. Im Gegenteil - wahrscheinlich wird es dir nach der „Nichts los“- Diagnose besser gehen.

Außerdem würde ich, wie meine Vorrednerin, darauf Tippen, dass du aktuell schweren Stress hast. Vielleicht Zukunftsängste oder Probleme mit dem ALGII. Deine Psyche spielt dir mit der Angst einen bösen Streich, dein „rationales“ Selbst, dein bewusstes Denken reagiert mit Ratlosigkeit, Verzweiflung, Aggressivität, Destruktivität und inkonsistentem Verhalten (manchmal meidest du die Angst und gehst nicht vor die Tür, andererseits beeilst du dich die Post rein zu holen, weil du Angst davor hast, etwas Schlimmes zu finden).

Du solltest versuchen deinen Partner vorzugeben, wie er sich in solchen Situationen verhalten soll. Sag ihm, dass es schwer zu kontrolliere ist. Bitte ihn etwas zu tun, was dich wieder auf den „boden der Tatsachen“ zurückbringt - egal ob du das dann in diesem Moment laut tobend ablehnst. Beispielsweise hilft es den einen, wenn der Partner für 30 Minuten den Raum/die Wohnung verlässt. Wieder andere brauchen eher eine Umarmung und ein paar ruhig geflüsterte Worte.

Auf jeden Fall: Keine Angst vorm Neurologen, keine Angst vor Ärzten allgemein. Die sind nur da um dir zu helfen und mit etwas Kooperation wird es dir bald sicherlich besser gehen.

Viel Erfolg und Glück

Praefrontal

Ist dir ja wohl klar, dass die dich nicht aus reiner
Nächstenliebe zum Neurologen schicken?

Da gehts nur ums Geld;
die wollen halt klären, ob du überhaupt noch arbeistfähig
bist; so dass sie eventuell leistungen kürzen
können;
oder ob jemand anders für dich zuständig ist:
oder vielleicht auch nur reine Schikane,
um deine Mitwirkungspflichten mal auszutesten.

Insofern mußt du erst mal genau klären , wodrum es
geht;
und zu welchem Arzt die dich schicken;
das heisst in welcher Beziehung er zur Arge steht.

Offensichtlich bist du ja nicht mehr arbeitsfähig;
insofern ist es das beste, du hörst dich mal nach
einem guten Facharzt um, der deine Interessen
vertritt.

Hallo und danke für die Antwort!

Ich habe mir die Ärtzin selbst ausgesucht! Vom Amt wurde mir nur nahe gelegt, zum Arzt zugehen, wie du selber sagst wegen des Geldes!

Eine Freundin war selbst bei dieser Ärtzin und hat mir diese Nahe gelegt.

ich danke auch allen anderen für die Antworten! Habt mir sehr geholfen!