Mit Bleistift und Papier
Hi K’K,
Probieren hilft immer. Ein kurzer Abriss des Vorgehens zeigt dir die Mühen auf, Mathematik und praktische Fragestellungen zusammenzubringen (Formelsuche reicht nicht):
Aus dem Teig, der auf ein Blech mit 40 * 40 cm bei 2 cm Kuchendicke passt, könntest du eine Pyramide mit einer Dachschräge von 45° (Kantenlänge = 2* Höhe) backen. Die Höhe h errechnet sich aus dem verfügbaren Volumen von 3200 ccm: h = Kubikwurzel (3V/4), das sind 13,38 cm; mit ein wenig Großzügigkeit also 14 cm und damit 7 Schichten. Die einzelnen Lagen sind jetzt Pyramidenstümpfe, Begradigen der Kanten bringt uns auf Kantenlängen von 26, 22, 18, 14, 10, 6, 4 cm. Damit ist schon mal klar, dass es so nicht geht: Aus 40 cm kann ich keine Quadrate mit 26 und 22 cm schneiden.
Vermutung: Eine höhere Pyramide könnte besser passen. Also neuer Versuch mit Höhe = Kantenlänge und daraus h = Kubikwurzel (3V) = 20,9 cm. Wieder vereinfacht: 10 Schichten á 2 cm, Kanten begradigt, daraus Quadrate mit 20, 18, 16, 14, 12, 10, 8, 6, 4, 2 cm. Das könnte aus dem Blech schon eher rausgehen.
So weit, so gut. Die Frage, ob und wie sich die Quadrate aus dem Blechkuchen schneiden lassen, kann für die 10 Quadrate noch durch Probieren herausgefunden werden. Bei größeren Problemen kommt dann ein Zweig der Mathematik zum Zuge, der „Lineare Optimierung“ (auf englisch „Linear Programming“, Untergebiet des Operations Research) heißt. Damit wird wie in unserem Beispiel der Verschnitt minimiert (oder zB ein Gewinn maximiert, deshalb auch der Name „Minimax-Aufgaben“), indem die Regeln und die Randbedingungen in ein Gleichungssystem mit n Unbekannten umgesetzt werden, das dann mit diversen Rechenverfahren aufgelöst werden kann. Das Umsetzen der Problemstellung in ein angemessenes Gleichungssystem ist hierbei der größte Aufwand.
Schwierig sind hierbei gerade die Randbedingungen: Um überhaupt anzufangen, muss irgend etwas festgelegt werden - „mir egal“ hilft leider nicht. Und mit der ersten Festlegung kann man sofort im Nirwana landen, siehe die erste Pyramide.
Gruß Ralf