Hallo Anke,
nun mal langsam und hübsch der Reihe nach…
Ich habe gehört, dass meine Frauenärztin zwei Anzeigen am Hals
hätte, weil sie einmal Brustkrebs und einmal Gebärmutterkrebs
nicht entdeckt hatte. Die Patienten waren in der gleichen
Woche bei einem anderen Arzt, der die Diagnose sofort gestellt
hat.
Brustkrebs wird meistens anhand einer Mammographie (bzw. sofern hinreichender Verdacht besteht: Biopsie) diagnostiziert, dafür ist für gewöhnlich ein Radiologe zuständig; Gebärmutterhalskrebs anhand eines Abstrichs (PAP), für dessen Auswertung das Labor zuständig ist. Hinzu kommt ggf. die Feststellung der Tumormarker. Bedenke bitte, daß ein Gynäkologe kein Onkologe ist und die Auswertung der Ergebnisse einige Tage dauert… Außerdem erscheint es mir nicht nur suspekt sondern schlicht unwahrscheinlich, daß ein anderer Arzt bei den besagten Patientinnen just in dieser Woche und praktisch durch bloßes Hinsehen eine gegenteilige Diagnose gestellt hat.
Meine Frage nun:
Ist es möglich, nachzufragen, ob diese Vorwürfe überhaupt
stimmen?!
Problem ist nämlich: Meine FÄ betrieb vor nicht allzu langer
Zeit mit einem Kollegen eine Gemeinschaftspraxis. Nach den
Erzählungen meiner FÄ trennten diese sich im Streit und jeder
gab dem anderen Schuld an der Misere!
Das übliche Drama danach… Dadurch, daß es jetzt Einzelpraxen sind, konkurrieren die beiden miteinander und manchem Arzt ist keine Intrige zu billig, um die meisten Patienten ‚abzuschöpfen‘.
Das „Gerücht“ mit diesen Anzeigen stammt vom Exkollegen, der
auch die o.g. Diagnosen gestellt hat (mein Freund kennt die
Sprechstundenhilfe dieses Arztes).
Uiuiui… Die Dame sollte aufpassen… Die Herumerzählerei von Praxis-Geheimnissen könnte sie den Job kosten.
Ich habe schon überlegt, ob diese Ex-Gem.praxis soetwas evtl.
behauptet, weil sie dem (guten) Ruf der Ex-Kollegin schaden
will.
Das ist durchaus möglich.
Wenn Du Dich schlau machen willst - von der Frage des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient abgesehen - kannst Du Dich zum Beispiel bei Patientenverband http://www.patienten-verband.de oder aber bei der örtlichen Staatsanwaltschaft erkundigen.
Ich möchte Dich allerdings bitten, die Sache nüchtern zu betrachten. Es gibt Patienten, die jahrelang nicht zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und dann einen Sündenbock brauchen, um Schmerzensgeld bzw. Schadenersatz zu bekommen. Bitte, ich will niemandem so etwas unterstellen, aber ich kenne mich in der Branche ein wenig aus und solche Geschichten sind bereits vorgekommen.
Beste Grüße
Renee