Anmerkungen zur doitschlichen Sprache

Hallöle!
Ich hörte grad mal wieder: „Kannste ruhich springen, ich fange
d i r auf!“
Natürlich gaaaaanz schlechtes Deutsch, Harald! ???

Nein, eingli besseres Doitsch, denn es ist datief gemeint, einglich im Sinne von: „Ich fange deinen Körper dir auf!“ Denn ich will dir was gutes tun.
Und „Stell dir nich so an!“ ??? Eben, mach d i r nicht soviel Gedöns damit!

Ein ganz anderer Aspekt ist der angeblich dem Deutschen fehlende „historische Perfekt“.
Amtierende deutsche Sprachwissenschaft hat mir geantwortet, es handele sich um eine „antiquierte Form des Pretärrrritums“, wenn man (in alten Büchern) ließt:
„Als nun Jesus gefangen ward, stunden die Jünger abseits“
Mag sein, der „antiquierte Präterritum“, aber bei guter Pflege hätte doch zumindest ein gutes passé simple/passato storico draus werden können, oder? Oder kann sogar noch.
Aber wahrscheinlich werden eher durch eine kommende (und genauso, weil von oben verordnet) Grammatikreform auch noch die allerletzten Spuren des Lebens aus der deutschen Sprache getilcht.
Für mich ist Sprache auch immer ein Lied (wie am Italienischjen zb noch doitlich zu erkennen; daher auch meine oioiois! - nicht frz aussprechen, bitte, ua); ich kann allerdings doch selbst nur recht schlecht singen!"
Woimmer dennochen Kor machen?
ciao, Manni

Ah ja (oT)

hallo Manni,

eine lebendige Sprache hat eine selbsttragende Karosserie, das heißt : Die Theorie wird stets von der Praxis gebeugt. Beispiel ist das Verwenden von „wie“ für „als“ im Vergleich, was neuerdings legitim ist, wie ich hier lesen musste —> der Volksmund hat sich das quasi „erzwungen“. Das betrifft auch alle eingeflossenen Angizismen. Im Übrigen besteht der englische Sprachwortschatz zum Großteil aus lateinischen Stämmen, insofern schließt sich der Kreis und vielleicht haben wir in 1000 Jahren ein natürlich entstandenes Esperanto :wink:

Gruß :smile:

HM

PS: Ich schätze die Verwendung antiquierter Ausdrucksform als erfrischend köstlich.

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Engwisch
Hallo, Herrm!
So stellimi lebendige Sprache vor (und wenn wir nun auchnoch Hildebrand singen, wiederbeleben wir diese Sprache von „damals“, also, die die es einst gub (?).
Die Sprache (und die kommt ja zum Sprechen) ist „ihrer“ Wissenschaft schissenwaftlich weit voraus.
Sie ist immer weiter als wie sie.
Die Komparation kommt schaman auch erst mittem „wie“ richtich zum Ausdruch.
Allerdings, haick ne Frage:
Du schreibst:

„Das betrifft auch alle eingeflossenen Angizismen“
Is here an l missing or a u?

Englisch ist „die Sprache“ auch wegen der understateness -
Nur die Dabbeljusche Form steht daover.

Ich übertreibe (leider) auch oft gerne mit der Spielerei.

Du auch?

Wie als wie…
Hallo, HM! Ist mir grade eingefallen:

Gibt es etwas, das größer ist als doppelt so groß wie ein Hochhaus?

Mir machen solcherart „denkanstößige“ „Wortspiel“ sehr viel Spaß!
Außerdem finde ich:
Sind wir alle nicht nach dem offensichtlichen Scheitern der (wieder einmal ohne vorherige/laufende „Rücksprache“ mit dem sprechenden Volk von oben verordneten) Sprachreform zur eigenen Verbalisierung/Experimenten aufgefordert?

Tschüssi, Manni