Anna Karenina

Hallo,

ich möchte gerne wissen, ob es sich lohnt Anna Karenina von Tolstoi zu lesen.
Ist es ein gutes Buch? Worum geht es im Prinzip? Ist es lesenswert?
Vielen Dank!

Grüße B.

Hallo B.

ich möchte gerne wissen, ob es sich lohnt Anna Karenina von
Tolstoi zu lesen.

Kommt darauf an, ob Du russische Schriftsteller magst :wink:

Tolstoi ist - meiner Meinung nach - nicht gerade einfach zu lesen. Mir machen die vielen langen, russischen Namen ziemliche Schwierigkeiten, aber ich habe es trotzdem geschafft Anna Karenina zu lesen.

Ist es ein gutes Buch?

Also ich würde es kein zweites Mal lesen.

Worum geht es im Prinzip?

Im Prinzip geht es um eine adelige Familie. Anna wird druch die Lieblosigkeit ihres Mannes in die Arme eines anderen getrieben.
Das ist wirklich nur ein ziemlich kurze Zusammenfassung, weil der Roman ziemlich tief in die Psyche der handelnden Personen eindringt.

Ist es lesenswert?
Vielen Dank!

Ein genaueres Bild kannst Du Dir machen:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3704320277/o/q…
Gruß
Edith

Hallo B.!

Die Frage ist nun wirklich so falsch gestellt, wie es falscher nicht geht.
Du mußt fragen, ob es sich für Dich „lohnt“ das Buch zu lesen. Für den Rest der Welt sicher.

Gruß W.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ich möchte gerne wissen, ob es sich lohnt Anna Karenina von
Tolstoi zu lesen.

Ja! Unbedingt!

Ist es ein gutes Buch?

s. o.

Worum geht es im Prinzip?

Um Menschen und ihre Schicksale. Die Titelfigur ist eine Frau, die wegen ihres Liebhabers Mann und Kind verlässt und dadurch alles verliert. Es gibt aber eine ganze Reihe von Personen, die alle bedenkenswerte Schicksale haben.

Ist es lesenswert?

s. o.

Fritz

Hallo bullyy,

mit Leo Tolstois „Anna Karenina“ ist es wie mit allen Büchern: Fang an, das Buch zu lesen, und Du wirst schon feststellen, ob es Dich zu interessieren in der Lage ist. Bei diesen Worten will ich es natürlich nicht belassen, daher vorab vielleicht ein paar „Orientierungshilfen“:

Zur Handlung.
„Anna Karenina“ erzählt, vom Umfang her zu etwa gleichen Teilen, die Geschichte zweier Paare. Da sind einmal Anna Karenina und der Fürst Wronskij. Anna ist die Gattin des gesellschaftlich hochangesehenen und in der Politik tätigen „Stiwa“. Sie leidet unter der zwar anständigen, jedoch stark vom Verstand her bestimmten Art ihres Mannes und läßt sich deshalb auf eine Liebschaft mit Wronskij ein, einem leichtlebigen Casanova, der Freund des Hauses ist. Als das Verhältnis bekannt wird und Anna sich nicht mehr in der Lage sieht, das Angebot ihres Mannes zurückzukehren anzunehmen (freilich unter Abbruch ihrer Beziehung zu Wronskij), kommt es zur Katastrophe.
Der zweite, mit dem ersten verflochtene Handlungsteil erzählt von dem schwerlebigen, aber gutmütigen Lewin, Gutbesitzer, und der einfachen, aber gefühlsklugen und sehr praktischen Kitty. Lewin verliebt sich in Kitty und heiratet sie. Der Rest des Handlungsstranges handelt von den inneren Kämpfen Lewins, die moralischer und religiöser Art sind und sich vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten bei der Bewirtschaftung seines Guts abspielen.
Das Buch lebt, wie man jetzt vielleicht schon erkennen kann, nicht nur von der inneren Entwicklung dieser beiden Handlungsstränge, sondern auch von der Spannung, die sich aus der gegensätzlichen Struktur der beiden Paare ergibt: hier der leichtlebige Wronskij, dort der schwerlebige Lewin; hier die orientierungslose Anna, dort die praktische, organisationsbegabte Kitty.

Zum Stil.
Ich muß zugeben, daß ich „Anna Karenina“ nicht ganz ohne Schwierigkeiten gelesen habe. Ich empfand Tolstois Stil als unterkühlt und schwerfällig (gelesen habe ich die dtv-Übersetzung). Es wird ja gerne der Gegensatz Tolstoi - Dostojewskij zitiert, wonach Dostojewskij der Leidenschaftliche, der sich ins Gefühlschaos Stürzende ist und Tolstoi der Verstandesgemäße, der die Gefühle rational seziert. Danach gehöre ich offenbar zum Dostojewskij-Lager, wenngleich mich etwa Tolstois „Kreutzersonate“ außerordentlich fasziniert hat (allerdings insofern, als es dieses Eifersuchtsdrama geschafft hat, aufgrund der Dichte und Gewalttätigkeit, die ihm innewohnt, mir fast unerträglich zu werden).
Ich muß auch gestehen, daß mich die Anna/Wronskij-Handlung gar nicht sooo sehr interessiert hat, viel spannender, obgleich an äußerer Handlung ärmer, fand ich die Lewin/Kitty-Handlung, sowie die Person Stiwas.

Das soll es für eine überblicksartige Information gewesen sein. Ich hoffe, ich habe Dir ein wenig Geschmack auf das Buch gemacht. Anfangen solltest Du, da Du ja von der ideellen Seite her schon „Lunte gerochen“ hast, auf alle Fälle. Vielleicht wirst Du begeistert sein.

Viele Grüße,

Tizian

Vielen Dank!
Tja, ich danke Euch vielmals für die Tips, die Ihr mir gegeben habt, vor allem Tizian, danke für Dein langes Statement.

Ich habe mich jetzt dazu entschlossen mir dieses Buch zu kaufen, aber zuerst kommt Der Medicus dran :smile: (Bin zur Zeit aufm Bildungstrip).

Nochmal Danke, schönen Tag noch allen

Bye Bullyy