Annuitätendarlehen mit Bausparvertrag?

Liebe Fachleute,

vielleicht könnt Ihr mich erleuchten, wo mein Denkfehler liegt, denn nach meiner Rechnung ist ein Bausparvertrag gar nicht so teuer, wie immer allgemein behauptet wird.

Gegeben sind: Schuld von gut 66.500 €; Zinssatz 4,65 %; Zinsbindungsfrist 10 Jahre; eine mögliche monatliche Belastung von gut 500 €.

Alternative A:
Über ein Annuitätendarlehen mit 4,818 % Tilgung ergibt sich über eine monatliche Rate von 536 € plus jährlich 19 € Gebühr nach 10 Jahren eine Restschuld von 25.086 €.

Wenn ich bei dieser Restschuld mit einem weiteren Annuitätendarlehen tilge und dabei vom langjährigen durchschnittlichen Zins von 8 % ausgehe und die monatliche Tilgung von 536 € beibehalte, ist die Restschuld in 58 Monaten getilgt.

Real geleistet habe ich:
536 € x 120 Monate + 77 € im letzten Monat + 190 € Gebühr + 536 € x58 Monate + 95 € Gebühr = etwa 96.000 Euro.

Alternative B:
Mit 2,347 % Tilgung ergibt sich über eine monatliche Rate von 388 € plus jährlich 19 € Gebühren nach 10 Jahren eine Restschuld von knapp 46.500 €.

Wenn ich konservativ nicht das Zinsänderungsrisiko eingehen möchte und parallel einen Bausparvertrag über 46.000 € abschließe (0,5 % Guthabenzinsen und 2,65 Darlehenszinsen)und 184 € bzw. 276 € ist dieser in 18 Jahren und 7 Monaten getilgt.

Real geleistet habe ich:
388 € x 120 Monate + 65 € im letzten Monat + 190 € Gebühr + 184 € x 116 Monate + 276 x 102 Monate + 78 im letzten Monat + 460 € Abschlussgebühr + 105 Kontoführungsgebühren + 494 € Disagio + 76 Servicegebühr = etwa 97.400 Euro.

Vielleicht sehe ich ja den Wald vor lauter Bäumen ja nicht mehr. Und davon abgesehen gibt es vielleicht auch noch die Alternativen C und D von ganz anderer Art, an die ich noch nicht gedacht habe. Was meint Ihr?

Gruß
Sub

vielleicht könnt Ihr mich erleuchten, wo mein Denkfehler liegt,

Ich glaube nicht, dass Du einen Denkfehler hast.

denn nach meiner Rechnung ist ein Bausparvertrag gar
nicht so teuer, wie immer allgemein behauptet wird.

Das „teuer“ bezieht sich in der Regel auf die Summe von Darlehenszins und Sparrate für den Bausparvertrag während der Ansparphase. Dieser Betrag liegt meistens deutlich höher als die Belastung eines reinen Tilgungsdarlehens mit Minimaltilgung. Allerdings sollte man auch auf die Gebühren achten, die sind manchmla bei der Bausparfinanzierung recht hoch (Abschlußgebühr des Bausparvertrages, Darlehensgebühr des Bauspardarlehens), während ein Tilgungsdarlehen meistens ohne Nebengebühren auskommt.

Wenn man die Ansparrate erbringen kann, kann (nicht: muß) eine Bausparfinanzierung durchaus günstiger sein, als ein reines Tilgunsgdarlehen. Bei einem Betrag von 66.500 € ist das recht wahrscheinlich, bei einer Komplettfinanzierung eher nicht.

nicht gedacht habe. Was meint Ihr?

Dass es vom Einzelfall abhängt, und man es vorher durchrechnen muß. Da Du offenbar gut rechnen kannst, wirst Du schon die für Dich günstigste Variante finden.