Anomale Nachfrage

Hi,

hat jemand ein paar schöne Beispiel für eine anomale Nachfrage (steigende Nachfrage bei steigendem Preis, als PAF mit positiver Steigung)? Vielleicht Luxussekt??

Hi,

hat jemand ein paar schöne Beispiel für eine anomale Nachfrage
(steigende Nachfrage bei steigendem Preis, als PAF mit
positiver Steigung)? Vielleicht Luxussekt??

Hallo,

ein treffliches Beispiel ist z.B. in der Einführung in die Markt- und Werbepsychologie von Prof. Dr. Lutz v. Rosenstiel zu finden:

Dabei geht es u.a. um Nylon-Damenstrümpfe, die sich unter einem bestimmten Preis nicht verkaufen lassen.

Bei 6 Mark liegt in diesem Beispiel die Kaufbereitschaft bei 80%
Unter 6 Mark nimmt die Kaufbereitschaft rapide ab, bis sie bei 2 Mark lediglich noch 20% beträgt.
Bei 8 Mark ergibt sich eine Kaufbereitschaft von 40%.
Bei 20 Mark besteht nur noch eine Kaufbereitschaft von unter 10%

Also ergibt sich in einer entsprechenden Visualisierung dieser Angaben ein ganz schönes Eck, das mit der klassischen Preis-Absatz-Funktion nicht übereinstimmt. Aber die klassische Preis-Absatz-Funktion setzt in aller Regel auch grundsätzlich einen homo oeconomicus voraus…

Es handelt beim Preis an sich um ein extrinsisches Merkmal, also um ein Merkmal, das nicht im Produkt selbst liegt, durch das aber die Wahrnehmung der Produktqualität modifiziert wird.

Für diesen Sachverhalt sind drei mögliche idealtypische Interpretationen angegeben, die i.R. als Mischtypen auftauchen dürften:

Zum einen der Veblen-Effekt; dass also bei relativ hohen Preisen ein erhöhter Absatz zu erwarten ist. Was dahinter steht bleibt offen – anzunehmen ist, dass der Besitz von hochwertigen Gütern für bestimmte Leute, die „feinen Leute“ (Veblen 1899) ein Statussymbol ist. Dieser Effekt würde die Preis-Absatzfunktion um so mehr beeinflussen, desto mehr Menschen diesem Konsumententypus zugerechnet werden können.

Neben der Typusinterpretation bietet sich auch die Situationsinterpretation an, nach der Menschen in bestimmten Situationen glauben, dass sie nur teure Güter verwenden können (teurer Wein/Sekt als Geburtstagsgeschenk). Hier wäre also keine Personklassifikation sondern eine Situationsklassifikation angemessen.

Und eben die allgemeine universelle Interpretation, dass alle Personen in allen Situationen glauben, dass der höhere Preis die höhere Qualität des Produktes anzeigt.

Gruß

Marlon

Hallo,

ein treffliches Beispiel ist z.B. in der Einführung in die
Markt- und Werbepsychologie von Prof. Dr. Lutz v.
Rosenstiel
zu finden:

Dabei geht es u.a. um Nylon-Damenstrümpfe, die sich unter
einem bestimmten Preis nicht verkaufen lassen.

Bei 6 Mark liegt in diesem Beispiel die Kaufbereitschaft bei
80%
Unter 6 Mark nimmt die Kaufbereitschaft rapide ab, bis sie bei
2 Mark lediglich noch 20% beträgt.
Bei 8 Mark ergibt sich eine Kaufbereitschaft von 40%.
Bei 20 Mark besteht nur noch eine Kaufbereitschaft von unter
10%

Nun ja, ein nettes Lehrbuchspiel, das einer empirischen Überprüfung wohl nicht unbedingt Stand halten würde.
Ich wollte ein knackiges Beispiel, das auch Schülern einleuchtet. Ist aber kaum zu finden.

Hallo,

Nun ja, ein nettes Lehrbuchspiel, das einer empirischen
Überprüfung wohl nicht unbedingt Stand halten würde.

wie kommst du denn auf diesen Blödsinn??! *grins*

  1. Es handelt sich nicht um ein „Lehrbuchspiel“ sondern selbstverständlich um eine reale Untersuchung (…)!?!

  2. Prof. Dr. Lutz v. Rosenstiel ist dir offensichtlich nicht im Entferntesten ein Begriff… Ansonsten würdest du deine Wortwahl wohl zügeln… :wink:

Ich wollte ein knackiges Beispiel, das auch Schülern
einleuchtet.

Für die Psychologie- und Wirtschaftsstudenten der LMU reicht es auf jeden Fall aus. Da wird es für einen Haufen verzogener Brazen wohl reichen…

Ist aber kaum zu finden.

*???* Warum? Durch die Interpretationen - z.B. die Situationsklassifikation - ergeben sich doch etliche Beispiele von selbst…

MfG

Marlon

Hi,

hat jemand ein paar schöne Beispiel für eine anomale Nachfrage
(steigende Nachfrage bei steigendem Preis, als PAF mit
positiver Steigung)? Vielleicht Luxussekt??

also da fällt mir der Begriff Giffen-Gut ein…

hier mal ein Beispiel:

http://www.uni-siegen.de/dept/fb05/vwlii/mikro/Giffe…

gruß
Erkan