Anonymität bei der Polizei

Hallo,

mir ist klar, daß Personen im Polizeidienst eine Anonymität erhalten müssen, um im privaten Bereich keine Nachteile zu bekommen.
Nicht klar ist mir jedoch, weshalb die Polizei keine Kennung wie Nummern zur Identifizierung tragen müssen?
Kein Polizist - ob Streife, oder Kripo - nennt auf Anfrage seinen Namen. Hinterher einen Bezug auf die betroffene Person (Polizei)zu finden ist fast nicht möglich.
Ich selbst hatte persönlich mal erlebt, wie auf einmal in einem Miethaus der Keller von dunklen (5 Personen) Gestalten in Beschlag genommen wurde. Ich ging hin und fragte was da los ist. Man gab mir zu verstehen, daß ich verschwinden soll. Ich blieb hart und drohte mit der Polizei, worauf ein Mann den Ausweis kurz zückte und sich als Kripo zu erkennen gab. Um den Ausweis zu kontrollieren, wurde mir keine Zeit gelassen. Es wurde gerade eine verdeckte Ermittlung vorbereitet. Nun in der Ehre gekränkt, wurde ich umkgekehrt von der Kripo vor Ort überprüft. So ist das, wenn man ein guter Bürger sein will und auf ungewöhnliche Vorgänge achtet. Ich hatte mir damals überlegt eine Dienstaufsichtsbeschwerde zu machen, aber sah da keinen Erfolg darin.

Zurückblickend ist ein Junge (14 Jahre) von einem Polizisten in einer Freizeitanlage kontrolliert worden. Er wurde abgetastet. Der Junge fragte in seiner unbedarftheit „dürfen sie das überhaupt“ und bekam statt einer Antwort eine kräftige Ohrfeige vom Polizisten. Der Junge hört seitdem auf diesem Ohr schlecht. Er kann aber keine Angaben bezüglich des „ausführendem Beamten“ machen.
Ob nun der Junge in dieser Situation den Namen des Polizisten gesehen und behalten hätte, lasse ich mal dahingestellt. Es hätte aber sein können, eine andere Person hätte den Blick dafür gehabt.

Es geht jetzt aber nicht nur um diese Situationen. Allgemein als Bezugsmöglichkeit für uns Bürger würde eine Kennung meines Erachten Erforderlich sein.

Also meine Frage: weshalb ist dies nicht so??

Grüsse fuerte

Zurückblickend ist ein Junge (14 Jahre) von einem Polizisten
in einer Freizeitanlage kontrolliert worden. Er wurde
abgetastet. Der Junge fragte in seiner unbedarftheit „dürfen
sie das überhaupt“ und bekam statt einer Antwort eine kräftige
Ohrfeige vom Polizisten. Der Junge hört seitdem auf diesem Ohr
schlecht. Er kann aber keine Angaben bezüglich des
„ausführendem Beamten“ machen.

erstens kann ich mir sehr schwer orstellen, dass das so wie geschildert passiert ist. aber selbst wenn: willst du damit zum ausdruck bringen, dass man keine anzeige gegen den beamten erstatten konnte, nur weil man den namen des polizisten nicht wusste?
nie im leben!
die leitstelle wird in der regel auch im nachhinein feststellen können, welcher beamte wo im einsatz war.

kp

die leitstelle wird in der regel auch im nachhinein
feststellen können, welcher beamte wo im einsatz war.

Hallo,

wenn aber bei Einsätzen wie in Stuttgart gleich mehrer 100 Polizisten im Einsatz sind, dann wird es schwer zu sagen " der Polizist mit Helm und Schlagstock und dem Kastanienbaum war es"

Gruß Jenny

kp

erstens kann ich mir sehr schwer orstellen, dass das so wie
geschildert passiert ist. aber selbst wenn: willst du damit
zum ausdruck bringen, dass man keine anzeige gegen den beamten
erstatten konnte, nur weil man den namen des polizisten nicht
wusste?
nie im leben!
die leitstelle wird in der regel auch im nachhinein
feststellen können, welcher beamte wo im einsatz war.

Woher kommst du? Möglicherweise vom Mars?
Das geschilderte Verhalten ist IMHO leider geradezu typisch für die Polizei.

Sicher kann die Leitstelle feststellen wer das war, sie wird es aber nicht tun. Das sind doch alles Kollegen und das kollegiale Verhältnis ist gerade bei der Polizei hervorragend.

Man könnte auch sagen: Wenn ein Polizist in der Nähe ist, sagt man das aber besser nicht.

Die leicht erkennbare Kennzeichnung von Polizeibeamten ist meiner Meinung nach längst überfällig. Wahrscheinlich käme sie auch, wenn sich mehr Bürger beschweren würden. Es beschwert sich allerdings kaum jemand, weil er denkt oder erfahren hat, dass es eh keinen Zweck hat. Oder weil er sich vor Schikanen fürchtet, die die Polizei natürlich jederzeit durchführen könnte.

Gruß, Nemo.

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Hallo,

das ist leider ein deutsches „Übel“…während im Ausland

  1. Dienstnummern (am meisten verbreitet)

bzw.

  1. Namensschilder

üblich sind, haben sich bisher nur wenige deutsche Polizeibehörden dazu durchringen können, eine Kennzeichnung anzubringen.

Zwar sind nach Gesetz alle Vollzugsbeamten verpflichtet,sich auszuweisen…nur wer kann schon einen schnell gezückten Ausweis
in einer Sekunde lesen ???..

Hallo,

Woher kommst du? Möglicherweise vom Mars?
Das geschilderte Verhalten ist IMHO leider geradezu typisch
für die Polizei.

Ist das deine Erfahrung oder nur Hörensagen?

Sicher kann die Leitstelle feststellen wer das war, sie wird
es aber nicht tun. Das sind doch alles Kollegen und das
kollegiale Verhältnis ist gerade bei der Polizei hervorragend.

Du hast offensichtlich keine Ahnugn, wie das Beschwerdenmanagement in der Polizei aussieht. Beschwerden werden sehr ernst genomemn und es wird jeder Beschwerde nachgegangen. Eine Leitstelle ist bei der Beschwerdebearbeitung nicht relevant, denn mittlerweile wird in jeder Leitstelle ein sog. „Lagefilm“ erstellt, den auch Nichtleitstellenangehörige einsehen können. Ich habe genügend Beschwerden bearbeitet und weiss im Gegensatz zu manch anderem, wie die Sachbearbeitung abläuft.

Man könnte auch sagen: Wenn ein Polizist in der Nähe ist, sagt man das aber
besser nicht.

Blödsinn, der Stammtisch lässt grüßen

Die leicht erkennbare Kennzeichnung von Polizeibeamten ist
meiner Meinung nach längst überfällig. Wahrscheinlich käme sie
auch, wenn sich mehr Bürger beschweren würden. Es beschwert
sich allerdings kaum jemand, weil er denkt oder erfahren hat,
dass es eh keinen Zweck hat. Oder weil er sich vor Schikanen
fürchtet, die die Polizei natürlich jederzeit durchführen
könnte.

Eine grundsätzliche Namensschilderpflicht oder eine „Dienstnummer“ wäre auch m.E. nach durchaus angebracht. Es gibt aber auch ohne diese Kennzeichnung viele Beamte, die sich vor der Maßnahme selbst vorstellen, „…Guten Tag, Müller vom Polizeirevier XY…“ und das sind keine Einzelfälle.

Gruss

Iru

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Hallo Irubis.

Leider bin ich im Internet relativ leicht zu identifizieren und möchte mich von daher nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen.

Was ich hier grob umrissen habe, ist meine eindeutige Erfahrung.

Anderes kenne ich allerdings wirklich nur vom Hörensagen, stammt aber von jemand, der der Polizei recht nahe steht.

Es gibt, nebenbei bemerkt, auch ein Buch, geschrieben von jemand, der es in der polizeilichen Laufbahn recht weit gebracht hatte, der, unter anderem, genau diese Zustände schildert. Leider sind mir derzeit weder Titel noch Verfasser gewärtig.

Sicher kann die Leitstelle feststellen wer das war, sie wird
es aber nicht tun. Das sind doch alles Kollegen und das
kollegiale Verhältnis ist gerade bei der Polizei hervorragend.

Du hast offensichtlich keine Ahnugn, wie das
Beschwerdenmanagement in der Polizei aussieht. Beschwerden
werden sehr ernst genomemn und es wird jeder Beschwerde
nachgegangen. Eine Leitstelle ist bei der
Beschwerdebearbeitung nicht relevant, denn mittlerweile wird
in jeder Leitstelle ein sog. „Lagefilm“ erstellt, den auch
Nichtleitstellenangehörige einsehen können. Ich habe genügend
Beschwerden bearbeitet und weiss im Gegensatz zu manch
anderem, wie die Sachbearbeitung abläuft.

Es mag sich mittlerweile einiges geändert haben, das ist mir wirklich nicht bekannt. Meiner Erfahrung nach hat eine Beschwerde eher Aussicht auf Erfolg, wenn man sie, unter Verzicht auf den Dienstweg an möglichst hoher Stelle vor bringt.

Man könnte auch sagen: Wenn ein Polizist in der Nähe ist, sagt man das aber
besser nicht.

Blödsinn, der Stammtisch lässt grüßen

Die abgedroschene Stammtisch- Bemerkung bringt in diesem schönen Forum immer ein paar Sternchen ein. Gelegentlich sitzen aber auch am Stammtisch ein paar relativ intelligente Leute.
Stammtisch- Weisheiten beruhen oft, zumindest teilweise auf Erfahrung und Wahrheit.

Eine grundsätzliche Namensschilderpflicht oder eine
„Dienstnummer“ wäre auch m.E. nach durchaus angebracht. Es
gibt aber auch ohne diese Kennzeichnung viele Beamte, die sich
vor der Maßnahme selbst vorstellen, „…Guten Tag, Müller vom
Polizeirevier XY…“ und das sind keine Einzelfälle.

Ja natürlich. Nur merkt man sich diese Einzelheiten normalerweise nicht. Und wenn es im weiteren Verlauf kritisch für den Beamten wird, wird er sich hüten, sich noch einmal vorzustellen.

Ich habe, das möchte ich betonen, durchaus auch positive Erfahrungen mit der Polizei. Ich möchte ebenfalls betonen, dass ich weder ein Verbrecher noch ein Querulant bin, der ständig mit der Polizei zu tun hat. :smile:

Es sind halt Einzelerfahrungen, die mein Bild teilweise geprägt haben.
Dennoch frage ich mich, warum sich die Polizei so vehement gegen eine Kennzeichnung wehrt, wenn sie sich insgesamt immer korrekt verhält.

Gruß, Nemo.

Hallo,

Dennoch frage ich mich, warum sich die Polizei so vehement
gegen eine Kennzeichnung wehrt, wenn sie sich insgesamt immer
korrekt verhält.

ich kann es dir sagen: Es ist nicht die Angst vor Beschwerden, sondern von Repressionen gegen die Familie und sich selbst, die viele dazu bringt, ihre Identität möglichst wenig Menschen mitzuteilen.
Der normale Mitteleuropäer bekommt von der Arbeit der Polizei recht wenig mit. Für ihn stellt sie sich oft nur als der Vertreter der Staatsgewalt dar, der sich im Gebüsch versteckt und Geschwindigkeitssünder jagt - und entsprechend wird er angesehen ("…die haben wohl auch nichts Besseres zu tun als harmlose Autofahrer…"). Es gibt aber auch andere Facetten, die den meisten verborgen bleiben. Ich sage gerne, dass es zwei Welten gibt, eine schöne und saubere, in der die Mehrzahl der Bevölkerung lebt. Dann eine dreckige und böse Welt, in der der Polizeibeamte arbeitsmäßig zu Hause ist und wo er den Bodensatz der Gesellschaft abkratzt. Und in dieser „bösen Welt“ möchte man nicht - auch ich nicht - dass jedermann weiss, wer man ist bzw. wie man heißt. Denn in dieser Welt wird oft nicht lange gefackelt, sondern gehauen und gestochen.

Also, um es kurz zu sagen, es sind Gründe der Eigensicherung, die der grundsätzlichen Identifizierungspflicht entgegenstehen.

Gruss

Iru

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Hallo,

Leider bin ich im Internet relativ leicht zu identifizieren
und möchte mich von daher nicht allzu weit aus dem Fenster
lehnen.

Interessant. Von den Polizisten verlangst Du genau das, was Du nicht bereit bist zu tun: mit offenem Visier rumzulaufen.
Gruß
loderunner

Also, um es kurz zu sagen, es sind Gründe der Eigensicherung,
die der grundsätzlichen Identifizierungspflicht
entgegenstehen.

Klingt verständlich.
Es ist ja auch nicht so, dass ich der Arbeit der Polizei grundsätzlich negativ gegenüber stehe.

Allerdings denke ich dass eine anonyme Nummerierung das Erkennen eines Beamten im Privatleben nicht besonders erleichtern würde, man braucht die Daten ja nicht heraus geben. Bei unbegründeten Beschwerden schon gar nicht.

Gruß, Nemo.

Interessant. Von den Polizisten verlangst Du genau das, was Du
nicht bereit bist zu tun: mit offenem Visier rumzulaufen.

Hallo.

Eine Nummerierung, anhand derer ein Polizist im Beschwerdefall von der Dienststelle identifiziert werden kann, ist noch lange kein offenes Visier.

Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Gruß, Nemo.