Anrede 'Herr'/'Herrn'

Hallo zusammen,

folgendes Problem:

Wie muß die Anrede bei einer männlichen Person heißen: „Herr“ oder „Herrn“?

Info: Es kommt kein „An“ davor.

Gruß, Christoph

Brief: Sehr geehrter Herr Sowieso,
Anschrift:

  • früher war es üblich z.B.
    An Herrn Sowieso oder gar noch An Fräulein Sowieso zu schreiben
  • aktuell ist eher ohne Frau und Herr und schon gar nicht Fräulein und den vollen Namen zu schreiben also:
    Wolfgang Sowieso
    Neumarkt 3
    50677 Köln

nur wenn Du den nicht kennst reicht Herr Sowieso, Neumarkt 3, 50677 Köln

Oder wolltest Du etwas ganz anderes wissen?

Gruß, Faten

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Hi !

Sehr ggehrter Herr XXXXX

Zu Händen Herrn XXXXX

An Herrn XXXXX

Lieber Herr XXXXX.

Mathias

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Hallo Faten,

konkret geht es darum, die Anrede in einer Adreßdatenbank mit Schlüsselwerten zu speichern. Die Adressen werden zum Druck von Anschriften benutzt. Der Datenbestand soll international genutzt werden (D, A, CH) und mein Kollege in der Schweiz ist der Meinung, das „Herrn“ richtig wäre. Also z.B.

Herrn
Dr. Otto Maier
Blumenstraße 1
CH-1234 Irgendwo

Vom Gefühle her würde ich aber „Herr“ benutzten. Wie muß es richtig heißen?

Gruß, Christoph

Also meine Mutter (Chefsekretärin) lernt in Fortbildungen immer Herr Sowieso und nicht das uralte Herrn oder An Herrn Sowieso. Ob das aber in der Schweiz anders ist, weiß ich nicht. Manchmal klingt das Schweizerdeutsch für meine Ohren veraltet, kann aber doch für Schweizerdeutsch aktuell sein. Ich kann ja meine Mutter mal fragen, ob sie da etwas weiß. Aber in der Regel verbessert sie mich immer, wenn es bei der Korrespondenz feine Änderungen gegeben hat z.B. im Aufbau oder der Gestaltung eines öffiziellen Briefes o.ä.

Alles Gute, ich schreib noch mal nach dem Wochenende, ob ich was Neues weiß.

Gruß, Faten

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Hi Christof,

ich bin wieder zurück.

Meine Antwort war schon richtig. Meine Vermutung über veralteten Sprachgebrauch, der in Österreich und der Schweiz sich lange und hartnäckig hält, wurde von meiner Mutter bestätigt.

Gruß, Faten

Also meine Mutter (Chefsekretärin) lernt
in Fortbildungen immer Herr Sowieso und
nicht das uralte Herrn oder An Herrn
Sowieso. Ob das aber in der Schweiz
anders ist, weiß ich nicht. Manchmal
klingt das Schweizerdeutsch für meine
Ohren veraltet, kann aber doch für
Schweizerdeutsch aktuell sein. Ich kann
ja meine Mutter mal fragen, ob sie da
etwas weiß. Aber in der Regel verbessert
sie mich immer, wenn es bei der
Korrespondenz feine Änderungen gegeben
hat z.B. im Aufbau oder der Gestaltung
eines öffiziellen Briefes o.ä.

Alles Gute, ich schreib noch mal nach dem
Wochenende, ob ich was Neues weiß.

Gruß, Faten

„Herrn“ in der Anschrift ist auch in Deutschland durchaus gängige Praxis - wie mir mein Posteingang zeigt. Oder auch:

http://www.werbebriefe.de/arb-em.htm
http://www.teledock.de/Sprachverarbeitung/SV_diktat.htm

siehe auch „Bertelsmann: Die neue deutsche Rechtschreibung“, S. 73

Reinhard

Hallo Christoph,
das Wort „Herr“ ist ein Wort der n-Deklination, d.h. es nimmt in allen anderen Faellen ausser Nominativ ein „n“ als Endung, also Genitiv: des Herrn, Dativ dem Herrn etc.
Da du das „an“ weglaesst, sehe ich es als einen Nominativ, und deshalb bleibt es bei: Herr Sowieso.
Gruss
Heike

„Herrn“ in der Anschrift ist auch in
Deutschland durchaus gängige Praxis - wie
mir mein Posteingang zeigt. Oder auch:

aber veraltet :smile:

Es gibt immer noch Leute, die hinter dem Mond wohnen auch in der öffentlichen Korrespondenz. Was glaubst Du, was für eine alte Sprache mancher Minister benutzt, wenn er einen Brief diktiert und wieviel Kampf die Sekretärin hat, ihn zu überzeugen, daß dies verstaubt oder grammatikalisch falsch ist :smile:

Gruß, Faten

Nun ja - ich würde dann aber gern wissen, wer festlegt, was jetzt „veraltet“ ist - Deine Mutter? ;=)

Ich halte mich da dann doch lieber an mein Wörterbuch…

Reinhard

Na dann erkundige Dich doch mal genauer nach den besten Fortbildungen der Sekretärinnen in diesem Land. Oder spreche mit den Germanistikprofessoren einer Dir nahe gelegenen Uni, wenn Du es mir nicht glaubst.

Ich muß mich doch nicht hier mit Dir um so etwas Nichtiges streiten. Wer nichts von anderen lernen will, der bleibt eben bei seinem alten Käse und glaubt, der sei das Richtige. Na und? Wenn ich dann einen Brief von Dir oder einer Firma bekomme, die mich einfach so mit Herrn oder vielleicht auch Fräulein anschreibt, dann weiß ich, was ich von ihr und zu halten habe.

Aber Dir steht es selbstverständlich frei, solche Briefe zu verschicken :wink:

Gruß, Faten

P.S.: Meine Mutter habe ich nur erwähnt, weil sie Fachfrau ist.

Na dann erkundige Dich doch mal genauer
nach den besten Fortbildungen der
Sekretärinnen in diesem Land. Oder
spreche mit den Germanistikprofessoren
einer Dir nahe gelegenen Uni, wenn Du es
mir nicht glaubst.

Ich empfehle meiner Sekretärin in so einem Fall, in den Duden zu schauen - und dreimal darfst Du raten, was da drin steht…

(Z.B. „Duden. Briefe gut und richtig schreiben. Ratgeber für richtiges und modernes Schreiben.“ 1997, S. 36)

Ich muß mich doch nicht hier mit Dir um
so etwas Nichtiges streiten.

Da gibt’s ja auch eigentlich nichts zu streiten ;=)

Wer nichts
von anderen lernen will, der bleibt eben
bei seinem alten Käse und glaubt, der sei
das Richtige. Na und? Wenn ich dann einen
Brief von Dir oder einer Firma bekomme,
die mich einfach so mit Herrn oder
vielleicht auch Fräulein anschreibt, dann
weiß ich, was ich von ihr und zu halten
habe.

Geschäftskorrespondenz ist nun einmal etwas recht Konservatives, mit Ausnahme vielleicht einiger weniger Branchen, wie der Werbewirtschaft.

Aber Dir steht es selbstverständlich
frei, solche Briefe zu verschicken :wink:

Ganz offensichtlich steht es auch allen anderen frei - und ganz offensichtlich nutzen sie diese Freiheit. Ich hab’ grad noch einmal nachgesehen: Die meisten Briefe (mit männlichem Adressaten) in unserem Posteingang haben die Anrede „Herrn“ drauf - der Rest nur Name und Vorname…

Reinhard

Hallo Cristoph,
mein Sprachgefühl hat mir zur Form Herrn geraten. Ob das wirklich richtig ist, wußte ich zunächst nicht.
Herr oder Herrn in der Briefanschrift, die Frage ist ganz eindeutig zu beantworten: Herrn ist richtig. Der Duden läßt keine Wahl:
in Ausgabe 21 des Rechtschreibdudens ist dies in Regel 100 nachzulesen. „Der Titel ‚Herr‘ wird in Verbindung mit einem Namen immer gebeugt. […] Für die Beugung der Titel in Anschriften gelten dieselben Richtlinien, auch dann, wenn die Präposition (das Verhältniswort) wegfällt.“
Es gibt also nicht eine veraltete und eine fortschrittliche Schreibweise, sondern nur eine richtige.
Ursache ist wohl, daß es sich um eine Anschrift handelt, mit der gebeugten Form also ausgedrückt wird, daß der Brief an die genannte Person gerichtet ist.
Schade, daß hier gleich Polemik aufkommt. Hier in dieser Rubrik sind wir doch alle an der eigenen Sprache interessiert.

Gruß,
Rainer

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich empfehle meiner Sekretärin in so einem Fall, in den Duden zu schauen - und dreimal darfst Du raten, was
da drin steht…

(Z.B. „Duden. Briefe gut und richtig schreiben. Ratgeber für richtiges und modernes Schreiben.“ 1997, S.
36)

Hallo Reinhard,

tja, da haben wir es auch schon. Der Duden 1997 ist halt auch schon wieder mindestens 2 Jahre alt. Die Änderung fand meines Wissens Anfang 97 statt.

Beanstandest du dann bei deiner Sekretärin auch alles nach der neuen Rechtschreibung geschriebene und verlangst von ihr dies doch bitte wie es im 97er Duden steht zu schreiben? Steht ja bestimmt noch alles in alter Rechtschreibung drin…

Gruß Tanja (diktiert ihrer Sekretärin immer Herr XX ohne n)