Anschaffung von 2(!) Hunden

Hallo!
Ich überlege, mir in ferner Zukunft zwei Hunde anzuschaffen, bin mir aber über Rasse(n) etc. noch nicht im klaren. Es sollen zwei sein, da ich berufsbedingt nicht immer jede Sekunde bei ihnen sein kann und ich möchte, dass sie glücklich und „artgerecht“ aufwachsen.
Jetzt die eigentlichen Fragen:

  1. Ist es ratsam die Hunde gleichzeitig zu kaufen und an die neue Umgebung zu gewöhnen oder lieber erst den einen und dann den anderen?
  2. Wenn das 2. zutrifft: In welchem Abstand sollte man sie anschaffen?
    (Ich habe mal gehört, es wäre nicht schlecht, erst den 1. komplett zu erziehen und dann erst so nach einem Jahr den 2. zu kaufen, richtig oder falsch?)
  3. Ist es sinnvoll Hunde-Geschwister zu nehmen?
  4. Welche Kombination ist ratsam? (Hündin-Hündin; Rüde-Hündin; …)
  5. Ist meine ganz oben genannte Überlegung der möglichst „artgerechten“ Hundehaltung sinnvoll oder heimse ich mir mehr Stress als Freude an der Sache mit meinem Plan ein?
  6. An diejenigen, die 2 Hunde haben: Fällt das beim Putzen sehr viel mehr ins Gewicht als 1 Hund? :wink: (wäre für mich kein ausschlaggebender Punkt, aber trotzdem mal gut zu wissen)

Also, wer hat (Erfahrung mit) zwei Hunde(n) und kann mir ein paar Tipps geben?
MfG Jessi

Guten Morgen Jessi,

pauschal kann man das so kaum beantworten. Welche Rasse schwebt Dir vor ? Wie wohnst Du ? Garten , Haus , Mietwohnung ? Wie lange sind Deine Arbeitszeiten ?
Grundsätzlich finde ich 2 schon klasse. Gleiches Geschlecht auf jeden Fall einfacher…
Bei großen Rassen können die sich in Abwesenheit der Leute gegenseitig die Knochen kaputt spielen. Bei kleinen Rassen hat man meist Kläffer…also nicht so einfach.
Erzähl erstmal Deine Vorstellungen und wie Du lebst…dann kann man einfacher darauf eingehen.
Erstmal einen groß ziehen und der erzieht mit, ist sicher richtig, dann wartest Du aber 2 bis 3 Jahre bis der 2. einzieht. Und wenn der erste Blödsinn macht, lernt der andere das natürlich auch ( meist als erstes …***grummel***)
Hundeschule ist immer zu empfehlen…sind es Deine ersten Hunde ?
Grüße
Margit

  1. Ist es ratsam die Hunde gleichzeitig zu kaufen und an die
    neue Umgebung zu gewöhnen oder lieber erst den einen und dann
    den anderen?

Gleichzeitig,am einfachsten sind Geschwister, aber gleichgeschlechtlich.

  1. Ist meine ganz oben genannte Überlegung der möglichst
    „artgerechten“ Hundehaltung sinnvoll oder heimse ich mir mehr
    Stress als Freude an der Sache mit meinem Plan ein?

MHM, es hat Vor-und Nachteile, da die zwei ja voneinander lernen, allerding lernen sie nicht nur die „guten“ Sachen voneinander, uns ist es damals passiert, das die eine Hündin irgendwann anfing am Sofa zu kratzen, die andere hat´s dann nachgemacht… :frowning:

  1. An diejenigen, die 2 Hunde haben: Fällt das beim Putzen
    sehr viel mehr ins Gewicht als 1 Hund? :wink:

Naja, je nachdem was du für Hunde nimmst, kann das vor allem beim bürsten zeitaufwendig werden, ansonsten geht´s (außer sie haben Durchfall-gleichzeitig…)

Wir hatten erst einen Hund, dann zeitgleich zwei Berner-Sennen Hündinnen, waren 5 Leute (Eltern, Kinder, Opa) die sich gekümmert haben. Jetzt haben wir einen „neuen“ Hund mit dem es insofern „einfacher“ ist, das er kurzes Fell hat und aufgrund der vorher gemachten Erfahrung besser erzogen ist. Schwierig wars bei den Zweien, als eine krank wurde und starb, die andere ist ca. 6 Monate später auch gestorben, woran genau wissen wir nicht…
Hoffe etwas geholfen zu haben
LG

Hallo Jessi!

Sich zwei Hunde anzuschaffen ist im Grunde genommen sicher eine gute Idee. Schliesslich sind Hunde Rudeltiere und ein Mensch kann niemals einen Hund ersetzen. Damit will ich aber nicht sagen, dass einzeln gehaltene Hunde unbedingt bedauernswerte Kreaturen sind - ganz im Gegenteil!

Du sagst, Du möchtest Dir zwei Hunde anschaffen, weil Du „nicht jede Sekunde mit ihnen zusammen sein kannst“ weil Du arbeitest und weil Du möchtest, dass Deine Hunde trotzdem glücklich sind. Das klingt sehr vernünftig. Doch ganz konkret: wie lange werden die Hunde pro Tag alleine sein? 4-5 Stunden täglich sind absolut vertretbar - bei erwachsenen Hunden. 6-8 Stunden sollten die Ausnahme bilden - das sollte wenn irgendwie möglich nicht vorkommen, doch mehr als 9 Stunden sind eindeutig viel zu viel. Falls Du die Hunde täglich mehr als 6 Stunden ununterbrochen nur sich selbst überlassen müsstest, würde ich mir an Deiner Stelle Dein Vorhaben nochmal gut überlegen. Dennoch gibt es Lösungen: vielleicht gibt es jemanden in der Nachbarschaft (z.B. Jugendliche, Rentner) die die Hunde ein- bis zweimal in Deiner Abwesenheit ausführen können. Vielleicht gibt es in der Nachbarschaft jemanden, der selbst keinen Hund haben kann/darf, doch sich gerne mit einem "Pflege"hund beschäftigen würde…?

Suche diese Leute BEVOR Du Dir die Tiere anschaffst, das zeigt Dir dann auch, ob es überhaupt Leute gibt, die Deine Hunde gerne ausführen würden.

Obwohl Dir bis jetzt geraten wurde, zwei Hunde gleichzeitig zu kaufen, bin ich persönlich da eher skeptisch. Es kommt allerdings sehr darauf an, was für Hunde Du kaufen und wie Du sie halten möchtest. Dachtest Du eher an zwei Yorkshire Terrier, zwei Labradors oder zwei Bernhardiner? Willst Du die Tiere während Deiner Abwesenheit oder auch ganz generell im Garten lassen?

Gewisse Rassen sind überhaupt nicht geeignet, im Zwinger oder im Garten zu leben, das ist allerdings nicht unbedingt von der Grösse abhängig. So können zwei Dackel durchaus draussen gehalten werden, zwei (Rough) Collies oder zwei Afghanen eher nicht.

Ich würde höchstens gleich zwei Hunde auf einmal kaufen, wenn sie vor allem draussen leben sollen. Dann ist es von Vorteil, wenn sie sich eher an ihrem Argenossen als an „ihrem“ Menschen orientieren. Zwei Hunde auf einmal also nur, wenn die Tiere von Anfang an oft alleine bzw. zu zweit gelassen werden.

Möchtest Du die Hunde im Haus halten und eine enge Bindung zu ihnen aufbauen (vielleicht möchtest Du z.B. mal Hundesport machen), würde ich eher erst den einen und dann den zweiten kaufen. Warum? Junge Hunde durchlaufen empfindliche Phasen, während denen die Hunde ganz besonders durch alle Erlebnisse geprägt werden. Möchte man den Welpen sorgfältig prägen, braucht man sehr viel Zeit. Zwei Welpen zusammen benötigen logischerweise viel mehr Zeit. Die Welpen schauen sich alles ab - ALLES. Das heisst, wenn z.B. der eine Gefallen an der Jagd findet, wird der zweite mit grösster Wahrscheinlichkeit mitziehen. Mag der eine aus irgend einem Grund andere Hunde nicht, wird der zweite mitziehen. Dann braucht man noch viel mehr Zeit, weil man eine gewisse Zeit lang getrennt mit den Hunden spazieren / üben gehen muss, will man die Kontrolle nicht total verlieren. Ausserdem: solltest Du mit den Welpen eine Welpenspielgruppe oder später einen Erziehungskurs besuchen (was sehr empfehlenswert ist) wirst Du Schwierigkeiten haben, zwei Hunde auf einmal zu „handlen“. Viele Profis haben damit Mühe. Du bräuchtest jemanden, der Dir den zweiten Hund abnimmt - was wiederum das Problem mit sich bringt, dass nicht DU mit dem Hund gearbeitet hast.

Deshalb ist es meiner Meinung besser erst einen Hund zu kaufen und gut zu erziehen und erst später einen zweiten anzuschaffen. Dazu sollte der erste allerdings erwachsen sein, dh. je nach Rasse 2- besser 3 Jahre alt sein. Lass Dich nicht täuschen, viele Leute behaupten, Hunde seien mit 1 Jahr ausgewachsen, was allerdings so nicht stimmt. Geistig sind die meisten Hunde erst mit 2,5 Jahren voll entwickelt und ausgewachsen.

Selbstverständlich kann es auch gut gehen einen zweiten Hund schon nach einem Jahr anzuschaffen, doch ich würde eher davon abraten.

FALLS die Hunde keine besondere Erziehung absolvieren sollen und eher im Garten leben und einfach ab und zu spazieren geführt werden ist es durchaus sinnvoll Hunde-Geschwister zu nehmen. Die Trennung ist dann nicht ganz so schwierig.

Ich würde Dir eher die Kombination Rüde und Hündin empfehlen. Das ist meist am Unkompliziertesten. Dabei sollte aber unbedingt einer der beiden oder noch besser beide kastriert werden.

Deine Überlegungen zur „artgerechten“ Hundehaltung haben durchaus etwas für sich. Vergiss aber nicht, dass sich zwei Hunde nur weil es zwei sind deswegen nicht selbst erziehen. Die beiden (solltest Du Dich denn wirklich für ein Paar auf einmal entscheiden) müssen unbedingt VIEL Kontakt zu anderen Hunden haben und das nicht nur, wenn sie jung sind.

Ich behaupte, dass Du Dir wohl weniger Stress einheimst, wenn Du Dir einen Hund um den anderen kaufst und nicht beide auf einmal - wenn Du die Tiere im Haus (eben als Haustiere) mit viel Familienanschluss halten möchtest.

Was die zwei Hunde und das Putzen betrifft: hier kommt es wieder auf die Rasse an, aber generell hast Du an zwei Hunden nicht viel mehr Putzarbeit zu leisten als an einem. (Das ist jedenfalls bei mir so - ab 3 machts dann allerdings schon einen Unterschied). Haben jedoch beide einen Virus eingefangen und Durchfall und erbrechen - DANN spielt es eine grosse Rolle ob Du einen oder zwei Hunde hast… :o)

Im Übrigen finde ich es super, dass Du Dich informiert BEVOR Du die Hunde gekauft hast!

Gruss,

Semiramis

Hallo Jessi,
Schön wenn Du Dir schon Gedanken machst, bevor Du einen Hund nimmst.
Aber ich möchte nicht versäumen, Dich darauf aufmerksam zu machen noch über etwas anderes nachzudenken.
Hunde nehmen auch viel Zeit in Anspruch, Auch wenn man einen Garten hat, brauchen Hunde Spaziergänge und Kontakt mit anderen Hunden, das heißt: Jeden Tag hinaus, bei jedem Wetter, egal ob Sommer oder Winter egal wie es Dir geht. Und das Jahrelang.
Was ist, wenn Du auf Urlaub fahren willst?
Nimmst Du die Hunde mit? Hast Du jemanden der im Falle eines Urlaubs oder einer Krankheit auf die Hunde aufpasst oder mit Ihnen Gassi geht.
Hunde kosten auch Geld:
Futter, Hundesteuer, Impfungen, Tierarztkosten bei Krankheit ( eventuell teure Operationen )Hundehaftpflicht, eventuell Krankenversicherung.
Die anderen haben Dir ja schon auf die Fragen geantwortet, deshalb wollte ich dies noch zur Sprache bringen.
Ich will Dir auf keinen Fall abraten, ich habe ja selber Hund und Katze, vorher hatte ich 15 Jahre lang 2 Hunde und ich möchte sicher nicht ohne Tiere leben, gerade deshalb wollte ich Dir auch noch schreiben, was man auch sonst noch überlegen sollte.

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Guten Morgen Jessi,

eins ist sicher, solltest du mit hunden keine erfahrung haben, tust du dir und dem bzw. den hunden einen gefallen, wenn du erstmal nur einen nimmst. dann solltest du dir über die rasse „ernsthaft“ gedanken machen.

und bedenke: dein ganzes leben wird „umgekrempelt“, wenn ich da an meine junge denke, lach ich jetzt noch kaputt - aber nur im nachhinein… :wink:

viele grüsse
zicke

Hallo!
JA vielen Dank für die vielen Antworten. Ich lebe in der 1. Etage eines Hauses mit kleinem, aber ausreichenden Garten und habe Erfahrung mit Hunden. Mir schwebt eine Hunderasse mittlerer Größe vor (Labrador (schon etw. groß), Beagle,…am liebste aber Hütehundrasse oder Mischling).
Am Ende werde ich eh schauen müssen ob die beiden zusammenpassen oder ob ich einen passenden zweiten zum ersten finde, da muss ja auch irgendwie die Chemie stimmen.