Anschlag in London

Die Logik?
Hallo Oliver,

du hast Recht, was die Beschreibung der Situation der Zuwanderer betrifft. Was ich nicht verstehe, ist deine Schlussfolgerung. Laut der Information über die Selbstmordattentäter haben sie meist keine Schwierigkeiten mit der Mathematik. Zum Beispiel, „Mohammed Atta hat acht Jahre lang an der Technischen Universität Harburg Elektrotechnik studiert, auch noch, nachdem er schon sein Diplom hatte.“ usw.

Ich vermute, die Gründe für die Verbreitung der „extremistischen Gedanken“ liegen tiefer. Vielleicht hast du auch nur zugespitzt formuliert…

Gruß

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Hai, Barbara,

naja, dein vergleich hinkt für mich, weil die briten kein
probem mit ihrer vergangenheitsbewältigung haben. daran kanns
also nicht liegen. sorry, dieses 68er-bashing nervt mich
manchmal sehr. denn ich sehe das nicht so, dass „wir alle“
wurzel- und wertelos aufgewachsen sind - zumindest nicht, wenn
wir aus 68er haushalten kommen:smile:)…im gegenteil. gerade hier
wurden werte vermittelt wie demokratiebewusstsein, ziviler
ungehorsam, menschenrechte - eben eine bestimmte „ideologie“ -
ob man das jetzt gut und richtig findet ist ja ne andere
sache. :smile: werte waren es bestimmt!

ich hatte in meinem Posting x-mal „Werte“ geschrieben - und wieder gelöscht… Denn ich meine ja eben nicht Werte (die durchaus vermittelt wurden, wenn nicht direkt von den Eltern, dann doch von Lehreren - da sind wir uns einig), sondern eben die Wurzeln, auf denen diese Werte beruhen.
Die Wurzeln des zivilien Ungehorsams z.B. reichen ja nunmal nicht wirklich tief in die Geschichte, zumindest hier in Deutschland nicht.

Einer der wesentlichen Impulse der 68er-Bewegung war doch der Gedanke „Wir machen alles neu“ und zwar weltweit, wenn auch in Deutschland mit dem Extra-Impuls, daß die jüngere Vergangenheit wirklich nichts war, worauf man hätte stolz sein können. In der Schweiz z.B. war die Idee zivilen Ungehorsams nichts, was als völlig neue Idee die vorherige Generation hätte ärgern können - die haben ja den Volkshelden Tell.

Und so gab es natürlich von Land zu Land unterschiedlich starke Ausprägungen, wie neu die Werte der 68er-Generation waren; in Deutschland stärker, als in GB und dort stärker als in der Schweiz.

Und es handelt sich nicht um 68er-Bashing - sie sind nicht mehr und auch nicht weniger „schuld“ an der aktuellen Situation, als andere Generationen. Und daß Werte ohne Wurzeln auf Dauer nicht funktionieren, kann man eben erst heute sehen.
In GB z.B. kann sich die aktuelle Generation (der Briten) wieder dem Königshaus zuwenden - eine alte Tradition, sie können ihren Kindern die alten Legenden erzählen, stolz sein auf Trafalgar und was weiß ich noch alles und die 68er-Werte können auf Volkshelden wie Robin Hood oder William Wallace zurückgeführt werden.
Das ist in Deutschland (für Deutsche) nicht so einfach - wer kennt denn noch die Edda? Und selbst wenn - wer würde sich denn trauen, die, oder auch die Variante des Rings der Nibelungen, seinen Kindern zu erzählen? Und wieviele Deutsche können schon wenigstens einen deutschen Helden des Widerstandes nennen, der vor dem 2. Weltkrieg lebte? (Und daran sind die 68er auch nur zum kleinsten Teil schuld)

Und noch viel stärker trifft dieser Effekt die Einwanderer - ganz ohne Vergangenheitsbewältigungsproblemen und ohne 68er: die, die sich integrieren wollten (bei „unseren“ Türken überwiegend die zweite Generation - die erste wollte ja meist wieder nach Hause), haben ihre Wurzeln verdrängt, haben ihre alten Traditionen aufgegeben, um sich anzupassen (an eine Gesellschaft, die zwar Werte, aber eben keine Wurzeln für diese Werte hatte). Sie hatten keinen Atatürk mehr an der Wand zu hängen, der Islam ist für die meisten von denen so lebensbestimmend, wie bei den meisten Deutschen das Christentum - und ihre Kinder suchen, so wie unsere, jetzt wieder Wurzeln.

Während unsere Generation gut auf dem Weg war, die Nationen-Schranken zu überwinden (was der Erziehung durch die 68er zu verdanken ist), fallen unsere Kinder auf die Werte der Ur-Großeltern zurück, versuchen, an die, ihrer Meinung dort noch vorhandenen, Traditionen anzuknüpfen. Und National-Stolz und Religion sind eben die hervorstechensten Merkmale, die von dieser Generation an unsere Kinder überliefert wurden. Die jungen Türken wenden sich dem Islam zu und feiern Atatürk (verstärkt durch den Druck, daß sie hier als fremd angesehen werden), die jungen Deutschen werden so etwas Ähnliches wie Nazis und/oder feiern den Papst, die jungen Briten mischen Deutsche auf (weil sie ja den Krieg gewonnen haben und Deutsche sowieso alles Nazis sind) und sind selbst so etwas Ähnliches wie Nazis und die jungen Pakistani wenden sich eben auch dem Islam und dem Nationalstolz zu. Alles natürlich in unterschiedlichen Ausprägungen.

nicht, dass nicht viele symptome, die du genannt hast, nicht
vorhanden sind in der gesellchaft - ich glaube nur nicht, dass
man das monokausal auf die studentenbewegung „schieben kann“.

Das wollte ich gar nicht monokausal verstanden wissen - es ist ein, meiner Meinung nach wichtiger, Teilaspekt.

meine beobachtung in deutschland ist vielmehr, dass wir ein
altes nationalgefühl, dass auf militärischer stärke und
preußischen tugenden beruhte, jahrzentelang gegen ein stolzes
bewusstsein, *die* wirtschaftsmacht zu sein, eingetauscht
haben. preußen und militär war eben - zurecht - out -
kapitalismus in. wir kauften uns freunde in der welt, wir
hatten das wirtschaftswunder, wir bauten die besten autos, wir
waren fleißig und erfolgreich und die züge kamen pünktlich.

-)

Das genau meinte ich: Werte, die nur aktuellen Bezug haben - ohne Wurzeln und Vertreter in der Vergangenheit. Dabei gäbe es diese Wurzeln - sie werden nur nicht so stark in den Schulen hervorgehoben, wie es eigentlich sinnvoll wäre. Zum Beispiel die Preußen - die stehen nicht nur für Militär, Gehorsam, Pünktlichkeit, sondern eben auch für Religionsfreiheit und Bildung für’s Volk.

ein gemeinschaftsgefühl scheint nur im gemeinsamen jammern
aufzukommen, was niemand so wirklich spaß bringt - und auf

*giggel* das lässt sich aber ebensowenig auf die britischen Verhältnisse übertragen, wie die Vergangenheitsbewältigungsprobleme…

andere, die nicht so recht wissen, ob sie dazugehören, wenig
attraktiv wirkt. als türke in berlin kann ich mir dann

…was wiederum in beiden Ländern zutreffen dürfte…

Und ja, es ist „eigentlich nur“ ein Generationenkonflikt, aber es ging mir darum, einen Aspekt aufzuzeigen, warum „die Jugend“ ausgerechnet in die Radikalismen verfällt (überzogene Religion oder überzogener Nationalstolz), die wir doch, dank der Erziehung durch die 68er, (zumindest beinahe) überwunden glaubten.

Gruß
Sibylle

Hai Sibylle:smile:,

nachdem sich die Jugendkultur aber wohl vor allem in der ehemaligen DDR national gibt, würde das absolut NULL mit den 68ern zu tun haben, wohl aber mit einer Entwurzelung, besser gesagt dem Zusammenbruch eines Wertesystems. Die DDR ist weg und ihre klaren Feind- und Freundbilder auch - und andere Werte sind nicht klar zu erkennen.

Wobei ich mich selbst zwar nicht als wurzellos betrachte, aber auch wirklich nie auf die Idee käme, die Edda und die germanische Kultur als meine „Wurzeln“ zu sehen:smile:) - du liebe Güte. Dann doch eher Lessing, Schiller, Heine & Co:smile:.

ich hatte in meinem Posting x-mal „Werte“ geschrieben - und
wieder gelöscht… Denn ich meine ja eben nicht Werte (die
durchaus vermittelt wurden, wenn nicht direkt von den Eltern,
dann doch von Lehreren - da sind wir uns einig), sondern eben
die Wurzeln, auf denen diese Werte beruhen.
Die Wurzeln des zivilien Ungehorsams z.B. reichen ja nunmal
nicht wirklich tief in die Geschichte, zumindest hier in
Deutschland nicht.

müssen Wurzeln, damit sie funktionieren und glücklich machen, denn immer tief in die Vergangenheit reichen? Wieso eigentlich? müssen wurzeln immer national definiert sein? können wurzeln nicht auch rein familiär definiert sein? oder lokal (meine stadt?) - ich seh diese wurzellosigkeit nicht so krass wie du. und auch unsere jugend nicht so wurzel- und wertelos…ich vermute eher, dass das jede ältere generation über die jüngere sagt:smile:…

Das ist in Deutschland (für Deutsche) nicht so einfach - wer
kennt denn noch die Edda? Und selbst wenn - wer würde sich
denn trauen, die, oder auch die Variante des Rings der
Nibelungen, seinen Kindern zu erzählen? Und wieviele Deutsche
können schon wenigstens einen deutschen Helden des
Widerstandes nennen, der vor dem 2. Weltkrieg lebte? (Und
daran sind die 68er auch nur zum kleinsten Teil schuld)

naja, der mangel an vorbildern wird ja immer wieder beklagt - ich glaube aber, dass sich die meisten eben vorbilder aus der näheren umgebung suchen - muss ja nicht immer der große widerstandsheld sein.

und wie gesagt: ich persönlich habe nicht das gefühl, dass die nibelungen wirklich was mit meiner identität und meinen wurzeln zu tun haben. und ich habe auch nicht das gefühl darunter zu leiden:smile:). ich sehe da andere wurzeln - und andere vorbilder und identitäten, die eine rolle spielen.

Und noch viel stärker trifft dieser Effekt die Einwanderer -
ganz ohne Vergangenheitsbewältigungsproblemen und ohne 68er:
die, die sich integrieren wollten (bei „unseren“ Türken
überwiegend die zweite Generation - die erste wollte ja meist
wieder nach Hause), haben ihre Wurzeln verdrängt, haben ihre
alten Traditionen aufgegeben, um sich anzupassen (an eine
Gesellschaft, die zwar Werte, aber eben keine Wurzeln für
diese Werte hatte).

ich bestreite entschieden, dass wir keine wurzeln für unserer werte haben.
werte entstehen ja nicht im luftleeren und geschichtslosem raum. gerade das thema menschenrechte z.b. hat eine sehr, sehr lange tradition - sehr lange wurzeln in der europäischen geschichte. auch unsere demokratie und die demokratische idee gibt es nicht erst seit 1945, ebenso der liberalismus z.b. - und eigentlich alle „ideologien“, über die wir heute streiten.

und zu den einwanderern: scheinbar ist das ja vor allem ein problem der türken. italiener und andere einwanderer sind deutlich „assimilierter“ und in unserer gesellschaft angekommen - selbst wenn sie aus viel fremderen kulturen kommen (ich kenne z.b. selbst einige inder, die hier seit jahrzehnten leben). ich glaube eher, gerade weil die türken nie hier angekommen sind, mit unserern werten nichts anfangen konnten (vielleicht vom kapitalismus mal abgesehen), haben wir diese probleme. wenn die 2. generation so angepasst wäre, wie du sagt, hätte die 3. generation nicht das problem kaum deutsch zu können. da fängt’s ja schonmal an. es würde auch das problem der zwangsverheiratungen in die türkei nicht geben, wenn die 2. generation angeblich so fern der traditionen wäre. sie begreift aber scheinbar doch ihre wurzeln als „türkisch“ (wobei noch die frage ist, ob das dem entspricht, was heute in der türkei gelebt wird. )

Das genau meinte ich: Werte, die nur aktuellen Bezug haben -
ohne Wurzeln und Vertreter in der Vergangenheit. Dabei gäbe es
diese Wurzeln - sie werden nur nicht so stark in den Schulen
hervorgehoben, wie es eigentlich sinnvoll wäre. Zum Beispiel
die Preußen - die stehen nicht nur für Militär, Gehorsam,
Pünktlichkeit, sondern eben auch für Religionsfreiheit und
Bildung für’s Volk.

du meinst also nachhaltige werte:smile: - die müssen aber nicht unbedingt „alt“ sein und tradition haben, damit sie „gut“ sind für eine gesellschaft!

ein gemeinschaftsgefühl scheint nur im gemeinsamen jammern
aufzukommen, was niemand so wirklich spaß bringt - und auf

*giggel* das lässt sich aber ebensowenig auf die britischen
Verhältnisse übertragen, wie die
Vergangenheitsbewältigungsprobleme…

ja, ich bin auch etwas vom thema abgekommen, gebe ich zu:smile:)…

grüßlis,

barbara

p.s. irgendwann will ich dich dann auch mal endlcih kennen lernen - solange ich meine wurzeln noch in berlin schlage:smile:)…(ändert sich vielleicht nächstes jahr, schau mer mal…)

Hallo,

du hast Recht, was die Beschreibung der Situation der
Zuwanderer betrifft. Was ich nicht verstehe, ist deine
Schlussfolgerung. Laut der Information über die
Selbstmordattentäter haben sie meist keine Schwierigkeiten mit
der Mathematik.

meine Schilderung bezog sich nicht auf die Selbstmordattentäter, sondern war eine Antwort auf folgende Passage aus Stephans Posting:

„Solche Nachkommen, die in unserer westlichen Welt leben, übernehmen doch auch unsere Sprache und Kultur. Was läuft denn hier falsch?

Falsch ist hier m.E. die mangelnde Integration. Etliche Zuwanderer bzw. ihre Nachkommen übernehmen nicht unsere Sprache und Kultur. Dieses Problem gibt es nicht nur im Vereinigten Königreich, sondern auch in Deutschland. Bei uns ist es sogar größer als dort.

Ich habe die Problematik der mangelnden Integration anhand einiger Ergebnisse aus den beiden PISA-Studien belegt, weil sie mir aus beruflichen Gründen vertraut ist. Du hast Recht, daß diese Ergebnisse nicht das Handeln der Selbstmordattentäter des 11. September erklären können. Ich hätte das in meinem Posting sagen sollen, weil Stephan in seiner zweiten Frage nach einer Erklärung dafür gefragt hat. Der Verweis auf die PISA-Ergebnisse diente dem Nachweis, daß es große Bevölkerungsgruppen in den westlich orientierten Staaten gibt, die nicht integriert sind. Darin sehe ich ein Problem und ein Aspekt dieses Problem ist für mich, das es von extremistischen Gruppierungen ausgenutzt werden kann.

Grüße,

Oliver Walter

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hi, die antwort heisst aus meiner sicht: fanatismus. es ist egal, welchen ursprungs der fanatismus ist, ob er religiös oder politisch ist. sobald das menschliche leben, der wert des lebens, der fanatischen theorie untergeordnet ist, kann man andere töten und auch sich selbst. es ist eine frage von sozialisation: komme ich in meinem leben in ein umfeld, das mir solche theorien anbietet und fallen diese auf fruchtbaren boden? kapitalisten-führer müssen erschossen werden (raf, 80er jahre) und ungläubige auch (religiöser fanatismus)??? ja warum denn? doch nur, weil ich nie gelernt habe, dass ich genauso viel wert bin, wie jeder andere

Falsch ist hier m.E. die mangelnde Integration. Etliche
Zuwanderer bzw. ihre Nachkommen übernehmen nicht unsere
Sprache und Kultur. Dieses Problem gibt es nicht nur im
Vereinigten Königreich, sondern auch in Deutschland. Bei uns
ist es sogar größer als dort.

Du hast Recht,
daß diese Ergebnisse nicht das Handeln der
Selbstmordattentäter des 11. September erklären können.

Ich schlage vor, wir warten einige Tage ab, bis wir über die Briten aus Leeds mehr wissen. Ich spekuliere, daß 3 von 4 Attentäter einen guten Schulsabschluss hinter sich hatten und denen eine eindeutige Integration nachgewiesen wird. Es ist zu früh, hier logische Schlüsse zu ziehen, meine ich noch einmal…

Gruß

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hallo,

zugegeben, ich mag deine argumentation aus dem bauch heraus nicht. es klingt zu sehr nach „wir sind selber dran schuld, denn die armen attentäter waren nicht genug integriert“.

aber ich will versuchen, zwei rationale begründungen einzubringen, warum ich dem nicht zustimme.

zuerst: ich lebe selber in einem einwanderungsland. mehr als ein viertel der bevölkerung hat eine andere muttersprache als die amtssprachen es sind. fast alle diese einwanderer haben bis in die dritte generation eigene kulturelle merkmale bis zur mentalität behalten. mangelnde sprachkompetenz führt definitiv zu problemen - ich habe sie selbst. das andersserin führt definitiv zu persönlichen krisen - ich kenne auch das.

du meinst das würde mich zum bombenleger prädestinieren? wenn das so wäre, müßten täglich bomben von neueinwanderern hochgehen, denn sie sind allesamt schlechter integriert als die seit generationen hier lebenden araber.

zum zweiten: die durchführung von attentaten von der rekrutierung der ausführenden bis zur logistik des tatsächlichen angriffs verlangt höchste kenntnisse in technik, physik, chemie und vieles mehr. man kann nicht einfach ein bömbchen wohinsetzen und auf das knöpfchen drücken. das ist nur im film so. ein dummer mensch kann so etwas weder planen noch durchführen!

es ist bekannt, daß die wtc-attentöter allesamt studierte waren, teilweise in europa ausgebildet, alle aus reichen familien.

ich habe also durchaus auch argumente gegen diese einstellung, die ich aber rein gefühlsmäßig als abstoßend empfinde.

gruß
dataf0x

Peet, ich kann Dir nur zustimmen. Die Einwanderer"problematik" ist hier in UK eine andere als in Deutschland.

Ich moechte auch darauf hinweisen, dass es hier in London genuegend Deutsche gibt, die schlechtes Englisch sprechen, in einem deutschen Buero arbeiten, beim deutschen Supermarket einkaufen, deutsches TV kucken und ausschliesslich deutsche Freunde haben. Bei denen geht auch keiner davon aus, dass sie in absehbarer Zeit eine u_bahn bombadieren oder?

A.

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Hallo,
irgendwie werde ich das Gefühl nicht los wir sind hier im falschen Brett. Das ist doch eher ein politisches Thema.
Wie dem auch sei, die Gründe warum sich Menschen solchen Kreisen anschliessen sind sehr verschieden. ‚Gebildete‘ Menschen sind fasziniert von der Möglichkeit Einfluss auszuüben und andere Menschen zu lenken. Oft haben diese Erfahrungen gemacht, dass sie trotz Anpassung in der Gesellschaft einen für sie nicht adäquaten Stellenplatz zugewiesen bekommen. Sie entscheiden sich daher bewusst gegen die Werte der Gesellschaft in der sie leben. Vernachlässigte Menschen werden angezogen durch das Gefühl der Zugehörigkeit und entwickeln Stolz wegen der Wichtigkeit, die ihrer Person in der Gruppe beigemessen wird. Bewunderung für diese Menschen ist in jedem Fall vollkommen unangebracht. Die Gruppe sorgt letztendlich dafür, dass die ‚heroischen Taten‘ dann tatsächlich auch ausgeführt werden.
Diese anschliessend dauernden Diskussionen / Forderungen um Integration im Anschluss an irgendwelche Anschläge nerven mich ziemlich. Oftmals erscheint dies als Zumutung wenn Leute, die sich nicht im geringsten um andere Kulturen, Sprachen oder Mentalitäten kümmern hier dauernd Integrationsbemühungen einfordern. Integration bedeutet die gegenseitige Bereitschaft der Aufnahme und des geistigen Austausches.
Genauso nerven mich aber die verhinderten Despoten, die sich hier als Unterdrückte bezeichnen und so sehr leiden weil sie nicht die Möglichkeit haben in ihren Heimatländern andere zu unterdrücken. Als Ersatz fordern sie hier im Westen rechtsfreie Räume im Namen der Toleranz. Was für eine verlogene Bande.
Grüsse,
Elke

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ganz kurz
Hai, Barbara,

ja, ich bin auch etwas vom thema abgekommen, gebe ich
zu:smile:)…

Weil wir beide nicht mehr so ganz beim Thema sind und ich überhaupt finde, daß sich sowas viel besser RL diskutieren lässt, würd ich vorschlagen, wir verschieben den Rest der Diskussion…

p.s. irgendwann will ich dich dann auch mal endlcih kennen
lernen - solange ich meine wurzeln noch in berlin
schlage:smile:)…(ändert sich vielleicht nächstes jahr, schau
mer mal…)

…weil sich da scheinbar wieder ein Treffen anbahnt (mein letzter Versuch ist ja grandios gescheitert… *ggg*)

Gruß
Sibylle

Nachtrag
Hallo

Hiermit möchte ich allen danken, die sich an der Diskussion um die Anschläge in London beteiligt haben.
Ob solche Anschläge aus mangelnder Integration entstehen, dem reinem politischen Zweck dienen oder religiös motiviert sind, wir werden damit leben müssen. Es ist mir kein Trost, dass es solche Vorfälle schon überall gegeben hat, dies in allen geschichtlichen Zeiten, und von den unterschiedlichsten Tätern ausgeführt.
Der Zweck heiligt nicht die Mittel.
Ich wünsche Euch eine friedvollere Zeit und schöne Ferien.
Viele Grüsse
Stephan