Hallo,
mich interessiert, ob Kliniken / Klinikärzte angehalten
werden, die Verordnungen von AHBs zu beschränken?
Das ist durchaus möglich, denn Ärzte leiden schon seit langem an Einschränkungen, wem sie was verschreiben dürfen.
Oder wird sowas wie eine schwarze Liste geführt, wer wie viele
Verordnungen gemacht hat und wer über den Schnitt kommt
handelt sich Ärger ein?
Ärzte müssen mit finanziellen Rückerstattungen rechnen, wenn ihr vorgegebenes Maximum an Verschreibungen überschritten wird. Daher kommen zum großen Teil auch die inzwischen langen Wartezeiten auf Termine für Kassenpatienten.
In Kliniken geschieht seit einiger Zeit recht Fragwürdiges. Ich will hier ein Beispiel anführen, daß sich in meinem engsten Familienkreis so zugetragen hat.
Ein großes auf Brustkrebs spezialisiertes Krankenhaus in einer deutschen Großstadt, in komerzieller Trägerschaft: Die Patientinnen dort wurden erst einmal operiert und dann ein zweites Mal. Bei einzelnen mag dies erforderlich gewesen sein, weil bei der ersten OP nicht alles ausgeräumt werden konnte. Doch dies geschah bei ALLEN Frauen auf einer Station.
Die Patientin an die ich dabei denke, sollte ebenfalls zum zweiten Mal operiert werden, sie weigerte sich jedoch und bestand auf ihrer Entlassung. Just, genau 10 Minuten bevor sie gehen wollte, kam dann eine Ärztin und sagte ihr, es handele sich um eine Fehldiagnose, eine zweite OP sei nicht erforderlich. Ob sie diese Information auch erhalten hätte, wenn sie sich nicht selbst entlassen hätte?
Hinzu kommt noch, daß der nachbehandelnde Internist, sich an den Kopf faßte als er die OP-Narben sah, er konnte nicht anders als zu fragen, welcher Metzger war denn da am Werk? An Metzger, die dies lesen, dies ist NICHT gegen euch gerichtet.
Da schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken…
Im Gegensatz zu deinem Beispiel = Einsparung am falschen Ende, ist meines Geldschinderei.
Ein weiteres Beispiel bei der AOK und DAK werden inzwischen auch die US-Firmen Healthways und Kaiser Permanente eingesetzt. Die DAK überläßt Healthways die telefonische Beratung von Patienten, die darauf hinausläuft, daß möglichst viel eingespart werden soll. Die Patienten erfahren aber nicht, daß sie mit Healthways reden, da sich dort alle mit DAK melden. Kaiser Permanente war der Mann, der bei Ronald Reagan durchsetzte, daß das US-Krankenwesen insgesamt, insbesondere Kliniken und Krankenversicherungen komerzialisiert und privatisiert wurden und machte es damit zum zweitschlechtesten der Welt!
Wer hierzu genaueres erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch von Renate Hartwig: Der verkaufte Patient. Außerdem schildert Michael Moore in dem Film (DVD) Sicko die amerikanischen Verhältnisse, der sollte Pflicht sein - denn dort steuern wir hin, wenn wir Ulla Schmidt und ihre Helfer wiederwählen!
Ulla Schmidt reist regelmäßig zu Kaiser Permanente in die USA, um sich dort, wie sie behauptet, „Anregungen für die Verbesserung des deutschen Gesundheitssystems“ zu holen. Sie hat inzwischen erreicht, daß so einiges übernommen wurde, allerdings KEINE „Verbesserungen“.
Gruß,
Cantate