Anschreiben - bitte um Hilfe

Hallo Community,

ich verfasse das erste Anschreiben seit Jahren - und hab das Gefühl ich komm und komm nicht voran. Deshalb meine Bitte an Euch, das bisher zusammengestümperte mal zu kommentieren. Die bewerbung soll an eine Bundesbehörde nach Berlin gehen. Hier ist der Text :

Sehr geehrte Damen und Herren,

ihre Stellenanzeige im Berliner Morgen ist mir aufgefallen und ich möchte mich als Steuerfachangestellte bewerben.

Ich befinde mich derzeit in einer ungekündigten Stellung als Steuerfachangestellte in einer Steuerkanzlei in Potsdam, wo ich mit den Mandantenbuchhaltungen und Steuererklärungen beschäftigt bin. Weitere Erfahrungen im Steuerrecht konnte ich zuvor bereits in zwei weiteren Steuerbüros in Berlin machen.

Neben meiner Zuneigung zum Steuer- und Rechnungswesen verfüge ich über einen sicheren PC-Umgang und Erfahrungen mit verschiedenen Buchungsprogrammen. Durch mein zurückliegendes Jurastudium habe ich auch einige juristische Sachkenntnis.

Zu meinen Stärken zählen Selbständigkeit, Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft, die ich während meiner bisherigen Tätigkeiten unter Beweis stellen konnte.

Ich bin ab 1. Juli 2005 verfügbar. Gerne stehe ich auch für einige Tage zur Probearbeit zur Verfügung.

Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen, gerne beantworte ich auch vorab telefonisch oder per E-Mail Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

Anlagen

Kommt das nicht hundertmal zu oft das Wort „Steuer“ drin vor??
Danke fürs Lesen!

Gruß Trixi

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hallo Beatrix, wenn dort nicht ausdrücklich steht, dass keine telefonischen Auskünfte erteilt werden, dann würde ich mir an deiner Stelle die Mühe machen den Ansprechpartner für die Stelle herauszufinden und diesen auch in der Bewerbung namentlich anzusprechen (kommt IMHO besser als das allgemeine „Damen und Herren“)

ihre Stellenanzeige im Berliner Morgen ist mir aufgefallen und
ich möchte mich als Steuerfachangestellte bewerben.

Wenn du keinen Betreff mit den konkreten Daten der Stellenanzeige hast, dann sollte in den Satz zumindest noch das Datum der Anzeige mit rein.

Ich befinde mich derzeit in einer ungekündigten Stellung als
Steuerfachangestellte in einer Steuerkanzlei in Potsdam.

Kurze Sätze lesen sich besser.

wo
ich mit den Mandantenbuchhaltungen und Steuererklärungen
beschäftigt bin.

Vorschlag: Mein Aufgabenbereich umfasst hauptsächlich Mandantenbuchhaltung und Steuererklärungen.

Weitere Erfahrungen im Steuerrecht konnte ich
zuvor bereits in zwei weiteren Steuerbüros in Berlin machen.

Vielleicht klingt „sammeln“ besser als „machen“? Und das 2. „weiteren“ evtl. durch „anderen“ ersetzen?

Neben meiner Zuneigung zum Steuer- und Rechnungswesen

Ääähm… ne Zuneigung hat man vielleicht zu ner Person oder zum Haustier, aber zu ner Arbeit…? Vorschlag: Neben meinen Kenntnissen im…

verfüge
ich über einen sicheren PC-Umgang
und Erfahrungen mit
verschiedenen Buchungsprogrammen.

Du könntest das ganze auch so gestalten, dass du das alles als Stichpunkte aufzählst.

  • gute anwendungsbereite PC-Kenntnisse (X, Y, Z)
  • juristische Kenntnisse (z.B. …) nach Jurastudium
  • selbständig, teamfähig, leistungsbereit
    …usw.
    Das lockert die Bewerbung etwas auf und macht sie übersichtlicher.

Durch mein zurückliegendes
Jurastudium habe ich auch einige juristische Sachkenntnis.

Das ist leider bissel unkonkret und wird denen nicht viel sagen.

Zu meinen Stärken zählen Selbständigkeit, Teamfähigkeit und
Leistungsbereitschaft, die ich während meiner bisherigen
Tätigkeiten unter Beweis stellen konnte.

siehe weiter oben. Inwiefern du was unter Beweis gestellt hast ist dann aus deinen Zeugnissen ersichtlich.

Ich bin ab 1. Juli 2005 verfügbar.

Vorschlag: Ich könnte die angebotene Stelle ab 01.07.05 antreten. („verfügbar“ klingt so nach „Sie können mit mir machen was Sie wollen“ :wink:

Gerne stehe ich auch für
einige Tage zur Probearbeit zur Verfügung.

Ist zwar nett gemeint, aber sowas würde ich nicht von vornherein in ne Bewerbung schreiben. Und wenn schon, dann anders formuliert. In dem Sinne, dass du daran interessiert bist im vorhinein mal einen persönlichen Einblick in die Stelle zu nehmen.

Über die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich
mich sehr freuen, gerne beantworte ich auch vorab telefonisch
oder per E-Mail Ihre Fragen.

(obiges bissel abgeändert)

Viel Glück!

MfG

Hallo Beatrix,

kein Experte, aber letztes Jahr um diese Zeit habe ich rund vierhundert von diesen Brieflein verfasst. Ein paar kleine Anmerkungen:

ich möchte mich als Steuerfachangestellte bewerben.

dann tus doch ganz einfach! „Ich möchte / würde gerne“ an dieser Stelle wirkt sehr zögerlich und kompliziert.

Ich befinde mich derzeit in einer ungekündigten Stellung

als
Steuerfachangestellte

ist redundant, ergibt sich aus dem Satz vorher.

in einer Steuerkanzlei in Potsdam,

ich mit den Mandantenbuchhaltungen und Steuererklärungen
beschäftigt bin.

Erledigst Du manchmal auch was? Vielleicht gar eigenverantwortlich und mit Erfolg?

Neben meiner Zuneigung

der Begriff bezieht sich sonst eher auf Personen; ich liebe meine USt ja auch heiß und innig, aber so weit geht die Liebe nicht…

Darüber, warum Du gerade diese Stelle haben willst, steht in dem Anschreiben bisher noch nichts. Und darüber, was Du genau für diese Stelle bietest, eher allgemein Gehaltenes. Stell Dir einen Staubsaugervertreter vor, der Dir erzählt, wie die Entwicklungsabteilung jahrelang gefeilt hat, um das Produkt zu entwickeln, das genau für Deinen Haushalt und keinen anderen geschaffen ist. „Ich habe für Sie…“ ist auch kein verkehrter Tenor für das Anschreiben.

Dein Gefühl „zu oft das Wort Steuer“ kommt wohl eher daher, dass Dir das Anschreiben beim Drüberlesen wenig prägnant, mit wenig Biss vorkommt. Konkreter ist schlagkräftiger, finde ich.

Schöne Grüße

MM