Anspruch eines Lehramtsstudiums

Hallo,

ist es richtig, dass Lehramtsstudenten in Bayern (für Gymnasien, Fächer Mathematik und Physik) in den ersten vier Semester die gleichen Vorlesungen hören und die gleichen Prüfungen absolvieren müssen wie die Studenten, die Mathematik bzw. Physik in einem Bachelor-Studiengang studieren?

Wenn ja, dann wäre doch der Zeitaufwand und die Arbeitsintensität für ein Lehramtsstudium sehr viel höher als für ein Bachelor-Studium, da man als angehender Lehrer mindestens zwei Fächer und zudem noch ein erziehungswissenschaftliches Studium absolvieren muss.

Wenn nein, in welchen Bereichen gibt es eine Vereinfachung für Lehramtsstudenten? In der Stoffmenge? In der Anzahl der zu absolvierenden Prüfungen? Oder sind die Prüfungen evtl. einfacher gestaltet? Ist ein Lehramtsstudium im Allgemeinen oberflächlicher als ein „richtiges“ Fach-Studium?

Tschüss und danke für eure Antworten,
Lisa

Hallo Lisa!
du hast richtig erfasst, du mußt mehr tun…
früher gab es daher den trick des quer einstiegs, denn die dipls(da gab es noch keinen BA) hatten nur mündliche zwip, das bei deinem eigenen prof…das war natürlich wesenlich leichter als die staatliche schriftliche zwip…

aber das loch haben sie schon lange zu gemacht…

aber im hauptstudium mußt du weniger tun als die dipls bzw BA/MAler…

und besuch wann immer es dein zeitplan zu läßt, die didaktik und methidik vorlesungen/seminare, denn du mußt da viel zu wenig tun…(nur zu hören, nichts zusätzlich tun, also ich hab aus spaß und jux und weil es mir persönlich wichtig war, 3 didaktik scheine geschrieben, obwohl nur einer verlangt war)
und unsere mathe und physiklehrer sind soooo schlecht, weil sie sich nimmer auf das niedere niveau der schüler senken können, denn sie haben im studium nur irre höhen erklommen…

ich hoffe, mein senf hilft dir ein bisserl
hab enn schönen sontag
lg
bulgadance

Hallo,

ist es richtig, dass Lehramtsstudenten in Bayern (für
Gymnasien, Fächer Mathematik und Physik) in den ersten vier
Semester die gleichen Vorlesungen hören und die gleichen
Prüfungen absolvieren müssen wie die Studenten, die Mathematik
bzw. Physik in einem Bachelor-Studiengang studieren?

Für Hessen kann ich das voll und ganz bestätigen. Soviel höher als für Dipl.Physiker ist der Aufwand jedoch nicht, da die Physiker anfangs auch viel Mathematik besuchen müssen, als Ma/Phy Lehrämtler musst du aber mehr Mathe-Scheine machen als die Physiker, und die Physikscheine sind die gleichen. Eine Erleichterung war, dass wir im A/B/C-Praktikum nur 8 statt 12 Versuche machen mussten, also immerhin etwas. Das lässt einem gegen Ende Platz zum Lernen für die Kernstudienveranstaltungen.

Wenn ja, dann wäre doch der Zeitaufwand und die
Arbeitsintensität für ein Lehramtsstudium sehr viel höher als
für ein Bachelor-Studium, da man als angehender Lehrer
mindestens zwei Fächer und zudem noch ein
erziehungswissenschaftliches Studium absolvieren muss.

Als Bachlor vielleicht schon (kenne noch keine, die so weit sind wie ich), mit den Diplomern ist es aber ungefähr vergleichbar. Im Grundstudium haben die noch ein Nebenfach (meist Chemie oder Info) und im Hauptstudium kommt gegen Ende die Arbeit in den Arbeitsgruppen auf sie zu. Die Arbeitszeiten wenn die „Messzeit“ haben, sollte man besser nicht protokollieren, das ist grausam.

Wenn nein, in welchen Bereichen gibt es eine Vereinfachung für
Lehramtsstudenten? In der Stoffmenge? In der Anzahl der zu
absolvierenden Prüfungen? Oder sind die Prüfungen evtl.
einfacher gestaltet? Ist ein Lehramtsstudium im Allgemeinen
oberflächlicher als ein „richtiges“ Fach-Studium?

Das hängt etwas von den Professoren ab. Ich wurde in der Zwischenprüfung (vergleichbar mit dem Vordiplom) z.B. auf etwas niedrigerem Niveau gefragt als die Diplomer, dafür ging es einigen Profs eher um solides Grundlagenverständnis. Besonders in Theoretischer Physik oder Atomphysik war ich dafür irgendwie dankbar.

Tschüss und danke für eure Antworten,
Lisa

Keine Ursache, aber das Fazit stimmt schon. Lehramtsstudium ist am Anfang verdammt anstrengend und entfernt sich eigentlich mit jeder weiteren Vorlesung immer weiter von dem was du später mal unterrichten wirst. Experimentalphsik 1/2 und Ana 1/2 & Lin. Algebra 1 sollte eigentlich reichen… Ok, bissl Stochastik noch oder generell Angewandte Mathematik… Das Problem ist, dass in diesen Vorlesungen NICHTS über die für die Schule wichtigen Aspekte gesagt wird, außer der (Fach-)Prof hat da irgendwie eigene Erfahrungen aus seiner Schulzeit oder so. Im Endeffekt musst du (wie mein Vorredner schon gesagt hat) so viele von den Zusatzveranstaltungen später mitnehmen wie geht (notfalls nur Drinsitzen+Skript), denn es gibt meist mehr Schwerpunktveranstaltungen als du besuchen musst.

CU
Xabbu

Hallo,

danke für die bereits erhaltenen Antworten.

Ich hab da noch eine Frage:
Ich weiß, dass es erlaubt ist, nach einem ‚Bachelor of Science‘ einen ‚Master of Education‘ zu machen, aber geht das auch umgekehrt, also, wenn ich zunächst den Lehrerberuf anstreben würde und deshalb einen ‚Bachelor of Education‘ machen würde, könnte ich dann auch so ohne Weiteres einen ‚Master of Science‘ absolvieren, falls ich es mir nach sechs Semestern doch noch mal anders überlegen sollte und ich lieber in die Forschung oder so gehen wollte?

Tschüss,
Lisa

also das würde ich im prüfungsamt erfragen!

Hei!

Ich habe in BY LAG studiert, allerdings Deutsch/Sozialkunde. Außerdem hatte ich das Glück, noch nach der alten Prüfungsordnung studieren zu dürfen, denn soweit ich weiß, wurden auch die Lehramtsstudiengänge mittlerweile auf Bachelor/Master umgestellt. Und die Abbrecherquote war wohl noch nie so hoch wie seit zwei Semestern.

Habe jetzt mal im Vergleich zu meiner Prüfungsordnung (LPO) die aktuell gültige angeschaut. Die Sache mit den Leistungspunkten ist mir nicht klar, aber von der Prüfungsanzahl (im Staatsexamen!) erscheint es mir so, als müsse man jetzt weniger Prüfungen ablegen. Bisher war es so, dass die Staatsexamensprüfungen in BY wesentlich „schwerer“ waren als die von Magister- oder Diplom-Studenten. Mit schwerer meine ich nicht, dass die Fragen schwerer waren, sondern dass der Anforderungskatalog wesentlich umfangreicher war. Ein Magister-Prüfling z.B. suchte sich drei Themen aus einem Fachgebiet aus, bekam zu jedem Gebiet eine Frage und musste eine beantworten. Bem Lehrämtler gibt es diese Einschränkung nicht - wenn es heißt, es wird Literaturwissenschaft geprüft, dann wird das ganze Fach geprüft (es kann also was von Gryphius bis Grass drankommen). Das macht in BY die Prüfungen einfach komplett unberechenbar (Zentralprüfungen!).

Das Pensum der Erziehungswissenschaften konntest du bisher vergessen, man musste überhaupt keinen Schein (sprich: Seminar, Vorlesung o.ä.) machen, sondern sich einfach zur Prüfung anmelden. Anscheinend wurde das jetzt geändert und zur Anmeldung für die Erziehungswissenschaften müssen 25 Leistungspunkte vorliegen. Welchem Leistungsumfang das entspricht, weiß ich nicht.

Ich habe mein Studium gerade im Juni abgeschlossen und muss sagen, dass mich das Studium nie überfordert hat. Gerade im Hauptstudium hatten wir recht wenig zu tun - wobei ich noch das Latinum nachholen musste. Im Grundstudium (was ja in etwa dem vorzulegenden Bachelor entspricht) musste man sich einfach durchbeißen, viele Dinge besuchen, die quälend langweilig waren und reichlich viele Klausuren schreiben. Im Grunde genommen würde ich sagen, habe ich „mehr“ studiert als die Magister und Diplomer, die halt recht punktuell in die Tiefe gehen, während wir in die Breite gucken. Ich fand es absolut machbar, aber es sind auch viele unterwegs hängengeblieben und manche durchs Examen gefallen (wobei das in BY m.M. nach wirklich schwierig ist…). Das Tröstliche an BY ist ja, dass man, egal wie sehr man das Examen verhauen hat, eigentlich immer eine Stelle bekommt. Deshalb bin ich auch weg aus BY, ich wollte mal noch die Herausforderung, um eine Stelle kämpfen zu müssen (und das gute Gefühl zu bekommen, dass sich Leistung auch wirklich lohnt)… :wink:

Hier mal der Link zur aktuell gültigen LPO in BY: http://www.verwaltung.bayern.de/Titelsuche-.116.htm?..

Grüße!

hallo

meines wissens nach, müsstest du schauen wie die uni, an die du willst, den abschluss zur späteren lehrbefähigung erreicht. und da gibt es meist nicht mehrere wege, auch im BA/MA modell. viele BA/MA lehramtsstudiengänge kann man nicht so einfach in fachstudium und erzwissstudium unterteilen.

ansonsten zum thema aufwand fürs lehramt: wir haben hier in jena gerade die umstrukturierung durch, da wir, soweit ich weiß, mit die letzten sind, die nicht BA/MA machen, sondern stattdessen ein alternativmodell haben. auf jeden fall ist hier das allergrößte problem, dass die anforderungen am allerobersten ende des machbaren rumkrebsen. wir haben hier 35 ects pro semester, das entspricht minimum (je nachdem, wieviel stunden arbeitszeit man nur für 1 ects festlegt) einer wochenstundenzahl von 58 (!!) (anwesenheit in veranstaltung + selbststudium).

das vermaledeite zauberwort heißt polyvalenz: ein lehramtsstudent soll am ende nicht nur lehrer sein, sondern in ansätzen auch wissenschaftler, was beides zusammen meist den rahmen dieses studiums sprengt. es wird also versucht, alles mögliche da rein zu buttern, viel fachwissen und trotzdem viel erzwiss und didaktik. so sehr viel weniger als bei einem BA macht ein lehramtsstudent anfangs also oft wirklich nicht.

gruß
yvi