Ich habe einige Angst um meinen Bambus.
Letztes Jahr im Februar habe ich die Samen bei ebay erstanden und mich närrischer Weise auch darauf gefreut, bald Moso selbst stechen zu können … naja, in einigen Jahren.
Zuerst keimten auch einige so 7 oder 8, Aber die meisten überlebten den Winter nicht (zu wenig Licht, kleine Töpfe und geringe Luftfeuchte) und 3 blieben übrig und im Mai diesen Jahres ist der 3. auch noch eingegangen
Meistens färben sich zunächst die Blattspitzen gelb und dem folgt dann der gesamte Stängel bis er austrocknet und abstirbt.
Schädlinge sind soweit ich weiß nicht daran schuld.
Ansonsten weiß ich von dieser Art nur, dass sie relativ viel Licht, viel Wasser brauchen (natürlich keine Staunässe) und da endet auch schon mein Latein.
Was mich besonders interessieren würde, wären die Ansprüche an den Boden (sauer oder basisch, sandig oder eher humos und lehmig, so wie unser Boden ist) und ob Dünger und besonders welche Nährstoffe gut für ihn sind.
Und falls jemand diese Symptome kennt, ich wäre sehr dankbar für eine Diagnose oder eine Erfahrungsaustausch.
Abgesehen davon stimmt es dass Moso wirklich so winterfest ist, wie immer behauptet wird und auch in unseren Breiten ausgepflanzt werden kann? Wenn ja, ab welcher Größe oder welchem Alter?
Bislang habe ich bei Google immer nur schöne Bilder und Berichte von der Winterhärte gefunden, aber keine genauen Angaben.
ich verstehe diesen ganzen Moso-Hype überhaupt nicht, außer dass einige
I-Bäh-Händler sich eine goldene Nase verdienen. Es ist ein typischer
Tropenbambus, der sich nur südlich der Alpen oder im Weinbauklima
wohlfühlt, in unseren Breitengraden ist die Aufzucht schwierig und der
Fortbestand mehr als zweifelhaft. Ich frage mich, was sollte man mit einem
Bambus, der locker 15m Höhe erreicht und alles in kurzer Zeit mit den
Rhizomen zuwuchert, in unseren Hausgärten? Alternativ wäre die Kultur in
Containern, optimale Versorgung vorausgesetzt, z.B. in einem Gewächshaus
mit gespannter Luft und Beregnung mehrmals am Tag.
Mein Tipp: Vergiß es mit dem Moso, wenn du unbedingt Phyllostachys willst,
versuche es mit Sorten, die mit unserem Klima zurechtkommen - und:
Rhizomsperre nicht vergessen.
soweit ich es einschätze hat mein Bambus eine ähnliche Frostresistenz wie Passionsblumen (Passiflora caerulea) und Wein. Eine meiner Passionsblumen habe ich dieses Jahr rausgepflanzt. Mal sehen, ob sie an einer wenig geschützten Stelle überlebt, den letzten Winter verbrachte sie im Topf in einem nicht frostgeschützten Schuppen und Wein (die Sorte kenne ich leider nicht) wächst in unseren Garten so lang ich denken kann. Wir leben zwar in keinem Weinbaugebiet, aber immerhin in der Nähe des Nördlichsten (15 km von der Unstrut).
Vorerst bleibt der Bambus sowieso eine Kübelpflanze und falls er rauskommt wollte ich ihn in Hochbete pflanzen, die mindestens 70 bis 80 cm insgesamt in Höhe und Tiefe gehen, damit nicht der gesamte Garten und die der Nachbarn ein Bambushain wird.
Abgesehen davon, erstmal müssen die Pflänzchen von 20-30 cm größer werden.
Übrigens mein Moso-Hype kommt davon, dass ich asiatisches Essen, insbesondere mit Bambussprossen liebe. Mir ist klar, dass ich wohl nie eine Sprosse selbst ernte, aber ich ollte nunmal sehen was ich da so esse. Wie man sich mit Preisen von einem Euro für 10-50 Samen eine goldene Nase verdienen soll versteh ich allerdings nicht … mit eingerechneten ebay-Gebühren hat der Verkäufer einen minimalen Gewinn.
Dennoch danke für deinen Tipp. In unserem Garten wächst bereits eine andere, kleinere Bambusart die ich leider nicht kenne. Wüsste nur gern ob die essbar ist … *g* soviel zu meinem Bambuswahn.
der „Moso-Hype“ sollte kein persönlicher Rüffel sein. Ich beobachte seit
einiger Zeit, dass uns plötzlich allerlei tropisches Grün angeboten wird,
welches angeblich absolut winterhart und was weiß ich nicht alles sein
soll. Vorzugsweise die Ebay-Plattform hat sich zum Tummelplatz dubioser
Samenverkäufer gebildet, die dem ahnungslosen Grün-User alles anbieten,
was sich irgendwie als exotisch, dekorativ oder gar nutzbringend verkaufen
lässt - und das zu völlig überteuerten Preisen. Abgesehen davon, dass die
Versuche - wie in deinem Fall - meist kläglich scheitern, halte ich die
Auswilderung von Exoten für ökologisch unzulässig, wie sich an der an
manchen Stellen katastrophalen Ausbreitung der Herkulesstaude zeigt. Ok,
soviel dazu.
Die Idee, Bambus im Hochbeet zu pflanzen, kann schon sinnvoll sein, aber
denke daran, auch den Boden so abzudichten, dass sich die Rhizome nicht
den Weg nach draussen suchen können. Generell braucht der Moso
alkalischen, lockeren, sandig-humosen Boden, der zwar feucht sein soll,
aber keinesfalls zur Staunässe neigt. Wie du das Problem mit der hohen
Luftfeuchtigkeit und dem Winterschutz löst, kann ich dir auch nicht sagen.
Aber Versuch macht kluch…