Moin,
Gibt es Untersuchungen darüber, welchen Anteil die zum verschenken gekauften Bücher an den Verkaufszahlen ausmachen?
Und wie sich das verteilt?
Naheliegend währe, daß Bestseller schon deswegen immer mehr zum Bestseller werden, weil man sie „risikoarm“ verschenken kann. Ganz billige Bücher werden wohl kaum verschenkt,sehr teure um so mehr, ein Vergleich zum Second-Hand-Markt währe dann interressant.
Gruß
Hannes
Hallo Hannes,
ich weiß nichts über solche Untersuchungen. Würde aber Deine These, nur teure Bücher werden verschenkt bzw. nur teure Bücher werden Bestseller, nicht unterstützen. Ich denke, ein Bestseller ensteht, in dem ein gutes Buch auf den Markt kommt, das die breite Masse anspricht, thematisch aktuell bzw. „im Trend“ ist, natürlich gut geschrieben ist und hinter dem eine große Werbekampagne steckt.
Am besten sollte es noch bei Elke Heidenreichs „Lesen“ vorgestellt werden, dann ist der Erfolg vorprogrammiert. Ich für meinen Teil verschenke häufig Bücher, achte da aber nicht auf den Preis. Es kann 5,-€ aber auch 20,-€ kosten. Was verstehst Du unter „risikoarm“? „Das Buch ist ein Bestseller, also kann ich es auch verschenken. Muss ja gut sein.“? Ich schaue nicht danach, ob ich einen Bestseller verschenke, sondern eher danach, wie das Buch zum Beschenkten passt.
Das kann auch ein Buch sein, das vor 30 Jahren zum ersten Mal erschienen ist.
Gruß von Alex
*dienunnocheinpaarseitenlesenwird*
Hallo Hannes,
Naheliegend währe, daß Bestseller schon deswegen immer mehr zum Bestseller werden, weil man sie „risikoarm“ verschenken kann.
An Leute, die sich nicht für Bücher interessieren, aber das Buch im Schrank haben wollen. Ist halt In, dieses Buch vorzeigen zu können. Was drinnen steht, ist egal.
Ganz billige Bücher werden wohl kaum verschenkt,
Wer sagt das? Kommt immer darauf an, ob der Beschenkte ein Bücherinteressierter ist, oder nicht.
sehr teure um so mehr,
Wer sagt das. Dieses träfe nur für nicht Buchinteressierte zu.
ein Vergleich zum Second-Hand-Markt währe dann interressant.
Für den Bücherfreund als Beschenkten spielt der Preis keine Rolle. Für ihn ist wichtig, was drinnen steht. Also muß das Buch in sein Interessengebiet fallen.
Gruß
Monika
Hallo Hannes -
ich glaube nicht recht, dass es solche Untersuchungen gibt, denn sie wären aufwendig durchzuführen und die Ergebnisse immer noch wenig aussagekräftig.
Vielleicht hilft Dir der Umstand weiter, dass es Buchreihen bzw. Buchformate gibt, die tendenziell nur als Geschenkbücher gemacht und gekauft werden, z.B. die bekannte Reihe „Kleine Bettlektüre“ (Scherz Verlag) oder zahlreiche Jörg Zink-Bildbändchen. Das sind klassische Mitbringselbücher, die kaum jemand für sich selbst erwerben wird, sondern meist nur als Verlegenheitsgeschenk für Kaumbekannte oder Für-Leute-im-Krakenhaus-die-nicht-viel-lesen. Übrigens sind diese Bücher meist eher niedrigpreisig und widersprechen der Annahme, Billiges werde selten verschenkt.
Umgekehrt gibt es natürlich Buchgenres, die wohl nur in Ausnahmefällen verschenkt werden - spezielle Fachbücher vor allem; wobei es natürlich auch wieder vorkommen kann, daß die auf den Wunschlisten geldknapper Studenten auftauchen.
Was belletristische Bestseller betrifft, so würde ich sagen, dass es davon abhängt, wann sie erscheinen. Während Frühjahrsneuerscheinungen vielleicht nur durchschnittlich oft zum Verschenken gekauft werden (sagen wir: 20%), sind im Oktober oder November erscheinende Titel natürlich häufiger auf vorweihnachtlichen Einkaufslisten (deswegen werden sie ja dann veröffentlicht). Viele kaufen ein solches Buch, selbst wenn sie es für sich haben wollen, dann gerade nicht, weil sie vermuten dürfen, dass sie es eh (mindestens 1x) geschenkt bekommen. Es gibt in jedem Jahr ein paar Buchtitel, die daher mit großer Wahrscheinlichkeit zu 70-80% zum Verschenken gekauft werden (die werden dann meist auch rege umgetauscht - Ecos „Das Foucaultsche Pendel“ war zu meinen Buchhändlerzeiten so ein Fall). In schlechteren Buchhandlungen wird auch meist standardmäßig nur auf diese Titel verwiesen mit dem Pseudoargument „Wird gerne genommen“.
Aus der Preiskategorie kannst Du m.E. nichts ableiten, denn billigere Bücher werden dann eben häufig mit anderen Kleinigkeiten kombiniert. Sehr teure Bücher werden meiner Erfahrung nach oft eher von Sammlern gekauft, wobei es auch da klassische „Geschenkreihen“ gibt (z.B. Edelbildbände von DuMont über Gärten und Länderküchen).
Soweit meine Gedanken hierzu - es grüßt
ein Pengoblin
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