Anti-Virenprogramm nötig? Win 10

Moin liebe wwwler,

ich habe heute erst Win 10 auf meine SSD neuinstalliert, und stelle mir jetzt die Frage:

Brauche ich ( noch ) unter Win 10 oder Win 11 überhaupt noch ein Anti-Virenprogramm?
Es gibt ja bereits den Windows-Defender und man hat auch standartmäßig eine Firewall, aber ist es dennoch zu empfehlen, ein Anti-Virenprogramm zu haben?

Und wie steht es mit anderen Sicherheitsprogrammen wie z.B. Maleware-Bytes?

Ich habe mich auch schon selber etwas eingelesen, und es wird oft bemängelt, dass Anti-Virenprogramme oftmals schwerwiegende Eingriffe in Systemdateien vornehmen, Systemeinstellungen ändern, oder die Benutzer einfach mit „Premium-Update-Werbung“ per Pop-Up nerven ( Avira ), oder die Systemleistung massiv drosseln.

Andererseits wird auch gesagt, dass ein zusätzliches Anti-Virenprogramm quasi als zweites Kondom wirkt, ( einfach nur auf Nummer sicher gehen ) ( aber brauch man nicht unbedingt ).

Und von welchen Websites sollte ich die Finger lassen, wenn ich mich für kein Anti-Virenprogramm entscheide?
Wie steht es um die Schmuddelseiten? :stuck_out_tongue_winking_eye: sind die „safe“ oder eher „verseucht“?

Danke für eure Meinungen

Orakel

Bei Deinem Vorwissen wundert mich, dass Du überhaupt noch Windows verwendest.
Ja, es ist bequem aber ein offenes Tor für Angreifer.
Beschäftige Dich doch mal mit LINUX, vielleicht ist es für Dich interessant.

Wie @Cook1 schon angemerkt hat, mit Windows ist man nie „safe“ wenn man sich im Internet bewegt. Man kann höchstens das Risiko minimieren. Den Windows-Defender habe ich auch laufen, ansonsten aber nichts weiter. Bei Verdacht oder in zeitlich längeren Abständen (alle 2-3 Monate) lasse ich die desinfec’t (gibt es einmal im Jahr beim heise-Verlag, ist ein Ubuntu-Live-System) mal über die Festplatten rennen.
Eine 100%ige Sicherheit bietet aber auch das nicht. Linux schafft das übrigens auch nicht, ist aber nicht ganz so offensichtlich angreifbar wie Windows.

Ist die Frage ernst gemeint? :thinking:
Vermutlich kommt es ein wenig darauf an wie der „Ruf“ der Seite ist. Ich würde mal vermuten die wollen ihr Geschäftsmodell nur sehr ungern selbst ruinieren. Werbescheiss bekommt man aber grundsätzlich überall untergeschoben und das kann man halbwegs wirksam abstellen - was auch ein großes Einfallstor deutlich verkleinert.

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natürlich ist die Frage ernstgemeint…
Ich persönlich bin der Ansicht, dass solche Seiten durchaus einen dubiosen Ruf haben, und nicht sonderlich vertrauenswürdig sind…


was wäre denn ein durchaus brauchbares Anti-Viren-Programm?

bei Avira soll das ja wohl so sein, dass ihn zig Millionen Leute nutzen, und dadurch neue Gefahren, oder schädlichere Varianten bekannter Scripts schneller an’s Licht kommen, als bei anderen Programmen.

Avast wiederrum scheint nicht so super penetrant wie Avira zu sein, und soll wohl auch nicht sooooooo tief in Systemdateien vordringen…
Was meint ihr? Was ist aus eurer Sicht die beste Wahl?

Die Frage ist doch:
Wie erfolgt eine Infizierung des Rechners, wenn man sich bloß Seiten anschaut?

Klar, wenn man etwas aktiv herunterlädt und installiert, dann kann man sich leicht Schadsoftware installieren.

Aber wie real sind automatisch im Hintergrund heruntergeladene und selbstinstallierende Viren oder Trojaner tatsächlich?

Ich hatte noch nie Schadsoftware auf meinen Rechnern. Per E-Mail bekam ich oft Dateien wie mahnung.pdf.exe oder rechnung123.xls. Aber einfach so beim Angucken einer Seite ist mir das noch nie passiert.
Ich nutze aber halt auch seit Ewigkeiten Firefox und habe als Add-Ons nur „I don’t care about cookies“ und „uBlock origin“ laufen, mein einziges Plugin ist das „OpenH264-Videocodec“.

Wenn du Seiten mit zweifelhaftem Ruf anschauen willst, dann nutze die Sandbox.

Die besonderen Gefahren von Drive-by-Downloads werden hauptsächlich von Anbietern von Schutzsoft- und Hardware publiziert - ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll.

Habe ich bislang einfach immer nur Glück gehabt oder wird diese Gefahr überdramatisiert?

Ach so: Win 10 Pro, Defender, sonst nichts. Auf all meinen Systemen.

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Meines Wissens werden die Virensignaturen eh unter den Herstellern ausgetauscht (sh. ClamAV, leider nicht sonderlich performant). Ansonsten hatte Kaspersky immer einen sehr guten Ruf, der nicht zuletzt durch die Invasion der Russen in die Ukraine leider sehr gelitten hat (als russisch-stämmiger Hersteller). Auf dem Mac habe ich Antivir laufen von Avira (weil kostenlos).

In der Vergangenheit gab es genug Windows-Services die angreifbar waren. Ich gehe davon aus dass wir da noch nicht alles gesehen haben. Zudem ist die Standard-Installation von Windows immer mit Admin-Rechten - was auch nicht besonders zur Sicherheit beiträgt.
Linux hat einfach einen ganz anderen Ansatz an der Stelle.

Ansonsten ist natürlich meist eine Nutzeraktion nötig um die Schadsoftware zu installieren. Da muss man einfach immer misstrausch sein.

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Nur hier ist meist nicht Das Orakel die Angriffsfläche, sondern staatliche Stellen oder Konzerne, wo man ordentlich was abstauben kann.

Und da noch immer mehr als genug Menschen auf jeden ihnen vorgeworfenen Button und Link klicken, ist das noch immer das häufigste und lukrativste Masche.

PS: Passiert auch unter Linux oder MacOS, ja sogar unter HP-UX gab es sowas (Services sind halt sehr heikel) - nur unter Windows zahlt es sich halt am meisten aus, auch hier gilt „Angebot-Nachfrage“.
PPS: Bei der letzten Linux-Standard-Installation war ich auch standardmäßig Admin (frag mich bitte nicht, was das war; ist schon wieder 3-4 Jahre her und ich war selber sehr erstaunt)

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Stimmt alles und Menschen ändern sich nicht oder nur schwer.

Je mehr Werbung wir für LINUX machen, desto mehr schwindet sein Vorteil, da die Wechsler häufig die gewohnten Fehler beibehalten.

Das ist maximaler Unsinn, da sich zwei Virenscanner eher gegenseitig stören können statt sich zu ergänzen.

Unter Windows ist ein einfacher Virenscanner sinnvoll, der sich ohne „Beiwerk“ auf seine Aufgabe konzentriert. Da gibt es AFAIR nur den Defender. Er erfüllt seine Aufgabe recht gut und dabei unauffällig und es gibt auch vergleisweise wenig Bug-Meldungen … vermutlich weil es halt keine ach so tollen Zusatzfunktionen hat.

Das Ausspionieren des Nutzers, was eigentlich alle Virenscanner tun, muss man beim Defender nicht befürchten. Microsoft hat als Betriebssystemhersteller viel effektivere Möglichkeiten das zu tun.

Hinzu kommt, dass sich der Defender nicht wirklich deinstallieren lässt, sondern eher nur deaktivieren.

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