Antibiotikum Resistenz

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/lis/13009/1.html

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Hallo,
Wie du siehst ist die Resonanz der Leser bisher recht dürftig.
Die Tatsache, dass wir vielleicht schon bald kein wirksames
Antibiotikum zur Verfügung haben, scheint hier niemand
zu interessieren.
Ich denke, dass man sich hier zu sehr auf die Pharmaindustrie
verlässt, die schon rechtzeitig immer wieder ein neues Meikament
auf den Markt bringen wird, das dann für eine gewisse Zeit anwendbar
ist, bis sich wieder erneut Resistenzen bilden.
Ich bin da nicht so optimistisch und befürchte, dass das Zeitalter
der Antibiotika langsam aber sicher zuende gehen wird.
Dann können wir uns bedanken bei:
Der Pharmaindustrie, die die Mediziner zum fleißigen Gebrauch
der Antibiotika motiviert und auch den massenhaften Einsatz in der Tiermast
fördert;
den Ärzten, die oft auch bei banalen Infekten und bei viralen Erkrankungen
unnötigerweise Antibiotika verschreiben
den Politikern, die dem Treiben seit vielen Jahren tatenlos zusehen, in dem Wissen
wozu das führen wird

PS. vor einiger Zeit hatten wir das Thema hier schon einmal und die Resonanz
war ebenfalls sehr dürftig. Für wirkliche wichtige Themen interessieren sich
die meisten Teilnehmer hier nicht.
Hättest du z.B. geschrieben „Fußpilz besiegt mit Homöopathie“, dann hättest
du eine tagelange, heftige Diskussion ausgelöst.
Gruß
KH

Lieber „KH“ und liebe www-Fangemeinde :wink:

An dieser (oft wiederholten) Thematik gestatte ich mir einen (nur scheinbar) nichtmedizinischen Ausritt:

Pessimismus ist angebracht, während es jedem Einzelnen frei steht, in seinem Wirkbereich die Situation zu ändern.

Folgendes kann (vorerst doch medizinisch) gesagt werden:

  1. Antibiotica sind und bleiben dann gegen alle bakteriologischen Angreifer Lebensretter , wenn sie restriktiv eingesetzt werden, keinesfalls in der Nahrungskette, und ihrem Ziel nach die eigene Abwehr zielsicher unterstützen, nicht „ersetzen“.

  2. Es wird schwierig, aber nicht unmöglich, jedenfalls notwendig (!) für dieses Ziel einiges zu opfern: Mit zahllosen AB sind uns im Alltag potente Heilmittel an die Hand gegeben. Bequemlichkeit ist alles. Hierzulande streng rezeptpflichtig, kannst Du auf den Spanischen Kanaren nahezu alles frei in der Apotheke kaufen - ohne Beratung.
    Diese Bequemlichkeit kann allen zum Verhängnis werden, Verzicht wird eine Sache der Verständigen bleiben, hoffentlich nicht der Minderheit.

  3. Die Idee Nr.2 aber macht ein Phänomen unserer Gegenwart klar:
    Der Begriff des Verzichtes für einen höheren Wert ist beinahe verschwunden, seit ein gewisser Werte-Nihilismus oder besser: stumpfsinniges Pseudo-Werte-Nachäffen eingetreten ist.

In einer Welt, in der alle Andersgesinnten praktischer Weise „Terroristen“ sind, die man einfach töten darf, weil Terroristen ja nicht etwa durch Änderung der EIGENEN Verhaltensweise, sondern nur durch noch mehr vom Selben niederzumetzeln sind, hat der bioligische Terrorist „Keim“ , der unser Immunsystem im Grunde erst möglich gemacht hat, unter der Dummheit der Ausrottung jede Chance, uns auf lange Sicht endlich doch auszurotten.

Diese Meldung ist - philosophisch betrachtet - jedenfalls nicht pessimistisch, sondern zeigt auf, dass es unheimliche Parallelen zwischen der Bekämpfung von Keimen und dem gegenwärtigen tumb-naiven (nur das Eigene, Bequeme erhalten wollenden) „Bush-US-Kulturkampf“ gibt, zu dem alle (noch) ergriffen nicken.

Wer Terroristen durch Staatsterror bekämpft, ist auf dem verkehrten Dampfer.
Wer meint, Bakterien durch schlampige Einnahme von Antibiotika in den Griff kriegen zu können, ebenfalls.

Die Einzeller sind uns schon durch Hunderte Millionen Jahre (genetischer) Erfahrung voraus.
Dem Herrn Bush und manchen seiner Zujubeler sind die verhassten „Terroristen“ (echte oder falsche) durch geistige, wenngleich ebenfalls brutale, Wendigkeit immer voraus.

Nehmen wir die Politik als biologisches System (Biologie als politisches System), dann gilt:

Wir sollten der Wendigkeit und dem eigenen, Kleinen den Vorzug geben vor der Betonwalze, dem Kampfbomber, der Lenkwaffe.

Merksatz:
Das kleine System (zellulärer) Abwehr LERNT an und von den Strategien der Angreifer. Nur das kann uns retten.
Wir können es auch „Perspektivenwechsel“ nennen - und hoffen, dass wir gelegenheit und Zeit bekommen, uns die dafür nötige Beweglichkeit im Geiste anzueignen.

Alles Gute.
Volkmar

Test: http://24on.cc/helpsv/peace.html

Sorry: richtige URL ist http://www.24on.cc/helpsv/peace.html

Hallo M.,

diese sogenannten „VRSA“ kennt man schon seit Jahren. Hier z.B. ein Bericht von 1996:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Re…

Eigentlich müßten die VRSA die normalen Kokken schon in wesentlich stärkerem Umfang mittels positiver Selektion durch allfällige Antibiiotika ersetzt haben. Die Berichte bleiben jedoch sporadisch. Auch der aktuelle Fall ist ein Einzelner, obgleich die Patientenpopulation jetzt natürlich mit Argusaugen beobachtet wird.

Der Keim muß, um dem Antibiotikum zu entkommen, eben seine gesamte Zellwand verändern. Das geht zur Lasten der Funktion - die neue Zellwand ist, so vermutet man, von ihrer Funktion her so schlecht, daß der Keim mit ihr nicht besonders weit kommt.

Das verdeutlicht eben, daß ein jeder Organismus eine Achillesferse hat, welche er nicht verändern/mutieren kann, ohne damit sein eigenes Überleben unmöglich zu machen. Und Vancomycin scheint womöglich relativ nahe an diese Achillesferse heranzukommen.

Für die größte Mehrzahl von tausenden von bekannten Keimen scheint man diese Achillesverse schon getroffen zu haben - es entwickeln sich trotz intensiven Einsatzes von Antibiotika keine Resistenzen. Nur jene Staphylokokken, Entrokokken und eine handvoll gramnegative bereiten noch Kopfzerbrechen. Ein wirkliches Problem bereiten sie im klinischen Alltag nur in Ausnahmefällen, insbesondere natürlich deshalb, weil die Pharmaindustrie den Keimen aufgrund der zu erwartenden Millionenumsätze bisher tatsächlich immer einen (zwei, drei) Schritte voraus war.

viele Grüße,

Oliver

Alles in den Müll damit!
Was war denn das nun für ein geistig-politisches Furz-Statement im Gesundheitsformum??? Alles in den Müll damit! :frowning:

Gruß
Falke

Hallo Falke,
Ich finde, dass das Statement zwar ein wenig schwierig zu lesen ist, das lag daran, dass ich es nach Mitternacht schrieb.
Aber beleidigend braucht darauf niemand zu werden.
Was hast Du denn nicht verstanden?
Wenn Du sachlich etwas entgegen halten willst, bitte gerne.

Freundliche Grüße,
V.

Ab Pkt. 3 solltest du lieber alles löschen oder dich damit auf die nächste Demo damit stellen!

Denkst du nicht, dass deine Ausrutscher in die politische Welt inkl. Vergleiche mit Terroristen und Bush ein wenig daneben sind??? Sowas schreibt man nach einer Flasche Whisky oder spät nacht am Stammtisch! Aber am besten gar nicht, weil es eigentlich nur peinlich ist!

Grüße
Falke

Lieber Falke,

Schau, die Zusammenhänge sind das Interessante an dem Vergleich. Vielleicht hast Du mal Gelegenheit, Dich in die Materie einzulesen, dann wirst Du vielleicht sehen, worauf ich hinaus wollte.
Bei Demos bin ich nicht zu sehen, weil ich viel zu arbeiten habe. Eines stimmt aber: Alk vertrage ich nicht.

V.