Antibiotikum vorbeugend?

Hallo zusammen,

nach einer Wurzelspitzenresektion wurde Antibiotikum verordnet - 7 Tage zur Vorbeugung von Infektionen.

Es bestehen keine besonderen Problmatiken oder Gefährdungen.

Ist die Einnahme des Antibiotikums wirklich unerlässlich?

Gruß und Dank
anna

Hallo Anna,

Dein Zahnarzt hat das richtige gemacht. Eine Infektion der Wurzelspitze ist für den Körper schwer unter Kontrolle zu bringen und kann in eine Ober- bzw. Unterkieferosteomyelitits (=Knochenentzündung) münden, die schwer behandelbar ist. Solltest Du ansonsten gesund sein, ist das Infektionsrisiko zwar recht gering, im allgemeinen sind Antibiotika aber recht gut verträglich. Solange Du keine Allergien hast und nicht unter Nebenwirkungen leidest, würde ich das Medikament auf jeden Fall nehmen, um das Restinfektionsrisiko soweit wie möglich zu senken.

MfG

P

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Ist die Einnahme des Antibiotikums wirklich unerlässlich?

Das ist so eine Sache. Man muss sich immer fragen, wie gut und wie schnell die körpereigene Abwehr an „Feinde“ (aka Bakterien in dem Fall) rankommt und selbige in Zaum hält und beseitigt. Bei einer offenen Hautwunde ist das nicht sooo schwer zu erreichen - solange die Wunde sauber und nicht zu tief ist. Bei einer schlecht zugängigen Wunde im Mundraum sieht das aber ganz anders aus - da können sich Keime recht gemütlich vermehren und dann weiter in den Körper eindringen. Desinfizieren mit Jod o.ä. ist im Mund auch nicht praktikabel und Mundspülungen sind zwar nützlich, aber auch nicht sonderlich effektiv; Speisereste und Zahnbelag tun dann ihr übriges und man hat ganz schnell eine Infektion des Knochens.
Insofern - ich bin wirklich kein Freund von zuviel Antibiotika, aber bei so etwas ist es halt einfach sinnvoll. Ein ähnlicher Fall ist eine Nasennebenhöhleninfektion. Klar, man kann 4 Wochen damit rummachen und mit Kräutermittelchen rumdoktern - i.d.R. wird der Körper irgendwann ja auch damit fertig. Aber da die Immunabwehr einfach schlecht in den extracorporalen Raum kommt, ist eine frühe Behandlung mit Antibiotika auch hier sinnvoll und anzuraten. Die weißen Blutkörperchen sind nunmal eher für die Abwehr im Körper geeignet, als „draussen“ aufzuräumen. Das oft propagierte „Training“ der Immunabwehr sieht ein durch 4 Wochen Kampf geschwächter Körper sicherlich anders…

Servus Annabell,
ohne (mögliche) spezielle Gegebenheiten dieses Falles zu kennen, muß die Antwort lauten: NEIN, ist NICHT unerläßlic!. Bei einer Resektion, die nicht als Akutbehandlung (akute Schwellung, Eiter, Fieber) ungeplant notfallmäßig vorgenommen wurde, geht es i.d.R. auch ohne Antibiotikum. Bei normaler Abwehrlage des Organismus hat es der Körper hier mit einer alltäglichen Abwehraufgabe zu tun, die er ‚mit links‘ erledigen kann. Die orale Region ist luxuriös mit Bastionen der körpereigenen Abwehr ausgestattet. Ohne Bakteriogramm, auf ‚Verdacht‘ ein Antibiotikum zu verordnen, trägt nur zur Resistenzvermehrung bei jenen Bakterien bei, die das Antibiotikum doch nicht erwischt hat.
Also - bei einer Wurzelspitzenresektion ohne weitere Komplikationen, bei sonst gesunden Patienten, eher keine vorsorgliche Verschreibung eines Antibiotikum.

Kai

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Hallo Annabell,

Ich nehme in einem derartigen Fall erst mal teure Enzyme ein, damit sich die Entzündung schneller nach dem Eingriff gibt.

Wobenzym/Phlogenzym Tabl. oder die etwas günstigeren Bromelain Tabl., aber 3x tgl. hoch dosiert, vor dem Essen, über 2-3 Wochen.

Liebe Grüße von
Rosa

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Herzlichen Dank fuer die Rueckmeldung - hat mich sehr in meiner Entscheidung gegen das Antibiotikum bestärkt!

Gruß anna

Hallo zusammen,

nach einer Wurzelspitzenresektion wurde Antibiotikum verordnet

  • 7 Tage zur Vorbeugung von Infektionen.

Es bestehen keine besonderen Problmatiken oder Gefährdungen.

Ist die Einnahme des Antibiotikums wirklich unerlässlich?

Gruß und Dank
anna

Servus Annabell,
ohne (mögliche) spezielle Gegebenheiten dieses Falles zu
kennen, muß die Antwort lauten: NEIN, ist NICHT unerläßlic!.
Bei einer Resektion, die nicht als Akutbehandlung (akute
Schwellung, Eiter, Fieber) ungeplant notfallmäßig vorgenommen
wurde, geht es i.d.R. auch ohne Antibiotikum. Bei normaler
Abwehrlage des Organismus hat es der Körper hier mit einer
alltäglichen Abwehraufgabe zu tun, die er ‚mit links‘
erledigen kann. Die orale Region ist luxuriös mit Bastionen
der körpereigenen Abwehr ausgestattet. Ohne Bakteriogramm, auf
‚Verdacht‘ ein Antibiotikum zu verordnen, trägt nur zur
Resistenzvermehrung bei jenen Bakterien bei, die das
Antibiotikum doch nicht erwischt hat.
Also - bei einer Wurzelspitzenresektion ohne weitere
Komplikationen, bei sonst gesunden Patienten, eher keine
vorsorgliche Verschreibung eines Antibiotikum.

Kai