Antidepressiva

Ich habe bisher noch kein vernünftiges Antidepressivium gefunden. Mit vernünftig meine ich: wirksam, nicht extrem mit Nebenwirkungen versehen.

Vor allem kein Mittel der älteren Generation mit sedativer, sondern - im Gegenteil - mit kräftigender, vitalisierender Wirkung.

Hat jemand eigene Erfahrungen oder vielleicht sehr brauchbare Quelle für mich?

Es wäre dankbar:
Chris

Hallo!

Antidepressiva gibt es ´ne ganze Menge. Auch gibt es eine Reihe von Einteilungsschemata. Das Dreikomponenten-Schema nach Kielholz unterscheidet Antidepressiva nach dem wesentlichen klinischen Effekt:

Antidepressiva vom

  • Amitriptylin-Typ (z.B. Trimipramin, Doxepin, Amitriptylin): Therapeutische Erstwirkung soll sedierend-anxiolytisch sein.

  • Desipramin-Typ (z.B. Desipramin, Nortriptylin, MAO-Hemmer, Venlafaxin, SSRIs wie z.B. Fluoxetin): Therapeutische Erstwirkung soll wenig sedierend und antriebssteigernd sein.

  • Imipramin-Typ (z.B. Imipramin, Clomipramin): Therapeutische Erstwirkung soll leicht sedierend bzw. aktivierend sein.

Nach Ebert (Psychiatrie systematisch, 2001) therapiert man leichte und mittelschwere Depressionen zuerst am besten mit SSRIs oder Venlafaxin. Bei schweren Episoden kann man auch auf Trizyklika zurückgreifen (u.a. Amitriptylin, Imipramin, Doxepin, Clomipramin, Desipramin, Nortriptylin).

Was für Deinen Fall das Beste ist, das weiß Dein Psychiater. Von Selbstmedikation rate ich dringend ab. Jedes Antidepressivum hat seine Vor- und Nachteile. Die Wunderpille gibt es nicht.

Freundliche Grüße,

Oliver

Hallo Oliver,

Selbstmedikation ist ja auch gar nicht möglich, denn ohne Rezept kein Antidepressivum. :smile: Übrigens würde meine Kasse dann auch nicht bezahlen, da wäre ich ja blöde :wink:

Vielen Dank für die Antwort,
Christian

Antidepressiva vom

  • Amitriptylin-Typ (z.B. Trimipramin, Doxepin, Amitriptylin):
    Therapeutische Erstwirkung soll sedierend-anxiolytisch sein.

  • Desipramin-Typ (z.B. Desipramin, Nortriptylin, MAO-Hemmer,
    Venlafaxin, SSRIs wie z.B. Fluoxetin): Therapeutische
    Erstwirkung soll wenig sedierend und antriebssteigernd sein.

  • Imipramin-Typ (z.B. Imipramin, Clomipramin): Therapeutische
    Erstwirkung soll leicht sedierend bzw. aktivierend sein.

Nach Ebert (Psychiatrie systematisch, 2001) therapiert man
leichte und mittelschwere Depressionen zuerst am besten mit
SSRIs oder Venlafaxin. Bei schweren Episoden kann man auch auf
Trizyklika zurückgreifen (u.a. Amitriptylin, Imipramin,
Doxepin, Clomipramin, Desipramin, Nortriptylin).
Freundliche Grüße,

Oliver

Hallo lieber Oliver
Deine Antwort scheint ja eine kompetente zu sein . Aber was ist denn mit Aminosäurehaltiger Ernährung , also Quark und Vitamine und so weiter , und den pflanzlichen Mitteln , welche es auch ohne Rezept gibt ?
Ich denke an meine Kinderzeit , wo ich irgendwie ganz happy war , wenn es Quarkspeise gab usw …
Was macht überhaupt eine psychiatrische Depression aus ?
Ich weiß , das man Depressionen bei Fehlernährung ( fehlende oder zu wenig essentielle Aminosäuren ) bekommen kann .
MfG
Matthias

Hallo Matthias!

Deine Antwort scheint ja eine kompetente zu sein.

Danke für das Kompliment. :smile:

Was macht überhaupt eine psychiatrische Depression aus ?

Kriterien für eine depressive Episode nach dem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen DSM-IV sind:

A Mindestens 5 der folgenden 9 Symptome bestehen während derselben Zwei-Wochen-Periode und stellen eine Änderung gegenüber der vorher bestehenden Leistungsfähigkeit dar; mindestens eines der Symptome ist entweder (1) Depressive Verstimmung oder (2) Verlust an Interesse oder Freude.
Beachte: Auszuschließen sind Symptome, die eindeutig durch einen Medizinischen Krankheitsfaktor, stimmungsinkongruenten Wahn oder Halluzinationen bedingt sind.

  1. Depressive Verstimmung an fast allen Tagen, für die meiste Zeit des Tages, vom Betroffenen selbst berichtet (z.B. fühlt sich traurig oder leer) oder von anderen beobachtet (z.B. erscheint den Tränen nahe). (Beachte: kann bei Kindern und Jugendlichen auch reizbare Stimmung sein).
  2. Deutlich vermindertes Interesse oder Freude an allen oder fast allen Aktivitäten, an fast allen Tagen, für die meiste Zeit des Tages (entweder nach subjektivem Ermessen oder von anderen beobachtet).
  3. Deutlicher Gewichtsverlust ohne Diät; oder Gewichtszunahme (mehr als 5% des Körpergewichts in einem Monat); oder verminderter oder gesteigerter Appetit an fast allen Tagen. Beachte: Bei Kindern ist das Ausbleiben der zu erwartenden Gewichtszunahme zu berücksichtigen.
  4. Schlaflosigkeit oder vermehrter Schlaf an fast allen Tagen.
  5. Psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung an fast allen Tagen (durch andere beobachtbar, nicht nur das subjektive Gefühl von Rastlosigkeit oder Verlangsamung).
  6. Müdigkeit oder Energieverlust an fast allen Tagen.
  7. Gefühle von Wertlosigkeit oder übermäßige oder unangemessene Schuldgefühle (die auch wahnhaftes Ausmaß annehmen können) an fast allen Tagen (nicht nur Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle wegen des Krankseins).
  8. Verminderte Fähigkeit zu denken oder sich zu konzentrieren oder verringerte Entscheidungsfähigkeit an fast allen Tagen (entweder nach subjektivem Ermessen oder von anderen beobachtet).
  9. Wiederkehrende Gedanken an Tod (nicht nur Angst vor dem Sterben), wiederkehrende Suizidvorstellungen ohne genauen Plan, tatsächlicher Suizidversuch oder genaue Planung eines Suizids.

B Die Symptome erfüllen nicht die Kriterien einer Gemischten Episode.

C Die Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.

D Die Symptome gehen nicht auf die direkte körperliche Wirkung einer Substanz (z.B. Droge, Medikament) oder eines medizinischen Krankheitsfaktors (z.B. Hypothyreose) zurück.

E Die Symptome können nicht durch Einfache Trauer erklärt werden, d.h. nach dem Verlust einer geliebten Person dauern die Symptome länger als 2 Monate an oder sie sind durch deutliche Funktionsbeeinträchtigungen, krankhafte Wertlosigkeitsvorstellungen, Suizidgedanken, psychotische Symptome oder psychomotorische Verlangsamung charakterisiert.

Aber was
ist denn mit Aminosäurehaltiger Ernährung , also Quark und
Vitamine und so weiter , und den pflanzlichen Mitteln , welche
es auch ohne Rezept gibt ?
Ich weiß , das man Depressionen bei Fehlernährung ( fehlende
oder zu wenig essentielle Aminosäuren ) bekommen kann .

Fehl- und Mangelernährung können natürlich schwere Störungen des Organismus zur Folge haben, dazu gehören auch depressive Symptome. Wenn man aber von „Depression“ spricht, meint man diejenige, für die die oben genannten Kriterien gelten. Die Ursachen dieser Depression sind noch nicht vollständig geklärt, allerdings gehören Fehl- und Mangelernährung nicht dazu, weil medizinische Krankheitsfaktoren durch Kriterium D (siehe oben) ausgeschlossen sind.

Ich denke an meine Kinderzeit , wo ich irgendwie ganz happy
war , wenn es Quarkspeise gab usw …

Klar, ich auch. Das ist aber etwas anderes, als wenn wir Psychologen von depressiven Zuständen sprechen.

Freundliche Grüße,

Oliver

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Hallo Christian!

Selbstmedikation ist ja auch gar nicht möglich, denn ohne
Rezept kein Antidepressivum. :smile:

Stimmt schon. Illegal bekommt man Antidepressiva aber bestimmt. Der Anfang Deines Postings hörte sich für mich etwas seltsam an („habe noch kein Antidepressivum gefunden“ - als wenn Du sie auf der Straße „findest“), deshalb habe ich einen kleinen Hinweis gegen Selbstmedikation für notwendig erachtet.

Übrigens würde meine Kasse
dann auch nicht bezahlen, da wäre ich ja blöde :wink:

Ohne Arzt oder Apotheker zu fragen, ist es immer blöd, wenn man Medikamente dieser Art nimmt.

Vielen Dank für die Antwort

Gern geschehen.

Freundliche Grüße,

Oliver

Hoi Christian

Ich komme aus Hamburg.

Wie Oliver schon sagte, eine, egal welche ( nicht nur ‚Marke‘ auch Generica! ) Droge die es _gibt_ bekommst du hier jederzeit, zu einem allerding _etwas_ hohem preis und das auch nicht ganz legal, aber schon bei anreise, direkt an der Main-Station, wenn du willst.

Ich würde auch dringend von einer selbstmedication abraten, ratsam ist der besuch beim hausarzt oder gleich der besuch der nächsten ambulanten psycholgischen tagesklinik im hospital deines vertrauens …

bye vom cristal

ps.: die diagnostic im bereich der depressionen ist eine der schwierigsten überhaupt, ich empfehle jedem sich ‚dabei‘ ausschließlich und vertrauensvoll _fach-medizinerinnen&medizineren_ zuzuwenden.
Sosehr ich dem WWW positv gegenüber-stehe - es ist kein ersatz für eine behandlung bei einem/er fach-medizinerInn!

Hallo,

ich bin mit Psychiatern bestens vertraut, auch mit Psychoanalyse etc pp, aber das ändert nichts daran, daß ich mit Antidepressiva keine guten Erfahrungen gemacht habe. Ich rede überhaupt nicht von Selbstmedikation!

Danke für die Antwort,
Christian

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