Hallo Matthias!
Deine Antwort scheint ja eine kompetente zu sein.
Danke für das Kompliment. 
Was macht überhaupt eine psychiatrische Depression aus ?
Kriterien für eine depressive Episode nach dem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen DSM-IV sind:
A Mindestens 5 der folgenden 9 Symptome bestehen während derselben Zwei-Wochen-Periode und stellen eine Änderung gegenüber der vorher bestehenden Leistungsfähigkeit dar; mindestens eines der Symptome ist entweder (1) Depressive Verstimmung oder (2) Verlust an Interesse oder Freude.
Beachte: Auszuschließen sind Symptome, die eindeutig durch einen Medizinischen Krankheitsfaktor, stimmungsinkongruenten Wahn oder Halluzinationen bedingt sind.
- Depressive Verstimmung an fast allen Tagen, für die meiste Zeit des Tages, vom Betroffenen selbst berichtet (z.B. fühlt sich traurig oder leer) oder von anderen beobachtet (z.B. erscheint den Tränen nahe). (Beachte: kann bei Kindern und Jugendlichen auch reizbare Stimmung sein).
- Deutlich vermindertes Interesse oder Freude an allen oder fast allen Aktivitäten, an fast allen Tagen, für die meiste Zeit des Tages (entweder nach subjektivem Ermessen oder von anderen beobachtet).
- Deutlicher Gewichtsverlust ohne Diät; oder Gewichtszunahme (mehr als 5% des Körpergewichts in einem Monat); oder verminderter oder gesteigerter Appetit an fast allen Tagen. Beachte: Bei Kindern ist das Ausbleiben der zu erwartenden Gewichtszunahme zu berücksichtigen.
- Schlaflosigkeit oder vermehrter Schlaf an fast allen Tagen.
- Psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung an fast allen Tagen (durch andere beobachtbar, nicht nur das subjektive Gefühl von Rastlosigkeit oder Verlangsamung).
- Müdigkeit oder Energieverlust an fast allen Tagen.
- Gefühle von Wertlosigkeit oder übermäßige oder unangemessene Schuldgefühle (die auch wahnhaftes Ausmaß annehmen können) an fast allen Tagen (nicht nur Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle wegen des Krankseins).
- Verminderte Fähigkeit zu denken oder sich zu konzentrieren oder verringerte Entscheidungsfähigkeit an fast allen Tagen (entweder nach subjektivem Ermessen oder von anderen beobachtet).
- Wiederkehrende Gedanken an Tod (nicht nur Angst vor dem Sterben), wiederkehrende Suizidvorstellungen ohne genauen Plan, tatsächlicher Suizidversuch oder genaue Planung eines Suizids.
B Die Symptome erfüllen nicht die Kriterien einer Gemischten Episode.
C Die Symptome verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.
D Die Symptome gehen nicht auf die direkte körperliche Wirkung einer Substanz (z.B. Droge, Medikament) oder eines medizinischen Krankheitsfaktors (z.B. Hypothyreose) zurück.
E Die Symptome können nicht durch Einfache Trauer erklärt werden, d.h. nach dem Verlust einer geliebten Person dauern die Symptome länger als 2 Monate an oder sie sind durch deutliche Funktionsbeeinträchtigungen, krankhafte Wertlosigkeitsvorstellungen, Suizidgedanken, psychotische Symptome oder psychomotorische Verlangsamung charakterisiert.
Aber was
ist denn mit Aminosäurehaltiger Ernährung , also Quark und
Vitamine und so weiter , und den pflanzlichen Mitteln , welche
es auch ohne Rezept gibt ?
Ich weiß , das man Depressionen bei Fehlernährung ( fehlende
oder zu wenig essentielle Aminosäuren ) bekommen kann .
Fehl- und Mangelernährung können natürlich schwere Störungen des Organismus zur Folge haben, dazu gehören auch depressive Symptome. Wenn man aber von „Depression“ spricht, meint man diejenige, für die die oben genannten Kriterien gelten. Die Ursachen dieser Depression sind noch nicht vollständig geklärt, allerdings gehören Fehl- und Mangelernährung nicht dazu, weil medizinische Krankheitsfaktoren durch Kriterium D (siehe oben) ausgeschlossen sind.
Ich denke an meine Kinderzeit , wo ich irgendwie ganz happy
war , wenn es Quarkspeise gab usw …
Klar, ich auch. Das ist aber etwas anderes, als wenn wir Psychologen von depressiven Zuständen sprechen.
Freundliche Grüße,
Oliver