Antidepressiva und Libido

Hallo,
ich nehme ab morgen wegen einer Angsstörung ein Antidepressivum, ich wollte das zwar eigentlich nicht, es geht aber im Moment nicht anders.
Ich frage mich jetzt ob sich diese Tabletten u.U negativ auf die Libido auswirken. Zwar habe ich im Moment genug andere Probleme,aber ich habe vor 1 Monat meine Pille abgesetzt und seit dem ging es mir in dieser Beziehung endlich mal wieder richtig gut udn ich fände es total blöd, wenn das durch die Tabletten jetzt wieder von vorne anfängt mit dem eine Lust habe etc.
Vielleicht kennt sich ja jemnd aus
schneehase

Hi Schneehase

ich nehme ab morgen wegen einer Angsstörung ein
Antidepressivum

Das deucht mich kurios. Grob vereinfacht gesagt, gibt es im Prinzip 2 Sortebn Psychopharmaka: Einen „upper“ gegen Depressionen, also stimmungshebend und antriebssteigernd und einen „Downer“ gegen Angststörungen, der Dich also beruhigt und „runterbringt“.
Wie Du schon bemekst, ist das eine gegensättzliche Wirkung für gegensättzliche Probleme: Der eine Mensch ist depressiv, „unten“ und soll wieder „hochkommen“, der andere flippt nnavch oben aus, hat Angst und Unruhe und soll wieder „runrerkommen“.
Natürlich gibt es nun auch den Fall der ängstlich-agitierten Deprssion und da versprciht die Pharam-Industrie was Spezielleres, aber obs so speziell wirkt, ist ne zweite Frage.
UN DEINE zweite Frage:

Ich frage mich jetzt ob sich diese Tabletten u.U negativ auf
die Libido auswirken.

Ich glaube, das berifft eher die Libido von Männern, die unter Umständen beeinträchtigt wird. Und -ich hab jetzt eben gerade mal nicht in Deine vika geguckt- ich geh mal davon aus, dass u ne Frau bist, denn Schneehase würd sich ein Mann kaum nennen, jedenfalls kein Hetero.
Also, keine Angst und - niochmal die Indikation der Medikation überdenken. :wink:
Gruß,
Branden

Hi Branden,

ich nehme ab morgen wegen einer Angsstörung ein
Antidepressivum

Genau das steht aber zB bei Trevilor in der Packungsbeilage bei Anwendungsgebieten!

???
Matze

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Hallo schneehase,

erstmal keine Sorge wegen der Behandlung Deiner Angststörung mit einem Antidepressivum. Branden ist da echt nicht auf dem Laufenden. Ich kann Dir zweifelsfrei versichern, daß Antidepressiva für die Behandlung von Angststörungen zugelassen sind und eingesetzt werden - und zwar mit Erfolg! So beträgt z.B. für Patienten mit Panikstörung (mit und ohne Agoraphobie), die mit dem Trizyklikum Imipramin behandelt wurden, die Erfolgsquote 70-90%.

Zu Deiner eigentlichen Frage, ob die Einnahme von Antidepressiva die Libido herabsetzen kann: Ja, das können sie - und zwar sowohl bei Mann als auch bei der Frau. Am häufigsten werden Libidostörungen bei MAO-Hemmern (Moclobemid) und SSRIs berichtet (Fluvoxamin, Fluoxetin, Sertralin, Paroxetin, Citalopram - das sind die Freinamen der Substanzen, schau mal auf den Beipackzettel, welcher Wirkstoff in Deinem Antidepressivum steckt). Das kann also passieren, muß aber nicht.

Grüße,

Oliver Walter

Hi Matze

Genau das steht aber zB bei Trevilor in der Packungsbeilage
bei Anwendungsgebieten!

Ich schrieb ja schon: Es gibt bei „ängstlich-agitierter“ Depression auch Psychopharmaka, die „dazwischen“ liegen, also sowohl antidepressive als auch anxiolytische Wirkung besitzen - man darf nur nicht zuvel erwarten. Die Pharma-Industrie versucht gerne, ihre mittelmäßig wiekenden Stoffe als Wundermittel zu verkaufen. Das sind sie aber m.E. nicht.
Gruß,
Branden

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Irrtum!
Nun schreibe bitte nicht so einen Unsinn, denn Du weisst genau, dass Antidepressiva seit Jahren bei Angsterkrankungen sehr erfolgreich verwendet werden.
Es ist unverantwortlich, wenn Du schreibst, die Fragestellerin sollte mal ihre verschriebene Medikation überdenken! Also rechtfertige nun nicht den von Dir geschriebenen Unsinn mit Deinen Ansichten über die Industrie!

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Hallo Schneehase,
mein Vater ist seit gut einem Jahr teils stationär, teils ambulant in psychiatrischer Behandlung wegen Depressionen und Angststörungen. Er wurde mit viel Geduld und über lange Zeit optimal mit Antidepressiva eingestellt, die sowohl stimmungsaufhellund als auch angstlösend wirken. Es ist also kein Widerspruch per se. Deshalb vertraue deinem Arzt und zweifle seine Medikation nicht von vornherein an.
Was die Libido betrifft: natürlich scheint ein Libidoverlust bei sehr vielen Medikamenten (nicht nur bei Psychopharmaka) als Nebenwirkung auf, also kann es wohl sein, dass dies auch bei dir zutrifft, ABER - durch die psychische Stabilisierung könnte es ja auch sein, dass dir das Leben plötzlich um vieles leichter fällt, ja richtig unbelastet Spaß macht, sodass sich wie von selbst auch die Freude an der Sexualität wieder einstellt - und dann tritt das genaue Gegenteil davon ein, was du befürchtest.
Alles Gute!
Irene

Hallo,
danek erstmak für Eure Antworten.
Ich war gerade mal bei der Apotheke und habe die Tabletten abgeholt, es heißt Paroxetin. Steht auch in der Packungsbeilage unter den häufigsten Nebenwirkungen sexuelle Störungen, was immer das dann auch ist…
Na ich werde die jetzt auf jeden Fall ab morgen nehmen, ich muss zum Glück auch nur eine halbe am Tag nehmen und hoffe, dass es nicht so ganz lange dauert bis die wirken.
Ich habe zwar irgendwie Angst die zu nehmen (Ironie des Schicksals:smile:)aber wenn sie helfen ists ja gut
schneehase

Hallo schneehase,

Ich war gerade mal bei der Apotheke und habe die Tabletten
abgeholt, es heißt Paroxetin.

ja, Paroxetin ist in Deutschland für die Behandlung von Angststörungen zugelassen.

Steht auch in der
Packungsbeilage unter den häufigsten Nebenwirkungen sexuelle
Störungen, was immer das dann auch ist…
Na ich werde die jetzt auf jeden Fall ab morgen nehmen, ich
muss zum Glück auch nur eine halbe am Tag nehmen und hoffe,
dass es nicht so ganz lange dauert bis die wirken.
Ich habe zwar irgendwie Angst die zu nehmen (Ironie des
Schicksals:smile:)aber wenn sie helfen ists ja gut

Ich kann Deine Angst verstehen. Denn leider sind die Medikamente nicht nebenwirkungsfrei, v.a. anfangs können einige unerwünschte Wirkungen auftreten. Außerdem wird es sehr wahrscheinlich dauern, bis sich eine positive Wirkung zeigt. Wenn das alles bei Dir der Fall sein sollte, sprich Deinen Arzt ruhig darauf an.

Trotz allem: Vielen hilft es, und ich drücke Dir die Daumen, daß es auch bei Dir so ist.

Beste Grüße,

Oliver Walter

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Wenn Du keine Zwischentöne herauslesen kannst, solltest Du nicht gleich ausrasten, sondern nochmal nachlesen. Und wenn Du meinst, Dein Psychologie-Studium würde zur Beurteilung dieser Sachlage ausreichen, bist Du ebenfalls im Irrtum. Und wenn Du weiter so unkritisch der Psychopharmakologie gegenüber stehst, empfehle ich Dir Weiterbildung und/oder Supervision.

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Hallo,

5-HTP hat praktisch keine Nebenwirkungen und hilft in der Meehrzahl der Fälle besser als ein Antidepressiva (Studie des Unispitales Basel!)

Gruss
beat

Paroxetin und Fluoxetin (wenn vergleichbar)
Hallo schneehase,

Ich nehme ein ähnliches Medikament, Fluoxetin. Und wenn meine Infos stimmen, nämlich dass die beiden Medikamente ungefähr gleich wirken, dann brauchst Du Dir da keine Sorgen zu machen.

Die Frage ist weniger ob die Pharmaindustrie zu viel verspricht sondern eher: Hat Dir das Medikament ein Hausarzt oder Facharzt verschrieben, und wenn Hausarzt, dann ab zum Facharzt, denn nur der kann die für Dich richtige Kombination von Medikamenten bestimmen.

Gruß
Morrighan

Meine Info stammt von http://www.infomed.org/screen/2002/m87.html und lautet:
Die drei selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer Paroxetin, Fluoxetin und Sertralin unterscheiden sich kaum in ihrer Wirkung auf depressive Symptome und weisen auch keine Unterschiede im Nebenwirkungsprofil auf.

Hallo, Schneehase,

wenn Du Dir sorgen um Deine Libido machst, hst Du offenbar einen Partner, den Deine Libido interessieren könnte, sonst Wär’s ja egal, oder?
Jetzt frage ich mich, ob Du denn mit dem Mann (oder Frau) über eben diese Sorge reden kannst, verbunden mit der Bitte, Dir - und Eurer Beziehung - zu helfen. Durch besondere Rücksicht, durch mehr Phantasie, durch mehr Zuwendung, Zurückhaltung, durch was immer Du dann brauchst.
Das sollte doch mit einem liebenden Partner gehen; ansonsten würd’ ich mir gaaaanz andere Sorgen machen.
Gute Besserung, Anette-

ich nehme übrigens Citalopram, habe aber kein Problem mit meiner Libido, eher mit dem Mann und seiner (wenigen).

Brqanden, ich würde mal ein wenig Fortbildung über
Psychopharmakologie empfehlen. Dein Wissen ist in dieser Hinsicht
kurz hinter S. Freud steckengeblieben. Bei Angststörungen kann man
sehr wohl SSRI einsetzen, sie sind in Studien gut evaluiert (d.h. es
geht weit über die ängstlichen Unterformen depressiver Störungen
hinaus). Ich persönlich würde sie zwar auch nur in Kombination mit
einer verhaltenstherapeutischen Psychotherapie empfehlen, aber sie
helfen nach Studienlage auch „so“.

Übel finde ich aber, dass Du da solche „Ratschläge“ hier im Forum
verteilst, die sich eben nicht an der wissenschaftlichen Datenlage,
sondern an deinen persönlichen (Vor-)Urteien orientiert. Wenn Du
sowas machst, solltest Du es deutlicher als persönliche Meinung
darstellen.

Martin

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