Antidepressivum geg körperl. Schwäche

Hallo,

ich muss hier mal eine furchtbare Geschichte loswerden, die mich sehr erschüttert und bedrückt.

Eine Bekannte von mir, Ende 20 erlitt ein „Burnout“. Ich nenne das jetzt vorerst mal so. Stress führte bei ihr schon immer zu Auto-immun Reaktionen (Asthma, Allergien), sogar eine Nervenentzündung war dabei. Nur eine isolierte Myelitis, keine MS oder andere chronische Nervenentzündungen. Das letzte was ihr passierte, war sehr schlimm. Vor ihrem Examen musste sie sehr viel lernen und war oft gestresst und litt durch den Druck ca. 1 Jahr lang an Schlafstörungen. Sie raffte alle ihre Kräfte zusammen und versuchte durchzuhalten. Im Winter bekam sie dann plötzliche eine Erkältung und kurze Zeit darauf Muskelkrämpfe, Herzrasen, wobei beides nicht mehr von alleine wegging. Bei leichter Anspannung schon verkrampften sich ihre Muskeln so stark, dass sie nicht mehr gehen konnte. Das war also der Gipfel. Man überwies sie in die psychosomatik, checkte alles durch, konnte aber nichts finden. Als alle Stricke rissen, verabreichte man ihr ein Antidepressivum. Ein Serotonin Wiederaufnahme Hemmer. 10mg tägl. Nach etwa 5 Wochen flauten die körperlichen Beschwerden stark ab, waren aber nicht ganz weg. Da ihr die Psychosomatik nicht weiterhelfen konnte, ging sie nach Hause.
Beim Endokrinologen wurde schließlich ein starker Vitamin D Mangel festgestellt, der behandelt wurde und viel zerstörtes Schilddrüsengewebe, was vorher nicht untersucht wurde. Die Schilddrüse wurde kurz behandelt, denn ihre normale Funktion stellte sich wieder ein (Werte alle im Normbereich), Vitamin D wurde auch verabreicht bis der Spiegel wieder in Ordnung war. Obwohl meine Bekannte tagsüber bester Laune war, hatte sie nach kurzer Anspannung (z.B. konzentriertes Lesen) heftige Muskelkrämpfe und Herzrasen. Das Antidepressivum schien schließlich das entscheidende zu sein, auch gegen die Körperlichen Symptome. Sie litt nämlich auch an Schwächeanfallen, die immer abends in den Ruhephasen kamen, dazu gesellten sich Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen, obwohl sie sich seelisch gut fühlte, lustvoll ihren Hobbies tagsüber nachging und vor Freude sang und tanzte.
Aber abends hatte sie dann immer diese merkwürdigen körperlichen ERschöpfungszustände, die sie vor dem Zusammenbruch nicht hatte.
Mit dem Antidepressivum gingen auch die Muskelkrämpfe und ERschöpfungszustände weg. Da aber keiner so genau wusste, dass hier ein Zusammenhang bestand und sie stark an Gewicht zunahm (3 Kleidergrößen durch den verstärkten Hunger von den Tabletten), wurde das Medikament abgesetzt. Folge: Seelisch blieb alles gleich, kein Unterschied, aber die körperlichen Beschwerden kamen zurück. Starke Schwächegefühl nach geistiger Konzentration, also längeres Arbeiten am Stück im Büro, Muskelzuckungen, Krampfanfälle.
Meine Frage: Warum wirkt Paroxetin auch bei körperlichen ERschöpfungszusätnden???
Bitte nur ernsthafte Antworten, da dies ein ernsthaftes Thema für mich ist!

Liebe Grüße

BABSI

Hallo,

das ist für Deine Bekannte ja eine unendliche Odysee.
Googelt nach „Tetanie, chronische und akute Tetanie“

http://www.schilddruese-augsburg.de/tetanie.html

In diesen verschiedenen Tetaniearten werden folgende Symptome beschrieben: Übererregbarkeit der Muskeln, Schilddrüsenprobleme, Vit. D-Mangel, Müdigkeit, Erregbarkeit, Muskelkrämpfe, Herzrasen, Wortfindungsstörungen,Ataxie, psychische Symptome: Emotionale Instabilität, Ängstlichkeit, Depression, Magenprobleme, Hautprobleme.
Die Probleme wären dann mit Calcium- oder Vit.D3-Infusion leicht zu beheben.

Es muß auch untersucht werden:
Schildrüsenwerte TSH (basal), ft3, ft4 mit Schilddrüsensono auf entzündliche Veränderungen wie Hashimoto-Thyreoitis.
Gesamt-Calcium im Blut und Urin, PTH, Phosphat, Kreatinin und vor allem Magnesium, 25-Hydroxy-Vitamin D3, 1-25-Dihydroxy-Vitamin D 3.

Zusätzlich das große Laborparameter incl. Kalium, Natrium, Harnstoff, Blutzurcker, Bilirubin, Albumin, Parathormon, Ferritin, gamma GT, Triglyceride, Gesamt-Eiweiß, CRP.

Ist das alles gemacht worden? Wenn nein, laßt Euch nicht abwimmeln. Es kann nicht sein, daß man eine Patientin ohne diese Untersuchungen auf die Psycho-Schiene schiebt. Ihr reicht die Kraft für tagsüber, abends bricht sie ausgelaugt und ohne Kraft zusammen.

Ein Serotonin-AD, den sie nahm,soll wach machen, kann Nebenwirkungen haben: Herzrhytmusstörungen, Herzrasen, hoher Blutdruck, Schlafstörungen, Muskelkrämpfe, Unruhe. Das hat sie ja schon alles, für sie wäre ein beruhigendes AD besser gewesen.

Ich kann mir schwer vorstellen, daß die Schilddrüse durch ein paar Hormongaben nun in Ordnung ist.
Es wird alles viel zu schnell in die „Burn-out“-Schiene geschoben, um Untersuchungen zu sparen. Setzt Euch durch.

Viel Glück
Karin