hier auch noch was 
Hallo,
also ich denke, dass die Distanz ein natürliches Phänomen ist. Wir müssen bei uns Menschen immer zwischen der biologischen und der sozialisierten Komponente unterscheiden, wenn wir unser Verhalten analysieren (Dualität des Menschen - C.G. Jung).
Ein Bsp. für die biologische Komponente: Todgeweihten oder behinderten Menschen verhält man sich auf die eine oder andere Art hin „anders“. Manche überkommt ein Gefühl des Ekels, andere empfinden Aggression. Im Tierreich werden Andersartige ausgegrenzt. Das heutige Lachen der Menschen hat sich aus dem Aggressionstrieb entwickelt (Zähne zeigen). Ich finde, dass bei Verhaltensanalysen der Trieb bzw. das biologische Verhalten nicht genügend berpcksichtigt wird. Es gibt genügend andere Beispiele für unser Alltagsleben.
Die sozialisierte Seite verhält sich anders: Mitleid, Trauer, Nachempfinden, usw. kann sich ausbreiten.
Welche Seite stärker ist, liegt an uns selbst. An unserer Persönlichkeit. Wichtig ist nur, dass man diese Komponente nicht verurteil, sondern sie akzeptiert. Denn sie ist nun mal natürlich. Wenn man sich darüber bewußt ist, kann man auch besser damit umgehen.
Dass sich Menschen dann zurückziehen, bzw. von Dir distanzieren kann mit unter daran liegen, dass Du nunmal nicht in ihrer Situation bist. Anschlussmotiv: Aus Experimenten von Schachter geht hervor, dass der soziale Vergleich in einer ungewissen, beängstigenden Situation der zentrale Grund für das Affiliationsmotiv ist. Es herrscht in solchen Situationen ein Wunsch nach Validierung der eigenen Aktivierung vor. Das bedeutet übertragen, dass man sich nur bei Gleichgesinnten verstanden und gut aufgehoben fühlt. Je weiter die Person im Vergleich von einem selbst weg ist, desto weniger möchten wir sie um uns haben. Das hängt auch von der Stärke des eigenen Involvements zur jeweiligen Situation ab. Also der Tod ist dann so zentral bzw. eine so starke Auslese-Variabel, dass man mit anderen, die nicht ähnlich sind, nicht mehr viel anfangen kann. Es kann sogar sein, dass es in absolute Distanz und Widerwilligkeit umschlägt. Das hängt auch wieder von der Persönlichkeitsstruktur desjenigen ab.
Eine weitere Theorie, die das Phänomen analog beschreibt, ist Theorie der Selbstwerterhaltung. Hier werden zwei Vergleichsprozesse unterschieden. Der (1) selbstwertmindernde Vergleichsprozess und der (2) selbstwertsteigernde Reflektions- bzw. Ausstrahlungsprozess. Welcher der beiden Prozesse bei einem sozialen Vergleich aktiviert wird hängt von den drei Dimensionen der (1) psychologischen Nähe und (2) Leistung der Vergleichsperson sowie (3) der Relevanz des Attributs für den Selbstwert von ego. Da Du gesund bist, der andere todgeweiht, mindert es seinen Selbstwert und eine mögliche Reaktion ist Distanz bzw. den anderen meiden.
Hoffe, das war auch ein wenig konstruktiv 
Der_Sisko