Hi,
hab nen neues Wort gefunden, das zweite oben im Titel.
Antisemitismus oist klar. Das sind alle Deutschen, oder so 
Aber was ist Antijudaismus? Alle, die Judas nicht so mögen?
fragt ernsthaft:
Frank
Hi,
hab nen neues Wort gefunden, das zweite oben im Titel.
Antisemitismus oist klar. Das sind alle Deutschen, oder so 
Aber was ist Antijudaismus? Alle, die Judas nicht so mögen?
fragt ernsthaft:
Frank
Hallo Frank,
Antisemitismus
bezieht sich auf die Herkunft der Menschen.
Antijudaismus
bezieht sich auf die Religion der Menschen.
Die meisten vermischen beide Bedeutungen im ersten Wort.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo Frank,
„Antijudaismus“ heißt, daß man Juden vorwarf, sie hätten nicht die richtige Religion. Dem christlichen Antijudaismus konnten sie durch einen Wechsel der Religion entkommen, obgleich man sie weiterhin daran erinnerte, daß sie Juden gewesen waren.
In seinem Artikel
„Laßt uns beten für die treulosen Juden“
http://www.hagalil.com/archiv/2003/11/judenfeindscha…
macht Philipp Gessler deutlich, daß z.B. die Homann-Rede in der Tradition des christlichen Antijudaismus verwurzelt ist.
„Antisemitismus“ heißt, daß Juden nicht o.k. sind, weil sie zur falschen „Rasse“ gehören. Da eine „Rasse“ nicht veränderbar ist, war es nun gleichgültig ob die rassisch definierten Juden nun Atheisten, zum Christentum konvertiert oder was auch immer waren.
Viele Grüße
Iris
Hallo Iris,
„Antisemitismus“ heißt, daß Juden nicht o.k. sind, weil sie
zur falschen „Rasse“ gehören. Da eine „Rasse“ nicht
veränderbar ist, war es nun gleichgültig ob die rassisch
definierten Juden nun Atheisten, zum Christentum konvertiert
oder was auch immer waren.
Bist du dir da sicher? Antisemitismus gabs wohl schon vor Hitler, diesen Rassenbegriff wohl erst seit „mein Krampf“.
Als „gegen das jüdische Volk“ gerichtet, hätte ich ihn betrachtet.
fragt nochmal:
Frank
Hi Frank
Der rassisch begründete Antisemitismus wurde von W. Marr um 1860 herum endgültig formuliert, Hitler ist in seinem Gedankenschlecht offenkundig durch den rassischen Antisemitismus des 19 jahrhunderts (der eine Spielart des Rassismuses darstellt) stark beeinflusst worden.
Der rassisch bedingte Antisemitismus beginnt irgendwann Anfang des 19 Jahrhunderts den religiösen Antisemitismus zu verdrängen, obwohl er klassische Stereotype übernimmt (z.B. Christusmörder…) Nur werden diese Stereotype eben nicht mehr glaubensmäsig, sondern rassisch begründet.
Siehe
http://antisemitismus.juden-in-europa.de/antisemitis…
Solider Artikel mit zahlreichen Quellenangaben
Gruß
Mike
Nachtrag: ‚Reinheit des Blutes‘ Toledo 1449
Nochmal Ich
http://www.personal.psu.edu/users/m/z/mzk108/
Der Rassische Antisemitismus hat bereits Vorläufer im Mittelalter,
als krasses Beispiel das „Reinheit des Blutes“ Statut in Spanien von 1449…
da gab es sowas wie einen „Ariernachweis“ auf Spanisch!
Antisemitismus wurzelt sehr tief, und treibt immer wieder hässliche Blüten.
Gruß
Mike
Hallo Iris,
„Antisemitismus“ heißt, daß Juden nicht o.k. sind, weil sie
zur falschen „Rasse“ gehören. Da eine „Rasse“ nicht
veränderbar ist, war es nun gleichgültig ob die rassisch
definierten Juden nun Atheisten, zum Christentum konvertiert
oder was auch immer waren.
Drum hat man die mit „militärischer Überredungskunst“ christianisierten Juden nach der Taufe sicherheitshalber gleich umgebracht.Angenehmer Nebeneffekt: viele waren reich!
Grüße
Raimund
Hallo Iris,
„Antisemitismus“ heißt, daß Juden nicht o.k. sind, weil sie
zur falschen „Rasse“ gehören. Da eine „Rasse“ nicht
veränderbar ist, war es nun gleichgültig ob die rassisch
definierten Juden nun Atheisten, zum Christentum konvertiert
oder was auch immer waren.Drum hat man die mit „militärischer Überredungskunst“
christianisierten Juden nach der Taufe sicherheitshalber
gleich umgebracht.Angenehmer Nebeneffekt: viele waren reich!
Das gibt sicherlich gleich wieder Haue von neosemitischen Antigermanisten 
Gruß
Frank
mit umfangreichen Quellenangaben und auch weiterführenden links
http://www.gehove.de/antisem/antis_h.html
Gruß
Peter
nix: au weia 
Hallo Frank,
warum sollten sie.
Im Mittelalter war das eine ganz normale Methode, um Christus neue Seelen zuzuführen (so eine Art Missionierung).
Ebenso hat man sowas gleich in die Finanzierung eines Kreuzzuges mit eingeplant.
Und damit die Finanzierung auch sicher klappt (man konntze ja nicht sichergehen, ob im Zielland Jerusalem genügend Kohle rausspringt), hat man so manche reiche Gemeinde christlichen Glaubens auch gleich massakriert. Einen Vorwandt hat man immer schnell gefunden. Und wenn es der war, dass diese Gemeinde sich weigerte, den heiligen Kreuzzug finanziell mit allen ihren Mitteln zu unterstützen.
Die Religion der Nächstenliebe war alles andere als das.
Sie war machtgierig und menschenverachtend.
Grüße
Raimund
Hallo Iris,
In seinem Artikel
„Laßt uns beten für die treulosen Juden“
http://www.hagalil.com/archiv/2003/11/judenfeindscha…macht Philipp Gessler deutlich, daß z.B. die Homann-Rede in
der Tradition des christlichen Antijudaismus verwurzelt ist.
ich kenne in der katholischen Kirche keinen Antijudaismus.
Zu Karfreitag wird regelmäßig für die Juden in den großen Fürbitten gebetet.
Auszug aus Schott:
Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast Abraham und seinen Kindern
deine Verheißung gegeben.
Erhöre das Gebet deiner Kirche für das Volk,
das du als Erstes zu deinem Eigentum erwählt hast:
Gib, dass es zur Fülle der Erlösung gelangt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Desweiteren findet seit Jahren (zumindest in unserer Gemeinde) am 9. November an der zerstörten Synagoge eine christlich/jüdische Veranstaltung statt.
Und selbst unser r.kath. Oberhaupt ist den Juden gegenüber sehr aufgeschlossen.
Ich empfehle hier mal das Buch Johannes Paul 2 von Andreas Englisch.
Ich war überrascht, wie progressiv doch mein Papst ist.
Viele Grüße,
Joe
Hallo,
das zwischen beiden ein Unterschied besteht, wurde hier schon deutlich gemacht. Dabei sind beide Begriffe negativ gewertet (-ismus).
Ich persönlich definiere jemanden als Antisemiten, der die Nürnberger Rassengesetze anwendet (bzw. ihren schon vorher existenten „Geist“), das hat z.B. der berühmte Hohmann getan…
Antijudaismus ist als historischer Begriff durchaus davon abzugrenzen. Z.B. ist es völliger Blödsinn, das Johannes-Evangelium, die frühen Christen oder auch Luther als Antisemiten zu bezeichnen, was sie aber waren, waren Antijudaisten. Johannes im Konflikt mit seiner eigenen Herkunft, die seinen Glauben ablehnten, die Kirchenväter und Luther in der Überzeugung, daß gerade die Juden doch Christen werden müßten, da doch Jesus der ihnen versprochene Messias sei (und man deren Verweigerung zu konvertieren als höchst verunsichernd empfand). Natürlich haben viele daraufhin so einiges geschrieben, was wir heute als unerträglich empfinden, trotzdem halte ich diese Unterscheidung für durchaus wichtig, denn ein Johannes, der in der Situation eines vom Glauben abgefallenen (bzw. als „vertreter“ einer solchen Gruppe) seine eigene Position verteidigt hat, ist kaum dafür verantwortlich zu machen, daß einige hundert Jahre später sich ein Gedankengut - auch unter Berufung auf ihn - entwickelte, daß zum Massenmord führte. Von einem biblischen Antisemitismus reden auch nur diejenigen, die in der Regel nicht ein Wort selbst gelesen haben oder aber zum historischen Denken unfähig sind. Einem christlichen Antisemiten (so was gibt’s) sei immer gesagt, daß er dann Jesus als einen der ersten umbringen müßte. Ein heutiger christlicher Antijudaist dagegen verleugnet den Glauben seines Herrn…
Grüße,
Taju
Hallo Iris,
dies ist ein Protest gegen Philipp Gessler, obwohl ich folgende Aussage:
„Antijudaismus“ heißt, daß man Juden vorwarf, sie hätten nicht
die richtige Religion. Dem christlichen Antijudaismus konnten
sie durch einen Wechsel der Religion entkommen, obgleich man
sie weiterhin daran erinnerte, daß sie Juden gewesen waren.
aufgrund dessen, daß sie in ihrer Historizität schlicht falsch ist, auch nicht ganz annehmen kann.
Aber darum geht es nicht, sondern um den wahrhaft dummen Artikel von Herrn Gessler. Herr Gessler ist ein pfiffig Kerlchen, der also tatsächlich ein paar christlich-theologische Begriffe aufgeschnappt hat, gewürzt mit einigen ewig gestrigen Aussagen diverser Kleriker, verührt in einem historisch katastrophalen Brei antijüdischer Aussagen im Neuen Testament (Wie kann man auf die Idee kommen, Paulus mit dem Antisemitismus in Verbindung zu bringen? Jedem Christen, der meint, sich unter Berufung auf Paulus einen Antijudaismus gönnen zu dürfen, würde ich gehörig die Leviten lesen, also auch Herrn Gessler) und prompt haben wir des Rätsels Lösung für alles Böse: Das Christentum, für das natürlich einzig repräsentativ ein von Herrn Gessler als dumpf-katholisch-nationales Hessentum steht.
Ich bin Christin und empfinde es als Beleidigung, daß sich eine Partei überhaupt christlich nennt (prinzipiell), aber noch mehr folgende Aussage: „Wer sie sich in Gänze antut, dem muss auffallen: Sie ist nicht nur klar antisemitisch, sondern auch ziemlich christlich“. Ich habe mir diese Rede „in Gänze“ angetan und stelle fest: Diese Rede ist nicht christlich gewesen! Kein Christ kann was dafür, wenn ein Irrer sich seiner Terminologie bedient. Genauso sind jetzt auch nicht alle Deutschen dieser Meinung, noch ist es ein genuin deutsches Denken, weil Hohmann von der deutschen Nation gesprochen hat! Ich bin jederzeit bereit, über theologischen Antijudaismus und auch - leider - Antisemismus zu reden, aber dermaßen vorurteilsbehaftete Äußerungen sind einfach nur eine Beleidigung.
Grüße,
Taju