Hallo zusammen,
ich bin seit 1.1.05 ALG II- Empfänger, 44 Jahre alt, und habe da eine Frage bzgl. der sogenannten „beruflichen Rehabilitation“.
Ich bin Epileptiker und habe anno 1992 einen Antrag auf berufliche Reha gestellt, der ist abgelehnt worden. Eigentlich wollte ich Tischler werden, das ging natürlich nicht wegen der Epilepsie. Ich steckte damals gerade in einer vorbereitenden Maßnahme zur Umschulung zum Tischler… (sowas wurde anno 92 noch 6 Monate finanziert!!).
Jetzt- 13 Jahre später- hat sich zusätzlich ein Rückenleiden eingestellt- Epileptiker bin ich natürlich immer noch-, ich darf nur 15 Kg heben laut ärztlichem (nicht amtsärztlichem) Gutachten. Aufgrund dieses Gutachtens habe ich anno 2001 aber eine ABM abgebrochen, wo ich den ganzen Tag in gekrümmter Haltung arbeiten musste. Außerdem habe ich einen Meniskusschaden; der ist zwar noch nicht operiert, aber eindeutig 2002 diagnostiziert. Die Ärzte wollen ihn operieren, ich will aber nicht. Ich wüsste gerne, ob es Sinn macht, diesen Antrag auf berufliche Rehabilitation nochmal zu stellen oder ob das im Grunde genommen vergeudete Zeit ist.
Ich stelle die Frage hier im Forum einfach mal, weil ich kürzlich bei meinem Arbeitsvermittler den Eindruck gewonnen habe, dass er mich zum neuen amtsärztlichen Gutachten schickt, weil er prinzipiell glaubt, die Leute „bei der Stange“ halten zu müssen (wer nicht arbeitet, wird depressiv, man muss den Leuten Glauben geben, dass sie eine Zukunft haben und ähnliches Zeug) und nicht, weil er denkt, dass dieses tatsächlich für den Suchenden etwas bringt. Er hat zwar was von „anderen Geldtöpfen“ bei ber. Reha gesprochen, das klang aber- auch nach Nachfragen- alles sehr nebulös, so dass ich daran im Grunde nicht glaube. Er hat auch was erzählt, dass Umschulungen überhaupt nur noch dann finanziert werden, wenn feststünde, dass 70% der Leute hinterher einen Job finden. Klingt mir wenig glaubwürdig, denn demnach dürfte ja gar nix finanziert werden.
Abschließend merke ich mal an, dass mir persönlich an einer beruflichen Ausbildung im Grunde nichts liegt. Dafür finde ich hätte man mir früher eine wie auch immer geartete Möglichkeit bieten müssen bzw.- um keine gesellschaftliche Schuldzuweisung zu betreiben- dafür ist es einfach zu spät. Außerdem komme ich so auch gut klar, habe meine Interessen, leide nicht an irgendwelchen Suchtkrankheiten und komme mit den wenigen Kohlen auch zurecht. Da kann der Staat doch im Grunde froh und dankbar sein.
So, nun bin ich wirklich mal gespannt, was jetzo wieder kommt!
Gruß
Hermann
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