Antrag auf berufliche Reha sinnvoll ?

Da der Ursprungstectfaden geschloßen wurde, offenbar,
weil einige beleidigen statt zu hinterfragen und
zu überlegen, muß ich den Textfaden eben neu
eröffnen… - lol -

Auf die Frage des Eingangsposters :

Nein, ich gehöre nicht zu den geplagten REHA-Antragstellern.

Zwar habe ich auch das eine oder andere Verfahren hinter
mir, mein Wissen und meine Erfahrungen ziehe ich aber :

  • aus einer früheren Arbeit für einen Volljuristen, der
    nicht Anwalt war,

  • aus einer Teilzeitarbeit für einen Volljuristen, der
    Anwalt ist.

Meine Qualifikation ist damit „ungelernt“ (in diesem Fachbereich).

Mein Vorteil ist aber, dass meine (ehemaligen) Arbeitgeber
mal gerade 27 Zentimeter von mir entfernt sind - am Telefon.

Für den Eingangsposter ergreife ich auch keine Partei,
sondern versuche zu lesen und zu verstehen, was er
schreibt. Auch zwischen den Zeilen. Und ich versuche zu
hinterfragen, so wie es früher mal meine „richtige“ Arbeit
war, was nochhinter den Ausführungen stecken könnte.

Jagd wird heute schnell auf Behinderte und Kranke gemacht.
Da schreibt nicht jeder gleich von all seinen Problemen.
Ob das körperliche oder seelische Probleme sind. Vieles
wird aus Scham weggelassen. Behinderte und Kranke haben
heutzutage, wie Pensionäre, einen Makel. Die kosten
vermeintlich Geld und sind zu nix nutze. Daher ist es
leicht, auf diese Menschen zur Jagd zu blasen und sie
anzumachen, fertig zu machen.

Nehmen wir mal ein asnderes Land, von dem wir lernen
können :
Thailand.
Blinde Menschen, die bei uns „voll auf der sozialen Schiene“
bedient werden erhalten dort „privatrechtliche“ Ausbildungen
(also in buddis.) Klöstern und arbeiten nachher als Masseur.
Wenn diese Leutegut sind, und ich habe mit meinen maraoden
Bandsheibeneinige gute Masseuere erfahren, so verdienen die
nachher mehr Geld als ein Bauarbeiter.

Behinderung oder Krankheit mußalso keinen Makel darstellen,
sondern es muß gesehen werden, wie es möglich ist, dass
diese Menschen ihren Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt
beitragen können.

Der neue Landesvater von Schleswig-Holstein Harry-Peter
Carstensen hat es in seiner Regierungserklärung sehr
gut formuliert. Nicht nach dem Staat rufen, sondern
selber etwas anfangen. Noch ist ein solches Handeln
verrufen, aber es ist genau der Punkt.

Anders als in Thailand
gibt es in Deutschland „noch“ Sozialsysteme die „noch“
funktionieren. Das sind Errungenschaften,die viele
nicht mehr zu schätzen wissen. Wer mal in den Ländern
der Dritten Welt zu Besuch war und hat Menschen sterben
sehen, weil diese nicht die billigsten Medikamente
bezahlen können,wird nach seiner Rückkehr seiner
„beschiss.en.en“ AOK einen Blumenstrauss hinstellen.

Das Fatale ist jedoch, dass auch zahlreiche Mitarbeiter dieser
Sozialsysteme diesen Zahn der Zeit nicht erkannt haben und
den Krankenoder Behinderten als ihren Feind erkennen und
mit ihm mobingmäßig umspringen. Zu beobachten ist eine
solche Vorgehensweise insbesondere bei den MdK, bei den
medizinischen Diensten der Kassen. Diese Leute, oft im Leben
selber gescheitert und beim Mdk untergekrochen, verstehen
sich als Kostenkiller für die Krankenkassen und legen dabei
teils eine solche Arroganz an den Tag, dass selbst die
Kassen „böse staunen“. Soist die AOK in 24837 Schleswig mit
der Vorgehensweise des MdK oft nicht einverstanden. Nachdem
sich der dortige Leiter einschaltete erklärte der MdK, er
„sei frei“ und entscheide,wie „es für richtig gehalten werde“.

Anders sieht die Situation schon wieder bei dem medizi. Dienst
der LVA Lübeck aus. Deren Gutachter in Flensburg ist über
wirklich jeden Zweifel erhaben und absolut seriös. Er macht
auch Fehler, gesteht diese nachher ein und korregiert diese.

Dr. med.Trupkovic vom medizinschen Dienst der Arbeitsagentur
in Flensburg ist bedauerlicher Weise verrentet (Pension).
Dieser seriöse Mann hinterläßt ein Loch, welches schwer zu
schließen ist.

Was den „Sessel-pupern“ in den Kassen und Verwaltungen fehlt
ist ganz einfach die Fähigkeit zu denken. Denn sonst hätten
sie schon längst dafür gesorgt, dass Ideen wie in Thailand

  • aus Blinden Masseuere machen - umgesetzt werden. Die Spitzen
    der AOK aber besuchen lieber aus Kassengeldern die USA und
    dort Vergnügungsparks…

Jedes Krankenhaus, jede REHA-Einrichtung ist immer in irgend
einer Form ein Betrieb, der in das Wirtschaftskonzept der
Bundesrepublik gehört. Egalob es die Mutter-Kind-Kur hinter
München ist oder Damp an der Ostsee. Da werden im Wirtschafts-
kreislauf Millardenbeträge bewegt. Das ist auch in Ordnung.
Das ist sogar gut.

Was einfach fehlt an der Suppe ist das Salz.

Kranken und behinderten Menschen sind Wege zu eröffnen,
die es ihnen ermöglichen, am Wirtschaftsleben teilzunehmen.
Meine „Urwaldbeispiele“ mit den Masseuren in Thailand
belegen, dass eben bsplw. blinde Menschen besser darstehen
können, als der Maurer, der Taxifahrer, der Elektriker
usw.

Hallo Lambert!

Auf die Frage des Eingangsposters :

Unabhängig von der Berechtigung von Kritik an einzelnen Mitarbeitern der Sozialversicherungsträger oder am System schlechthin, enstand die Aufregung durch folgende Aussagen des Eingangsposters:

Er hätte gar kein Interesse an irgendwelchen Maßnahmen, Arbeit und Ausbildung inbegriffen. Außerdem sei er schon zu alt. Der Staat solle froh sein, daß er, der Fragesteller, mit seiner Stütze auskomme und sonst weiter keine Ansprüche stelle. Außerdem hätte er einen Rechtsanspruch auf einen Job.

Auf seine seltsame Einstellung angesprochen, reagiert der Herr unflätig. Mag sein, daß er sich in seiner Perspektivlosigkeit selbst gefällt; mag sein, er ist gemütskrank, aus der Ferne ist das nicht zu beurteilen. Feststellen läßt sich nur, daß die Probleme in der Person des Fragestellers liegen. Zum Glück herrscht Konsens, daß in diesem Land keiner verhungern muß. Versorgung im Krankheitsfall, eine beheizte Wohnung, Bargeld und Rentenversicherungsbeiträge bzw. Grundsicherung im Alter sind Rechtsansprüche. Diese Rechtsansprüche führen aber dazu, daß sich mancher Zeitgenosse schon in jungen Jahren damit einrichtet, im Laufe seines Daseins einen hohen 6stelligen Betrag ganz selbstverständlich in Anspruch nimmt und auch noch argumentiert, andernfalls würde es Aldi schlecht gehen.

Lambert, an dieser Stelle zielt man mit Gesellschafts- und Systemkritik auf die falsche Stelle, wenn man meint, der Staat müsse noch mehr leisten. Hier halte ich die Kritik für angebracht, daß unser System über das Ziel hinaus schießt, indem es jedermann eine weiche Bettung mit Rundumversorgung gewährt, so daß manche Leute keinerlei Veranlassung sehen, irgendetwas an ihrer Situation zu verändern.

Für Menschen mit per Schulabschluß unbeschränktem Zugang zu Bildung gibt es keine Rechtfertigung, sich lebenslang in der Rundumversorgung zu sonnen. Aber genau das macht der Fragesteller. Hier sponsert unser Sozialsystem asoziales Verhalten. Und wenn Du Herrn Carstensen aus SH bemühst: Solchem Treiben hat er nicht das Wort geredet, verlangte vielmehr Eigeninitiative! Ich halte das für eine wertvolle Einsicht. Wir müssen Verhaltensmuster früherer Jahrzehnte überwinden, die sich dadurch auszeichneten, für jedes Ungemach, Trägheit und persönliches Fehlverhalten die gesellschaftlichen Verhältnisse verantwortlich zu machen.

Gruß
Wolfgang

Danke Wolfgang, genau das waren auch meine Gedanken. Vielen Dank für den umfangreichen Beitrag, der mir zu diesem speziellen Fall die Worte aus dem Mund nimmt.

Gruß

Phoebe

Zitat :

…Stelle zielt man mit Gesellschafts- und Systemkritik auf die falsche Stelle, wenn man meint, der Staat müsse noch mehr leisten…

Moin !

Kommentar :
Ich bin für weniger Staat und für weniger Verwalter. Das hat bisher
nur Chaoas gebracht.
Ich bin aber auch für ein Umdenken. Es kommt darauf an, dass Hilfe
so gewährt wird, dass eben nachher eine Teilnahme am Erwerbsleben
stattfindet.

Oftmals haben die Arbeitsämter die Leute in Maßnahmen gesteckt,
weil da gerade was frei war. Der absolute Schwachsinn danach
war, dass diese Leute weitere Umschulungen bekamen.

Das war reine Selbstbeschäftigung.

Hallo Lambert!

Auf die Frage des Eingangsposters :

Unabhängig von der Berechtigung von Kritik an einzelnen
Mitarbeitern der Sozialversicherungsträger oder am System
schlechthin, enstand die Aufregung durch folgende Aussagen des
Eingangsposters:

Er hätte gar kein Interesse an irgendwelchen Maßnahmen, Arbeit
und Ausbildung inbegriffen. Außerdem sei er schon zu alt. Der
Staat solle froh sein, daß er, der Fragesteller, mit seiner
Stütze auskomme und sonst weiter keine Ansprüche stelle.
Außerdem hätte er einen Rechtsanspruch auf einen Job.

Auf seine seltsame Einstellung angesprochen, reagiert der Herr
unflätig. Mag sein, daß er sich in seiner Perspektivlosigkeit
selbst gefällt; mag sein, er ist gemütskrank, aus der Ferne
ist das nicht zu beurteilen. Feststellen läßt sich nur, daß
die Probleme in der Person des Fragestellers liegen. Zum Glück
herrscht Konsens, daß in diesem Land keiner verhungern muß.
Versorgung im Krankheitsfall, eine beheizte Wohnung, Bargeld
und Rentenversicherungsbeiträge bzw. Grundsicherung im Alter
sind Rechtsansprüche. Diese Rechtsansprüche führen aber dazu,
daß sich mancher Zeitgenosse schon in jungen Jahren damit
einrichtet, im Laufe seines Daseins einen hohen 6stelligen
Betrag ganz selbstverständlich in Anspruch nimmt und auch noch
argumentiert, andernfalls würde es Aldi schlecht gehen.

Lambert, an dieser Stelle zielt man mit Gesellschafts- und
Systemkritik auf die falsche Stelle, wenn man meint, der Staat
müsse noch mehr leisten. Hier halte ich die Kritik für
angebracht, daß unser System über das Ziel hinaus schießt,
indem es jedermann eine weiche Bettung mit Rundumversorgung
gewährt, so daß manche Leute keinerlei Veranlassung sehen,
irgendetwas an ihrer Situation zu verändern.

Für Menschen mit per Schulabschluß unbeschränktem Zugang zu
Bildung gibt es keine Rechtfertigung, sich lebenslang in der
Rundumversorgung zu sonnen. Aber genau das macht der
Fragesteller. Hier sponsert unser Sozialsystem asoziales
Verhalten. Und wenn Du Herrn Carstensen aus SH bemühst:
Solchem Treiben hat er nicht das Wort geredet, verlangte
vielmehr Eigeninitiative! Ich halte das für eine wertvolle
Einsicht. Wir müssen Verhaltensmuster früherer Jahrzehnte
überwinden, die sich dadurch auszeichneten, für jedes
Ungemach, Trägheit und persönliches Fehlverhalten die
gesellschaftlichen Verhältnisse verantwortlich zu machen.

Gruß
Wolfgang

Hallo, Wolfgang

mir tut das richtig weh, was du schreibst!
Du stempelst hier Menschen als Arbeitsverweigerer mit asozialem Verhalten ab, die auf dem normalen deutschen Arbeitsmarkt keine reelle Chance für sich sehen.

Außerdem hätte er einen Rechtsanspruch auf einen Job.

Warum sollte er keinen Rechtsanspruch auf optimale Beratung für einen ihm gemässen Arbeitsplatz haben?

Für Menschen mit per Schulabschluß unbeschränktem Zugang zu
Bildung gibt es keine Rechtfertigung, sich lebenslang in der
Rundumversorgung zu sonnen.

Du bist nicht auf der Höhe der Zeit.
Hallo!!!
Bestensausgebildete Fachleute finden heutzutage, hierzulande, keinen adäquaten Job mehr.
Wie der Arbeitsmarkt bei gehandikapten Arbeitssuchenden aussieht, kann man sich dann vorstellen.

In welcher Zeit lebst du?

Gruß
karin

3 „Gefällt mir“

Hallo Karin,

falls du dir den dazu gehörenden Thread etwas weiter unten noch nicht durchgelesen hast, solltest du dies tun.

Der Threadersteller hat in seinem Beitrag deutlich gemacht, dass er absolut keine Lust hat überhaupt zu arbeiten. Siehst du die Dinge in diesem Zusammenhang jetzt immer noch so wie du es geschrieben hast?

Gruß

Phoebe

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Phoebe :smile:)

Phoebe :

Moin - Moin :

es kommt nicht darauf an, was ein möglicher Weise arbeitsunfähiger Zeitgenosse ins Netz stellt, das kann der größte Blödsinn sein.

Es kommt darauf an, was Wolfgang weiter oben schreibt !