Hallo Zusammen,
ich habe eine sehr persoenliche Frage zum Thema Psychologie. Besser gesagt wollte ich mich erkundigen ob jemanden folgendes Symptombild bekannt vorkommt?
Kurz zu meiner Situation: Ich habe gerade mein Studium erfolgreich abgeschlossen und bin jetzt seit zwei Monaten am Reisen durch Australien. Anfangs habe ich die Zeit hier wirklich genossen ich liebte es neue Leute kennenzulernen, war putzmunter und fuer jede Party zu haben. Dann ist irgendetwas passiert was meine Psyche massiv veraendert hat. Ich kann kaum mehr klare Gedankenfluesse fassen, was sich darin aeussert, dass ich mich sehr schwer tue laengere Gespraeche zu fuehren. Mir fallen viele Dinge nicht mehr ein. Ich habe quasi das Gefuehl dass mein Gehirn viel langsamer arbeitet als sonst. Vor meinem Auge ist so eine Art schleier der mich unscharfer sehen laesst. Ich tue mir schwer laengere Texte zu lesen. Werde sehr schnell muede dabei. Wenn ich das nicht ohnehin schon bin. Ich schlafe ziemlich viel. Meistens bin ich shcon um 10 Uhr so muede dass ich keine Lust mehr habe irgendwas zu unternehmen. Ich habe dann aber auch nicht wirklich lust mich in den Hostels mit anderen Travellern zu unterhalten. Weil ich quasi kaum mehr lachen kann. Habe fast das Gefuehl dass mir mein Humor abhanden gekommen ist.
Zu Anfang habe ich mit allen Leuten gerne und ausgiebig geredet habe viel gelacht und war eigentlich immer gut drauf.
Das ganze fing damit an, dass ich einen Tauchkurs gemacht habe. Dieser war mit einem 2 Taegigen Trip auf einem Schiff verbunden. Als ich vom Schiff wiederkam, hatte ich so eine Art Seekrankheit nur eben an Land. Alles um mich rum hat geschaukelt, was bei vielen Leuten ja normal ist allerdings hielt das bei mir ueber 5 Tage an und ich hatte noch ein paar Anzeichen der Taucherkrankheit, wie kribbeln im arm usw. Bin dann zu einem Arzt gegangen der mich beruhigen konnte dass es keine Dekompression erfordern wuerde. Ich habe ein paar Tabletten verschrieben bekommen und dann ging das Schwindelgefuehl nach ein paar Tagen weg. Die oben beschriebenen Symptome waren zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht wirklich vorhanden. Als ich die Stadt dann verliess um weiterzureisen bin ich mit ein paar Freunden am Strand Weintrinken gewesen. Hier muss ich gestehen dass ich gut ueber meinen Durst getrunken habe. Ich war komplett neben der Spur und habe nur noch eine vage Ahnung wie ich nach Hause gekommen bin. Ich musste mich dann zu allem Ueberfluss mitten in der Nacht noch uebergeben. Eigentlich macht mir Alkohol nicht wirklich was aus und war in Deutschland auch noch nie ein Problem. Aber seit diesem Abend sind die beschriebenen Symptome eben aufgetreten. Ich mache mir sehr Sorgen dass ich in eine Art Depression rutsche, die Ursachen sind fuer mich einfach nicht logisch erkennbar. Mommentan wache ich jeden Morgen auf und wuenschte dass ich die Beiden ereignisse mit dem Tauchen und Trinken Rueckgaengig machen koennte. Da dies aber natuerlich nicht moeglich ist werde ich fast wahnsinnig dass ich diese Gedanken nicht loswerden kann.
Eigentlich hatte ich vor ein ganzes Jahr in Australien zu bleiben. Ich kann kaum noch die Sachen die ich hier tue richtig geniessen. Und vor allemdingen macht es mich wahnsinnig dass sich meine Faehigkeit mich unterhalten zu koennen so massiv eingeschraenkt hat. So wie es mir gerade geht wuerde ich am liebsten nach Hause fahren.
. Ich habe nur ueberhaupt kein Heimweh und moechte diese Chance hier nicht einfach so wegwerfen. Zudem werde ich diese Gefuehle in Deutschland ja auch nicht einfach los.Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Hoffe mir kann jemand helfen.
Vielen Dank im voraus
Frank
Hi Frank von down under
Besser gesagt wollte ich mich erkundigen ob jemanden folgendes
Symptombild bekannt vorkommt?
Ich kann
kaum mehr klare Gedankenfluesse fassen, was sich darin
aeussert, dass ich mich sehr schwer tue laengere Gespraeche zu
fuehren. Mir fallen viele Dinge nicht mehr ein. Ich habe quasi
das Gefuehl dass mein Gehirn viel langsamer arbeitet als
sonst. Vor meinem Auge ist so eine Art schleier der mich
unscharfer sehen laesst. Ich tue mir schwer laengere Texte zu
lesen. Werde sehr schnell muede dabei. Wenn ich das nicht
ohnehin schon bin. Ich schlafe ziemlich viel. Meistens bin ich
shcon um 10 Uhr so muede dass ich keine Lust mehr habe
irgendwas zu unternehmen.
Diese Symptome zu zu unspezifisch, um eine Diagnose, zumal eine Ferndiagnose, daraus erwachsen zu lassen.
So wie es mir gerade
geht wuerde ich am liebsten nach Hause fahren.
. Ich habe nur ueberhaupt kein Heimweh
Das ist ein interessanter Gegensatz, an dem ich erst einaml irgendwie hängen bleibe. Dann bdekomme ich das Gefühl: Gut, wenn er kein Heimweh hat, sollte er auch nicht überstürzt die Heimreise antreten, sondern erst einmal seine auf ein Jahr terminierte Reise weiter fortsetzen. Das ist erstmal nur so ein Gefühl.
und moechte diese
Chance hier nicht einfach so wegwerfen.
An dieser Stelle habe ich mich gefragt: Welche Chance meint der Frank jetzt eigentlich genau? Irgendwie bleibt das inhaltlich noch leer für mich. Ist es einfach nur so eine Chance, länger in down under zu bleiben? Das stellt ja an sich noch keinen Wert dar, oder?
Zudem werde ich diese
Gefuehle in Deutschland ja auch nicht einfach los.
Da hast du wahrscheinlich recht, zumal es sich ja offenbar so anfühlt für dich, als wenn die Rückkehr nach D zur Zeit gar keine Heilung oder Besserung deines Zustandes brächte.
Ich würde mich an deiner Stelle daher direkt dort in dem Ort, wo du bist bzw. in der nächsten größeren Stadt, einen Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (oder entsprechndes in Australisch) aufsuchen. Das wäre imho der erste Schritt zur Klärung.
Gruß und gute Besserung,
Branden
hallo,
Ich würde mich an deiner Stelle daher direkt dort in dem Ort,
wo du bist bzw. in der nächsten größeren Stadt, einen Facharzt
für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (oder
entsprechndes in Australisch) aufsuchen. Das wäre imho der
erste Schritt zur Klärung.
da gebe ich zu bedenken, dass in australien wahrscheinlich einer der beiden (frank oder arzt) in einer fremdsprache kommunizieren muss, die er zwar möglicherweise fliessend zu sprechen scheint, jedoch ihre tieferen nuancen nicht kennt.
… und die dürften gerade im psychobereich wichtig sein.
lg dev
Hi dev
da gebe ich zu bedenken, dass in australien wahrscheinlich
einer der beiden (frank oder arzt) in einer fremdsprache
kommunizieren muss, die er zwar möglicherweise fliessend zu
sprechen scheint, jedoch ihre tieferen nuancen nicht kennt.
… und die dürften gerade im psychobereich wichtig sein.
Ich kann dir da eigentlich nur zustimmen. Ich habe selber auch mehr oder weniger aufgegeben, mit Patienten zu arbeiten, die meine Sprache nicht muttersprachlich können, weil die Behandlung immer wieder an derartigen Problemen ins Stocken geriet.
In dieser sehr spezifischen Situation von Frank hatte ich nur das deutliche Gefühl, dass er eigentlich seine Zeit in Australien noch nicht abgeschlossen hatte und habe deshalb (wenn du so willst, aus "gestalt"therapeutischer Sicht) einen vorzeitigen Abbruch des Aufenthaltes für problematisch gehalten.
Gruß,
Branden
Danke ersteinmal für die Antworten.
Absolut richtig, mit Australien habe ich noch nicht wirklich abgeschlossen.
Ich möchte so gerne noch hierbleiben. An sich weiss ich ja dass mir das reisen und kennenlernen von neuen Leuten total gefällt, wenn nicht diese leere in meinem Kopf ist. Vor allem Dingen muss ich einfach wissen was mit mir los ist. Das ist eigentlich das, was mich so niederschlägt. Diese Unsicherheit, dass ich tatsächlich in eine Depression gefallen sein könnte lässt mich nachts nicht richtig einschlafen und bedrückt mich dann schon wieder am morgen. Richtig unangenehm kommt noch hinzu dass ich meine Symptome (mit dem leicht verzerrten Sehen, Niedergeschlagenheit, Unfähigkeit föhliche Konversationen zu führen) an diese zwei Ereignisse Tauchurlaub und anschliessende Feier kopple. Dies führt regelmäßig dazu, dass ich tiefst bereue diese Sachen gemacht zu haben und mir ständig im Geist vorstelle wie ich das rückgängig machen kann. Was ja offentsichtlich ausgeschlossen ist. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mich langsam in Sydney um einen Job kümmern muss um meinen Aufenthalt weiter zu finanzieren. Aber mit einer Depression irgendwo zu arbeiten dürfte auch schwierig werden. Wenn ich doch wenigstens nur wüsste was ich überhaupt habe.
Noch was zum Abschluss, Frank
Hi nochmal
Aber mit
einer Depression irgendwo zu arbeiten dürfte auch schwierig
werden.
Deshalb ja mein Vorschlag, dich in diesem deinem speziellen Fall doch zunächst mal zu einem australischen, schulmedfizinisch ausgebildeten P s y c h i a t e r zu begeben, der dir wahrscheinlich mit einem Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (modernes Antidepressivum, welches die Stimmung im Kopf wieder reguliert und harmionisiert, ohne abhängig zu machen) erstmal wieder deine alte Seinsweise wiederherstellt. Mit einem Mittel wie z.B. Citalopram kannst du innerhlab von 2-3 Wochen wieder der Alte sein, mit Cipralex noch etwas schneller (aber es ist sehr teuer).
Manchmal sollte man, insbesondere bei Depressionen, die Psychotherapie mit einem Medikament verknüpfen.
Das Tauchen und die Feier sind bestenfalls Auslösesituationen, aber wahrscheinlich keine ursächlichen Gründe für deine Depression.
Es grüßt dich
Branden