Och, da kann ich ruhig hier drauf antworten! 
Wenn man keine Diskussion anstoßen möchte sollte man darauf
verzichten verbale Zündsätze zu werfen.
An diesem Punkt könnte man eine Art Meta-Diskussion starten, wer denn nun den Zündsatz geworfen hat, aber auch das führt zu nichts. Das Thema war ein anderes, Du hast den Punkt „Religionsfreiheit“ ins Spiel gebracht, und EXC und ich haben lediglich bemerkt, daß der zwar berechtigt sein mag, aber Dein (einziges) Hauptbeispiel vielleicht ein wenig zu strittig ist, als daß es die Diskussion über das eigentliche Thema (Singapur / Menschenrechte /den Fall der dt. Schülerin) fruchtbar vorantreibt.
Nichts in dieser Welt ist unumstritten. Gerade an solchen
Fällen kann man die Ernsthaftigkeit der vorgegeben Werte messen.
Wenn ich ein Recht wie Religionsfreiheit definiere, wo hört
dieses Recht dann auf? Wer kann sich darauf berufen und wann?
Das ist schon richtig, aber wenn wir hier ansetzen, wo hören wir dann auf? Wo ist die gemeinsame Grundlage, auf der es sich überhaupt für alle Beteiligten lohnt, zu diskutieren? Ich denke, Du wirst mir zustimmen, wenn ich (mal wieder völlig ohne Wertung!) feststelle, daß die große Mehrheit der Menschen die evangelische oder katholische Glaubensgemeinschaft (gegen die ich auch erhebliche Vorbehalte habe!) leichter dem Begriff „Religion“ zuordnen können, als sie das mit den ZJ können.
Zu behaupten, dass die Z.J. keine Religionsgemeinschaft sind
ist ein Spiel mit Begriffen.
Richtig. Aber das ist, wie schon oben angedeutet, letztendlich jede Diskussion, oder?
Das wäre genauso, als würde man
behaupten, dass das Menschrecht auf Freizügigkeitkeit nicht
für Schwarze gilt, weil sie keine Menschen sind.
Eben hier, bei den ersten drei Worten, scheiden sich die Geister!
Schämst du dich deiner Meinung? Hast du Angst mit deiner
Meinung auf Widerstand zu stoßen? Hast du Angst andere
Menschen zu verletzen.
Nein, all dies nicht. Die Ausschnitte, die ich von den ZJ bislang erleben durfte, stellen sich mir ganz subjektiv noch unterdrückender dar, als es die Staatskirchen schon tun. Deshalb mein „Aha!“. Aber das sind, wie gesagt, nur Ausschnitte ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.
Wenn die eigene Meinung durch ausreichende Kenntnisse
untermauert ist und auf vernünftigen Schlüssen beruht, dann
ist sie es auch wert geäußert zu werden.
Ein ganz persönliches, subjektives Beispiel: Ich durfte (wie so viele schon) einmal an meiner Tür ein Gespräch mit einer ZJ im Missionierungsauftrag führen. ICH habe diese Dame als in höchstem Maße penetrant, unverschämt und ignorant empfunden. Ich bin mir nicht sicher, was genau sie bei mir erreichen wollte, aber sie hat bestimmt genau das Gegenteil erreicht. Das hat dazu geführt, daß ich bei der nächsten Begenug, die ähnlich beginnen sollte, sicherlich noch schärfer reagieren werde. Das kann es doch nicht sein, was „ihr“ erreichen wollt, oder?
Mal ganz davon abgesehen, daß ich aufgrund des Weltbildes, welches ich für mich gefunden habe, grundsätzlich sicher nicht empfämglich wäre.
Falls du Angst hast andere Menschen zu verletzen, kannst du
sie mir auch mailen. Ich werde es vertragen.
Wie Du siehst, denke ich nicht, daß das nötig ist. Auch, wenn ich „eure“ Sicht der Dinge nicht nachvollziehen kann, verurteile ich niemanden grundsätzlich dafür. Das entscheidende ist: Wer damit glücklich wird, soll es sein. Aber die, die es nicht sind, soll man dann bitte auch ihren eigenen Weg finden lassen. Leider suggerieren mir persönliche zugetragene Berichte und genügend andere Quellen, daß es genau an letzterem bei den ZJ oft hapert, ob nun zu Recht oder zu Unrecht.
Gruß
Carlos
Beste Grüße,
Doc.