Anzahl Heizkessel

Eine bereits wärmegedämmte Altbau-Wohnanlage (53 WE) wird mit Erdgas beheizt und die Heizungsanlage verfügt über zwei Erdgas-Heizkessel (veraltete Heizkessel mit niedrigem Wirkungsgrad). Einer der beiden Heizkessel ist seit Jahren kaputt und wird von der Hausverwaltung trotz Kenntnis nicht instandgesetzt.

Dieser Winter ist nun sehr kalt und der Bewohner im vierten und letzten Stockwerk - gleich unter dem Dach - bekommt seit Wochen keine höhere Raumtemperatur als 20 Grad trotz völlig aufgedrehter Heizung. Heute sind es sogar nur 19 Grad.

Die Wohnanlage hatte über eine lange Zeit einen großen Leerstand, so dass nicht alle WE beheizt wurden. Nun sind aber beinahe alle WE vermietet und aufgrund der Außentemperaturen (-11 Grad) heizen wahrscheinlich alle wie die Wilden.

Es stellt sich folgende Frage: Warum verfügt die Heizungsanlage über zwei Kessel? Dient der zweite Kessel nur zur Absicherung, falls ein Kessel defekt ist und ausfällt? Oder müsste der zweite Kessel bei sehr kalten Außentemperaturen mitheizen, damit eine ausreichende Heizleistung erreicht wird?

Hallo gruß- und namenloser Antwortsucher! ;o)

Eine bereits wärmegedämmte Altbau-Wohnanlage (53 WE) wird mit
Erdgas beheizt und die Heizungsanlage verfügt über zwei
Erdgas-Heizkessel (veraltete Heizkessel mit niedrigem
Wirkungsgrad).

Dafür waren im Allgemeinen die damaligen Kessel dermaßen überdimensioniert, dass der „geringe Wirkungsgrad“ sich höchstens im Verbrauch, aber nicht im Heizkomfort niederschlug… ;o) Nur mal so ganz nebenbei: Woher willst du eigentlich den Wirkungsgrad der Kessel kennen???

Einer der beiden Heizkessel ist seit Jahren
kaputt und wird von der Hausverwaltung trotz Kenntnis nicht
instandgesetzt.

Tja, miese Verwaltung oder man hat den zweiten Kessel aufgrund der Überdimensionierung nicht mehr für nötig befunden…
Schriftlich mit Setzen einer angemessenen Frist bei der Verwaltung beschweren, alles Weitere dazu gehört ins Rechtsbrett mit seinen speziellen Regeln, sorry.

Dieser Winter ist nun sehr kalt und der Bewohner im vierten
und letzten Stockwerk - gleich unter dem Dach - bekommt seit
Wochen keine höhere Raumtemperatur als 20 Grad trotz völlig
aufgedrehter Heizung.

„Glühen“ die Heizkörper denn förmlich oder bleiben die mehr oder wenuger kalt und wenn ja, in welchem Teil???

Heute sind es sogar nur 19 Grad.

Ärgerlich, aber reicht m.W.n. noch nicht für eine Mietminderung. ;o)
Wie groß ist denn eigentlich der Wasserdruck auf der Anlage? Um die 1,8-2,4 bar (entspricht 18-24m Wassersäule: KG, EG, 1.-4.Etage mit je 3-4m Geschosshöhe) sollten schon drauf sein, damit ganz oben überhaupt noch heißes Wasser ankommen kann… Angewandte Physik halt.
Es könnte auch sein, dass die Anlage nur mal entlüftet (und natürlich auch entsprechend nachgefüllt!) werden müsste, gluckert es in den Heizkörpern? Und wenn du vorsichtig eine Entlüftungsschraube (Glas oder Lappen drunter halten bitte) ein Stückchen öffnest, kommt dann dort Luft oder Wasser (gerne schön schwarz, d.h. sauerstoffarm, was gut für die Anlage wäre) raus?

Die Wohnanlage hatte über eine lange Zeit einen großen
Leerstand, so dass nicht alle WE beheizt wurden.

Wäre für mich auch ein Indiz, dass für Luft in den Leitungen spricht, die sich dann natürlich eines Tages am höchsten Punkt des Systems ansammelt.

Nun sind aber beinahe alle WE vermietet und aufgrund der Außentemperaturen
(-11 Grad) heizen wahrscheinlich alle wie die Wilden.

Es stellt sich folgende Frage: Warum verfügt die
Heizungsanlage über zwei Kessel? Dient der zweite Kessel nur
zur Absicherung, falls ein Kessel defekt ist und ausfällt?
Oder müsste der zweite Kessel bei sehr kalten
Außentemperaturen mitheizen, damit eine ausreichende
Heizleistung erreicht wird?

Im Allgemeinen teilen sich die beiden Kessel die Arbeit, aber ob die das nun zeitgleich tun oder z.B. im tage- oder wochenweisen Wechsel, wird durch die installierten Regelungen bestimmt und die kann ich von hier aus leider nicht erkennen…
Bei so großen Anlagen sind auch gerne mal 2-Stufen-Brenner verbaut worden, möglicherweise ist auch beim funktionierenden Kessel die 2.Stufe ausgefallen, aber auch das kann durch den Bildschirm niemand erkennen…
Erzähle uns doch mal bitte, was für Kessel mit welchen Brennern (inkl. Leistungsangaben, im Zweifelsfall bitte die kompletten Typenschilder abschreiben und hier posten) verbaut wurden und wie hoch der Anlagenwasserdruck ist, dann können wir dir auch sicherlich etwas bessere Tipps geben.

MfG von der Ostsee,
Olli

Hallo Antwortsucher,

das kann sowohl als auch sein.

Mesit wird aber niemand so idiotisch sein und gleich einen zweiten Kessel als Ersatz einbauen.
Vielmehr nennt man das eine Kaskadenlösung. Das bedeutet, dass wenn Einer die Leistung bei hohem Bedarf wie jetzt, sich automatisch dazu schaltet. Da ältere Kessel durch Ihre Konstruktion und Überdimensionierung einen hohen Stillstandsverlust haben, war das eine gute, in der Anschaffung aber teurere Lösung.
Und, wie auch im Notfall eine Ersatz, wenn Einer mal ausfällt.

Gruß

Peter