H wie Hola.
Davon sprach ich gar nicht.
Doch.
Lies nochmal Dein Posting:
Sinn ergibt das höchstens bei verschulter, zwanghafter Organisation
des Studiums, siehe Bachelor.
Erde an Raumschiff: So etwas nennt sich Nachtrag, und es war dazu noch ein notwendiger und richtiger. Hör doch 'mal auf, alles durcheinanderzuwerfen.
Es geht eher darum, natürlich
trotzdem im Fachsemester nachobenzurutschen, obwohl man auf
Grund von Krankheit bspw. eine der Fachprüfungen (oder
mehrere) nicht geschrieben hat.
Und wozu? Kann man sich für das Fachsemester was kaufen?
Anderherum: Wieso sollte man das Fachsemester nicht um eins erhöhen, nur weil ein oder zwei Prüfungen fehlen?
Was passiert, wenn man dann alles nachgeholt hat - springt es von 5 auf 7? Hat man kein 6. Semester absolviert?
Was soll von der Grundanlage her eine solche idiotische Zählweise, wenn man es logisch haben kann (und damit einfach).
Die korrekte Anzahl Fachsemester benötigt man bspw. gegenüber dem BAföG-Amt.
War bei mir z.T. auch der Fall. Die Vorlesung, die Übung und
das Praktikum habe ich trotzdem besucht gehabt. Nächstes
Semester ging es dann einfach weiter - alle Fächer des
Folgesemesters belegt und zusätzlich die fehlende Prüfung
nachgeholt.
Womit klar feststeht: Eine oben beschriebene Regelung, die
Fachsemesterzahl nach den absolvierten Hürden zu bemessen, ist
Blödsinn. Sie wird der Realität nicht gerecht.
Das ist wiedermal Unfug. Du bist nunmal nicht alle Studenten
und die zeigen nunmal ein anderes Verhalten.
Das kannst Du wohl als absolut lächerlich verbuchen. Nicht nur, daß ich gar nicht den Anspruch erhoben habe, alle Studenten zu sein, nein,
das ganze diente als ein konstruktives Gegenbeispiel (was auch zu keiner Zeit wegdiskutiert werden kann). Krankheit oder finanziell unter Druck zu geraten sind ganz typische Erscheinungen innerhalb der Studentenschaft. Es bleibt einfach sinnleer, in einem Universitätsystem, wie es jetzt noch vorhanden ist, Semester so zu zählen. Das war die Feststellung.
Kleines Beispiel: zur Zeit schreibt grad jemand
Regelungstechnik zum dritten mal, hat aber immer noch nicht
die zweite Matheklausur als Grundlage dazu geschrieben. Und
das ist im Gegensatz zu Deinen Erfahrungen kein Einzelfall.
Und? Das ist schlichtweg unlogisches Verhalten und kann selbstverständlich nur schiefgehen. Andersherum übersieht das Beispiel natürlich die darin enthaltene Möglichkeit. Es gibt nicht wenige Leute, die waren auf dem allgemeinen Gymnasium überlegenen Gymnasialformen. Wer bspw. innerhalb der Oberstufe ein Jahr lang „Regelungstechnik/ Systemtheorie“ hatte, kann doch durchaus versuchen, die Klausur gleich auf Anhieb zu schreiben. Dies ist u.a. bei den ganzen (mir fremden) Informatikfreaks oft der Fall. Die kommen ins Grundstudium und schreiben Informatik 1,0 oder 2,0, ohne einen einzigen Ton vom Fach selbst oder den anderen Grundlagen gehört zu haben. Sowas dann zu reglementieren, ist schlicht und ergreifend Planwirtschaft an der falschen Stelle.
Anderes Beispiel: Grundlagen der ET und das gefürchtete Theoretische Elektrotechnik. Einzufordern, zuerst GET zu bestehen, um dann TET schreiben zu *dürfen* ist einfach ein nicht schlüssiger Eingriff, da es genug studentische Gegenbeispiele gibt, die Bestehen zuerst TET und dann GET. Das ist einfach so. Alles eine Frage der Verhältnismäßigkeit.
Natürlich ist es *prinzipiell* Unsinn, ein Fach in Angriff zu nehmen, für das einem die Grundlagen fehlen - doch gibt es zuviele berechtigte Ausnahmetatbestände, die es unmöglich machen, so allgemein an die Sache heranzugehen. Es ist doch gerade auch ein positiver Aspekt, daß ich diese Dinge BISHER als Student immer noch SELBST entscheiden DURFTE und KONNTE. Und Gott behüte, mir wäre noch mehr in mein Studium hineingepfuscht worden, als es Prüfungsamt/BAföG-Amt mit geballter bürokratischer Idiotie ohnehin schon getan haben!
Auf Grund der Tatsache, daß es KEIN verheintlichtes Schulsystem gibt, kann man auch keine nach allen Seiten gleich gute Reglementierung für das Hochschulsystem finden. Man wird sehen, wie sich das Bildungschaos in der Republik dann mit dem verschulten Bachelor-System verträgt.
Aha.
Wieviele Prüfungsordnungen hast Du dahingehend untersucht?
Etwas mehr als ein Dutzend. Grotesk daran ist sogar, daß mich auf diese wachsene Unsitte erst meine über Deutschland verteilten Kontakte so richtig hingewiesen haben.
Belegt man ein Fach, ist man automatisch zur Prüfung
angemeldet - ob man will oder nicht.
Beschwer Dich bei Deiner Hochschule. Bei uns muss man sich
selber
anmelden:http://www.fh-osnabrueck.de/uploads/media/ATPO_19040…
(§12).
Wieso ich bei meiner? Ich studiere einen klassischen Diplomstudiengang und dieses ganze fragwürdige Bachelor-Gemache geht mich genau genommen persönlich - Gott sei Dank - nichts mehr an.
Wenn Deine Hochschule es etwas anders handhabt, ist das erstmal nicht mein Problem und zweitens positiv zu bewerten. Es gibt jedoch auch (nicht zu knapp) das ganze Gegenteil.
Darüber hinaus sind die
zukünftigen Module im Rahmen der Bachelorstudiengänge stark
aufeinander bezogen. Sprich, in Zukunft kann man viele Dinge
auch innerhalb des „Grundstudiums“ erst belegen, wenn gewisse
Fächer als Voraussetzung vorher bestanden wurde. Hier die
Fachsemester danach zu zählen, ob die für das jeweilige
Semester notwendigen Hürden genommen wurden, ist sogar
sinnvoll - einfach weil das System rundherum so zwanghaft
konzipiert ist.
Ach, jetzt auf einmal doch sinnvoll?
Nein, nicht ach und schon gar nicht auf einmal. Lern lesen - ich habe die Einschätzung, wie man Semester zählen muß, damit es logisch sinnvoll ist, die ganze Zeit vom entsprechenden System abhängig gemacht.
Und warum willst Du nicht einsehen, dass es sinnvoll ist, erst
die Grundlagen zu verstehen, bevor man ans Tiefergehende
kommt?
Die Frage ist komplett falsch gestellt, weil sie auf einem Mißverständnis (genauer: einer Fehlinterpretation) Deinerseits beruht.
Andersherum: Warum willst Du nicht einsehen, daß man dieses Prinzip ohne ein Einheitsschulsystem als Vorstufe nicht in dieser Allgemeinheit in einen Paragraphen verfachten kann?
Wenn alle mit denselben Voraussetzungen starten würden, dann gäbe es doch keine Diskussion. Doch was ich wann und wann tue, muß, sollte, darf und kann ich bitte selbst entscheiden, weil ich über meinen Kenntnisstand besser informiert bin, als die Bürokratie der Hochschule.
Darüber hinaus wirkt eine gute Hochschule sowieso wohlwollend auf dieses Grundproblem ein, indem sie angibt, für welches Semester welches Fach EMPFOHLEN wird und indem sie angibt, für welche Vorlesung, welche Grundlagen vorhanden sein sollten…
Nur sorum wird ein Schuh draus - alles andere wäre Hinwegentscheiden vom Schreibtisch über meinen Kopf hinweg. Und das ist im gegenwärtigen Universitätssystem nicht zu dulden. Was sich gewisse Knallköpfe (sog. ‚Bildungsexperten‘) sich bei den neuen Bachelors ausgedacht haben, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Zuletzt kommt dann noch dazu: In einigen, nicht wenigen
Studiengängen herrscht im Grundstudium eher die Tendenz vor,
daß man viele Nebenfächer unabhängig von den anderen belegen
kann und oft nichtmal die ganze Stoffbreite des Hauptfaches
benötigt. Elektrotechnik ist dafür ein Paradebeispiel, ein
gutes Gegenbeispiel scheint wohl Physik zu sein.
Und was sagt uns das jetzt zum Thema?
Dir muß man auch alles haarklein erklären, oder?
Der Absatz sagt aus, daß es (in gewissen Studiengängen) keine feste Reihenfolge für das Belegen einer Vielzahl von Nebenfächern gibt.
Also ist es wieder beim Studenten, selbständig zu entscheiden „Was tue ich dann und dann, was kann ich dann und dann tun, was empfiehlt sich nicht?“ - damit obliegt es auch dem Studenten abzuwägen „Nehme ich Empfehlungen der Hochschule an oder entscheide ich mich wegen dem oder dem oder dem oder dem bewußt anders.“.
Dein Regelungstechnikbeispiel eignet sich auch hier: Was wenn ich von einer technisch orientierten Schule komme, und eben schon gewisse Grundlagen habe? - oder: Mir fällt Mathematik leicht; ich bin der Meinung, mir das ganze erste Semester sparen zu können (durchaus möglich, wenn man noch richtig fit vom Abitur kommt).
Dann sehe ich doch schleunigst zu, mir die Lücken von Mathe 2 anzueignen (Infinitesimalrechnung einer reellen Variablen, unendliche Reihen Integraltransformationen, gewöhnliche Differentialgleichungen) - dann kann ich ohne Vorbehalte RT schreiben.
Geht man nach Dir, muß man sich wie gleichmacherisch durch die Instanzen prügeln. Vereinheitlichung mag im Schulsystem extreme Vorteile bringen, im Hochschulsystem dagegen tritt man zuvielen in die Kniekehle mit stoischer Paragraphenreiterei.
Ich gehe doch bewußt an die Universität, um auch einmal meine Vorstellungen umsetzen zu können (die von einem vorgezeichneten Weg abweichen), um meine individuelle Situation entsprechend gewichten zu können.
Möchte ich das nicht, möchte ich also auf mögliche weitgreifende persönliche Freiheit beim Studienablauf verzichten, gehe ich doch an eine Fachhochschule (auch wenn dieser Gedankengang sicherlich mehr IQ impliziert, als so mancher Studienanfänger an den Tag legt
).
Nein. Du hast nur Deine persönliche Meinung kundgetan, die
sich an genau einem Beispiel orientiert: Deinem.
Du verwechselst Standpunkt mit Meinung. Mehrheitlich äußere ich nämlich hier *nicht* eine Meinung. Daß ich als Beleg bspw. ein Beispiel von mir benutzt habe, ist höchstens Bequemlichkeit. Wie man das Beispiel richtig einzuordnen hat, steht weiter oben. Mit Meinung (unreflektierte persönliche Sichtweise) hat das nichts zu tun.
Lass Dir gesagt sein, dass Du nicht der durchschnittliche
Student bist (willst Du doch wohl eh’ nicht sein)
Oh, ein Kompliment. 
Du deshalb nicht wie hier in diesem Brett immer wieder bewiesen
Deine persönliche Erfahrung als Erfahrung der Welt darstellen
solltest.
Das habe ich noch nie getan; und auf die nötige Relativierung in den Formulierungen achte ich auch immer. Meine persönliche Erfahrung weicht einfach in manchen Bereichen zu stark von allgemeinen Zuständen ab (in positiver Weise). Doch das hindert nicht, sich gewissen Dingen unvoreingenommen bzw. nüchtern (emotionslos) zu nähern.
MfG