Apfelbaum in Not

Hallo allerseits,
im Garten, der zu meiner Mietwohnung gehört, steht ein alter, schöner Apfelbaum (Sorte Boskop), der uns bisher jedes Jahr reichlich Früchte geschenkt hat. Dieses Jahr hängen allerdings nur noch an der sonnenzugewandten Seite Äpfel, außerdem hat sich eine Mistel, die mir bislang nur an einer Stelle aufgefallen ist, über den ganzen Baum ausgebreitet und es gibt auch eine Menge Totholz.
Da ich mich nicht auskenne, habe ich den Baum, seitdem wir den Garten haben (also die letzten 5 Jahre) nicht beschnitten.
Soll man alle von der Mistel befallenen Äste herausschneiden? Ab wann kann man das machen (muss ich nicht schon bald was unternehmen, um den Baum noch zu retten)?
Muss mann die Schnittstellen „verarzten“, ab welchem Astdurchmesser, und womit?
Grüße und Danke

Tja, da stände ich auch im Zweifel, ich würde die Mistel dulden, obwohl Halbschmarotzer, tut sie dem Baum nicht wirklich Schlimmes an. Das Totholz kannst du jederzeit entfernen, sonstiger Schnitt, wenn du dich damit auskennst, erst im Winterhalbjahr; Schnittstellen ab 5DM-Münze mit Lac-Balsam versorgen. ÄApfelbäume alternieren, heißt, setzen gerne mal mit dem Ertrag aus. Von daher keine Panik; und wie gesagt, mir - und das ist nur meine persönliche Ansicht - wäre die Mistel lieber.

Gruß
Horst

Hi,
ich denke auch, dass die Mistel dem Baum nicht tatsächlich schadet, also lass’ sie, sofern sie nicht den gesamten Baum in Anspruch nimmt,als ein Kind der Natur ihren Lebensraum als Halbschmarotzer.
zu Weihnachten kannst du ja dann unter’m Mistelzweig nach altem Brauch deine Liebsten küssen !!!

Zur Wundversorgung der in der frostfreien Winterzeit vorgenommenen Schnittstellen sehe ich vom Auftragen von Wundbalsam ab, denn unterhalb des aufgetragenen Wundbalsams bilden sich nachweislich durch Feuchtigkeit Faulstellen die den Baum mehr schaden als schützen.
Ein gesunder Baum wird die schrägangeschnittenen Ansätze
zur vorhandenen Rinde innerhalb kurzer Zeit " selbst versorgen" d.h. er überwallt sie in der nächsten Wachstumsperiode mit einer neuen Kambiumschicht und fertig ist die Wundversorgung.

Gruß Jukaido

Hallo Jonas,
wie die beiden Vorredner schon erwähnt, die Beschneidung des Baume ses im Winterhalbjahr vornehmen. Ob du die Mistel abmachst, mußt du selbst entscheiden. Ich persönlich würde sie abmachen. Ich möchte auch nicht Sommer und Winter über mit einem leichten Regenmäntelchen umherlaufen.
Zu den Schnittstellen am Baum ist unbedingt darauf zu achten, dass sie ja schräg verlaufen um die Nässe abzuweisen.
Ansonsten solltest du dich doch mal etwas informieren über die Schnittform des Baumes. Schneiden ist halt nicht gleich schneiden. Soll es ein Verjüngungsschnitt geben? Ist sehr viel Todholz abzuschneiden? Auf das Innere des Baumes achten! Die äußere Form des Baumes (apfelförmig) so gut es geht einhalten. Nicht zu viel beschneiden. All zu starker Rückschnitt bedeutet, dass der Baum im nächsten Jahr sehr stark ins Grüne d.h. in die Triebe geht, um neue Äste und Zweige zu bilden. Ist der Rückschnitt dann halt nicht sooooo stark, wird der Baum im Folgejahr etwas mehr Früchte ansetzen.
Allerdings vermute ich bei deiner kurzen Schilderung, dass es eher auf einen Verjüngsschnitt rausgeht. Wie alt ist etwa der Baum? Welchen Stammumfang hat er z.B. unten? Dann könnte ich dir noch etwas näheres dazu sagen.
MfG
Hans13

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Tolle Hinweise! Vielen Dank dafür und schöne Grüße,
Jonas