Ich möchte einen Apfelbaum kaufen. Es soll ein Lagerapfel werden, am besten eine alte Sorte. Ertragreich (am besten schon in jungen Jahren), lecker und widerstandfähig. Leider darf er auch nicht so riesig werden. Aber das bekommt man sicher durch den richtigen Schnitt hin. Habe aus den vielen tausend Sorten die Sorten Melrose und Ontarie in die engere Wahl gezogen. Melrose habe ich probieren können, Ontario leider noch nicht. Im Garten gibt es Lehmboden und die Lage ist relativ geschützt. So das, nach dem was ich gelesen haben, beide in Frage kämen. Da so ein Apfelbaum eine „Anschaffung fürs Leben“ ist möchte ich die richtige Wahl treffen. Hat jemand Erfahrungen mit den Apfelsorten gemacht und kann mir bei der Auswahl helfen? Beide passen leider nicht in den Garten. Danke im Voraus.
Sylvia
Hallo,
Ich möchte einen Apfelbaum kaufen. Es soll …
Wie wäre es mit einem Besuch bei einer ortsansässigen Baumschule? Dort kennt man eher die Tücken von Boden und Klima usw. in Deiner Gegend.
Vielleicht gibt es auch eine Beratung in Richtung auf die „Zwei-Bäume-Lösung“. Es könnte auch eine dritte Sorte geben, an die Du noch nicht gedacht hast …
Ich habe mit dieser Art der Beratung gute Erfahrungen gemacht.
Gruß
Jörg Zabel
Hallo,
meine Eltern hatten vor ca. 28 Jahren einen Ontario im Garten gepflanzt, der heute noch ausgiebig trägt und nicht zu groß geworden ist. Soviel ich weiß, hat es nie Probleme gegeben, nur auf einen regelmäßigen Schnitt muss geachtet werden. Allerdings hat er nicht jedes Jahr getragen; nach einem „vollen“ Jahr konnte auch schon mal ein „leeres“ folgen, aber das musste auch nicht kommen. Insgesamt würde ich diese Sorte empfehlen. Die andere Sorte kenne ich nicht.
Gruß, Norma.
Servus,
bei einer Sorte, die große Kronen ausbildet, auf einer starkwüchsigen Unterlage kann man schneiden, bis man schwarz wird: Die Krone wird groß oder verwächst sich bei zu viel Schneiden zu einem heckenartigen Besen.
Ontario hat zwei wichtige Merkmale, die zu Deinen Anforderungen passen: Er geht früh in Ertrag und er macht auch auf starkwüchsigen Unterlagen keine allzu große Krone. Ontario ist allerdings stark mehltauanfällig - man muss da ein bissel hinterher sein; das geht auch mit Mitteln, die im „Bio“-Anbau zugelassen sind, recht gut. Ontario muss frei stehen und sehr licht erzogen werden (kurzes Fruchtholz, Leittriebe von vornherein klar definieren, nicht mehr als zwei Ebenen von Leittrieben in weitem vertikalem Abstand), weil nicht ausreichend besonnte Früchte auch im Lager nicht ordentlich ausreifen. Hervorragend für klassisches Lager geeignet, Genussreife ab Februar/März. Ontario ist in der Blüte bei Spätfrösten völlig robust, aber im Holz frostempfindlich.
Melrose, eine moderne Sorte (1932), ist gut für schwachwüchsige Unterlagen geeignet, Halbstamm und Spindelbusch gehen damit ohne weiteres. Er ist ziemlich frostanfällig und liebt keine nährstoffarmen Böden - es wäre hier also wichtig zu wissen, ob Du mit „Lehm“ tatsächlich Lehm oder vielleicht doch Ton meinst: Tonböden zeichnen sich u.a. durch geringe Pflanzenverfügbarkeit der Nährstoffe aus.
Auf welcher Höhe, in welchem Klima soll der Baum stehen? Es könnte sein, dass wegen der Frostproblematik beide Sorten ungeeignet sind.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder
Mahlzeit,
als vor einigen Jahren ein Sturm einen meinr alten Äpfel fällte, hab ich als Ersatz einen Ontario gepflanzt, auch bewust als alte Sorte gewählt. Er kommt langsam in Ertrag und die ersten Äpfel konnten verspeist werden. Frisch vom Baum sind sie nicht so toll, eine sehr harte Schale und nicht besonders aromatisch. Werden die Äpfel aber gelagert ändert sich die Härte der Schale und er wird sehr aromatisch. Ausgewogen in Süße und Säure und fest im Biss. Sehr lecker.
Bei der Erziehung ist darauf zu achten (neben dem was Blumepeter schon völlig richtig angemerkt hat), daß er gerne in die Höhe und weniger in die Breite geht. Dem kann man mit Herunterbinden entgegenwirken.
Bisher hab ich es noch nicht bereut, einen Ontario genommen zu haben. Allerdings hab ich auch andere Äpfel gepflanzt, u.a. einen Berlepsch, der auch sehr lecker ist.
Gandalf