Apfelbaum trägt nicht

Hallo,

in meinem Garten steht ein ca. 12 Jahre alter Apfelbaum, der mittlerweile ungefähr 6 m hoch ist. Dieser Baum hat im letzten Jahr zum ersten Mal (!!)getragen und zwar: sage und schreibe 5 Blüten und daraus dann 2 Äpfel.
Dieses Jahr wieder Null Blüten, wie immer.

Liegt es vielleicht daran?
Der Baum wird jedes Jahr von einem Freund von meinem Opa geschnitten und zwar immer im Februar. Mittlerweile habe ich den Verdacht, dass sich der Gute auch nicht so toll auskennt, weil mir vor kurzem ein Gartenfreund mitgeteilt hat:

Wenn man will, dass der Baum schön groß wird, schneidet man im Februar, will man dass er Äpfel hat, schneidet man im Mai.

Was stimmt denn nun? Ich will auf gar keinen Fall dass der Baum noch größer wird, er treibt aber wirklich nach dem Rückschnitt im Febrar aus wie blöd.

Also:

  1. wie schaffe ich es, dass der Baum nicht mehr größer wird
  2. wie krieg ich Äpfel?

Danke und Grüße
Birgit

Hallo Birgit,

in meinem Garten steht ein ca. 12 Jahre alter Apfelbaum, der
mittlerweile ungefähr 6 m hoch ist.

tja, jetzt müssten wir wissen:
Zwergstamm - eher nicht, unser Zwegstamm ist nach 20 Jahren und Schnitt kaum 3m hoch
Halbstamm - dann wären 6m gerade richtig
Hochstamm - ist der Baum das, ist er mit 6m und 12 Jährchen gerade noch ein Baby (rechne mit 20m)

Babies blühen (noch) nicht

Dieser Baum hat im letzten
Jahr zum ersten Mal (!!)getragen und zwar: sage und schreibe 5
Blüten und daraus dann 2 Äpfel.

sieht mir nach Anfang aus (habt ihr Bienen im Garten?)
kennt Ihr die Apfelsorte?
Manche brauchen eine 2. abweichende Befruchtersorte, sonst tragen sie nie richtig

Dieses Jahr wieder Null Blüten, wie immer.

wie war Euer Frühjahr?
wiederum: kennt Ihr die Sorte?
Frühblüher - Spätblüher?
womöglich hat der letzte Frost die Blütenansätze gekillt?
(habt Ihr versucht, den Baum zu düngen?)

Liegt es vielleicht daran?
Der Baum wird jedes Jahr von einem Freund von meinem Opa
geschnitten und zwar immer im Februar. Mittlerweile habe ich
den Verdacht, dass sich der Gute auch nicht so toll auskennt,

dem wirkt man entgegen, indem man einen Fachmann ranlässt - frage bei einem Landschaftsgärtner/oder den nächsten Gartenbauverein

weil mir vor kurzem ein Gartenfreund mitgeteilt hat:

Wenn man will, dass der Baum schön groß wird, schneidet man im
Februar, will man dass er Äpfel hat, schneidet man im Mai.

daran liegt es nicht
prinzipiell kann man Fruchtäste an den Knospen erkennen, bereits im Herbst (wenn man weiß, wie die aussehen müssen)

Schneiden ist aber eine Wissenschaft für sich und Du solltest Dir das wirklich zeigen lassen,
denn irgenwann ist der Opa zu alt und kann nicht mehr.
So ist das, leider.

Was stimmt denn nun? Ich will auf gar keinen Fall dass der
Baum noch größer wird, er treibt aber wirklich nach dem
Rückschnitt im Febrar aus wie blöd.

nach Rückschnitt treiben Apfelbäume immer wie blöd.
In gewisser Weise verhindern kannst Du das nur durch einen Sommerschnitt. Aber auch hier: Fachmann fragen, erklären lassen.

Also:

  1. wie schaffe ich es, dass der Baum nicht mehr größer wird

bitte krieg erst mal heraus, welche Wuchsform bei Dir steht. Ist es tatsächlich, was ich vermute, ein Hochstamm, verkrüppelst Du den Baum, wenn Du ihn künstlich auf 5-6 Meter zwingst. Das rächt sich durch keine Äpfel.

  1. wie krieg ich Äpfel?

im Zweifelsfall durch einen Befruchterbaum (das kann auch ein Wildapfel sein)
wenn gar nichts geht, mit einem Bienenvolk im Garten.

Aber ohne die Apfelsorte zu kennen, müssen wir raten

viele grüße
Geli

Hallo Geli,

tja, jetzt müssten wir wissen:
Zwergstamm - eher nicht, unser Zwegstamm ist nach 20 Jahren
und Schnitt kaum 3m hoch
Halbstamm - dann wären 6m gerade richtig
Hochstamm - ist der Baum das, ist er mit 6m und 12 Jährchen
gerade noch ein Baby (rechne mit 20m)

Babies blühen (noch) nicht

Tja wenn ich das wüßte… Ich hab leider keine Ahnung, weder Sorte noch Wuchsform und das läßt sich leider auch nicht mehr rausbekommen (außer, ein Fachmann könnte das sehen?). Ich kann nur soviel sagen, dass er eine wunderschöne runde buschige krone hat und einen recht dicken , total geraden Stamm und zwei so dicke Äste, dass man daran eine Hängematte aufhängen kann.

Also wohl Hochstamm?

Ab und zu verirrt sich schon mal ne Biene, ansonsten besuchen uns eher die lieben Wespen :wink:

(habt Ihr versucht, den Baum zu düngen?)

Bisher noch nicht

dem wirkt man entgegen, indem man einen Fachmann ranlässt -
frage bei einem Landschaftsgärtner/oder den nächsten
Gartenbauverein

Das denk ich mir inzwischen auch…

bitte krieg erst mal heraus, welche Wuchsform bei Dir steht.
Ist es tatsächlich, was ich vermute, ein Hochstamm,
verkrüppelst Du den Baum, wenn Du ihn künstlich auf 5-6 Meter
zwingst. Das rächt sich durch keine Äpfel.

Der Baum steht leider viel zu nah an unserer überdachten Terrasse, wir müssen ihn also schneiden und (relativ) klein halten, sonst wachsen die Äste unters Glasdach. Im Zweifel muss ich wohl auf die Äpfel verzichten.

Also: Wenn mein Hauptziel ist, das Wachstum zu dämmen, soll ich mir den Fachmann dann im Sommer bestellen? In welchem Monat?

Und: Sollte es sich wirklich um einen Hochstamm handeln, was ich ja jetzt fast glaube, ist es dann angesichts besagten Standortproblems überhaupt möglich,
durch richtigen Schnitt den Baum auf 6 m Höhe zu halten oder soll ich mich drauf einstellen, dass er eh in den nächsten Jahren gefällt werden muss? Wäre schade drum, weil er wunderschön ist und der einzige Baum in unserem Garten, aber im Zweifel geht Terrassendach vor Baum…

Vielen Dank und viele Grüße

Birgit

Hallo Birgit,

tja, jetzt müssten wir wissen:
Zwergstamm - eher nicht, unser Zwegstamm ist nach 20 Jahren
und Schnitt kaum 3m hoch
Halbstamm - dann wären 6m gerade richtig
Hochstamm - ist der Baum das, ist er mit 6m und 12 Jährchen
gerade noch ein Baby (rechne mit 20m)

Babies blühen (noch) nicht

Tja wenn ich das wüßte… Ich hab leider keine Ahnung, weder
Sorte noch Wuchsform und das läßt sich leider auch nicht mehr
rausbekommen (außer, ein Fachmann könnte das sehen?).

Miss mal die Länge des Stamms unterhalb der Verzweigung der Äste. Unser Zwerg verzweigt sich bereits unter Meterhöhe. Tut es der Deine über Deinem Kopf, hast du Hochstamm.

Ich kann
nur soviel sagen, dass er eine wunderschöne runde buschige
krone hat und einen recht dicken , total geraden Stamm und
zwei so dicke Äste, dass man daran eine Hängematte aufhängen
kann.

spricht für meine Vermutung.

Also wohl Hochstamm?

denke ich auch

Ab und zu verirrt sich schon mal ne Biene, ansonsten besuchen
uns eher die lieben Wespen :wink:

ohne biene kein apfel

(habt Ihr versucht, den Baum zu düngen?)

Bisher noch nicht

muss auch nicht unbedingt. Fördert aber Fruchtbildung.
Und wenn ja, dann am besten abgelagerten Pferdemist.

dem wirkt man entgegen, indem man einen Fachmann ranlässt -
frage bei einem Landschaftsgärtner/oder den nächsten
Gartenbauverein

Das denk ich mir inzwischen auch…

bitte krieg erst mal heraus, welche Wuchsform bei Dir steht.
Ist es tatsächlich, was ich vermute, ein Hochstamm,
verkrüppelst Du den Baum, wenn Du ihn künstlich auf 5-6 Meter
zwingst. Das rächt sich durch keine Äpfel.

Der Baum steht leider viel zu nah an unserer überdachten
Terrasse, wir müssen ihn also schneiden und (relativ) klein
halten, sonst wachsen die Äste unters Glasdach. Im Zweifel
muss ich wohl auf die Äpfel verzichten.

Gegenvorschlag: lass den Baum über das Glasdach wachsen. Unser Wintergarten wird im Sommer von Goldulme und Zierkirsche beschattet. Sehr angenehm.

Also: Wenn mein Hauptziel ist, das Wachstum zu dämmen, soll
ich mir den Fachmann dann im Sommer bestellen? In welchem
Monat?

Ruf den Fachmann jetzt gleich an. Er wird wahrscheinlich ohnehin nicht sofort zeit haben. Aber er kann den „Fall“ in den nächsten Wochen begutachten, Dir einen Kostenvoranschlag machen und Dir den besten Zeitpunkt für Schnittmaßnahmen nennen.

Und: Sollte es sich wirklich um einen Hochstamm handeln, was
ich ja jetzt fast glaube, ist es dann angesichts besagten
Standortproblems überhaupt möglich,
durch richtigen Schnitt den Baum auf 6 m Höhe zu halten oder
soll ich mich drauf einstellen, dass er eh in den nächsten
Jahren gefällt werden muss? Wäre schade drum, weil er
wunderschön ist und der einzige Baum in unserem Garten, aber
im Zweifel geht Terrassendach vor Baum…

das letztere ist wohl richtig. Bedenke aber, dass viele Städte Baumschutzverordnungen erlassen haben (sollte der Fachmann wissen, den Du mit dem Schnitt beauftragst). Womöglich darfst Du den Baum gar nicht fällen. Vorher fragen (Stadtgartenamt) spart Bußbescheid und Kosten.
Könnte auch sein, dass Du einen neuen Baum pflanzen musst.

viele Grüße
Geli

Vielen Dank und viele Grüße

Birgit

1 „Gefällt mir“

Hallo Geli und Birgit

ich verfolge eure Diskussion und möchte einige Punkte hinzufügen:

Die weitverbreitete Meinung, dass ein Hochstamm keine Düngung braucht stimmt nicht. Unter Düngung verstehe ich hier nicht Treibstoff im wahrsten Sinne, sondern Ernährung. Mit Pferdemist, abgelagert oder wie auch immer, erreichst du vielleicht gerade besondere Triebigkeit, was du ja vermeiden willst. Mit solch einseitiger Düngung werden Pflanzen auch krankheitsanfällig. Ist also nicht besonders geeignet.

Folgendes lasse ich meinen Bäumen angedeihen und verstehe darunter die Pflege von Obstbäumen:

Baumscheibe bilden! Das heißt, dass rund um den Stamm in einem möglichst großen Durchmesser (mind. eineinhalb Meter, am besten gleich der Kronenausladung) kein Gras wächst, sondern dass das der Futterplatz für den Baum ist. Darauf gebe ich Komposterde, darauf Mulch, das ist Bedeckung in Form von Grünmasse (Häcksel, Rasenschnitt…), die immer wieder erneuert wird.
Im Sommer wächst dort Ringelblume und Kapuzinerkresse, Zitronenmelisse und Orangenminze, die den Baum zusätzlich lausfrei und gesund halten.

Stammpflege: Auch über die Rinde lässt sich dem Baum Gutes tun, sie ist seine Haut, über die er sich auch nährt. Ich streiche den Stamm im ausgehenden Winter mit einer Lehmbrühe ein, keine Kalkanteile, da Kalk die Rinde spröde macht. Lehmanstrich (z.B. Brisiacum) ergibt eine glatte Rinde unter der Schädlinge keinen Unterschlupf finden. Die helle Farbe schützt vor saftziehender Erwärmung bei Sonnenschein und folgenden Aufrissen in Frostnächten. Da dem Anstrich Kräuter ua beigesetzt sind, bedeutet er auch Krankheitsschutz.

Schnitt: Jeder Schnitt bedeutet das Austreiben der folgenden fünf bis sieben Blattknospen zu einem Trieb. Unbeschnittene Äste werden Blütenknospen bilden.
Wenn also das Grundgerüst des Baumes mit drei Leitästen und der Mitte gebildet ist, nimmt man Geiltriebe ganz weg, was verlängert werden soll wird angeschnitten und Äste, die Früchte tragen sollen, werden nicht geschnitten (so treiben sie auch nicht übermäßig in die Länge).
Die drei Leitäste tragen also das Fruchtholz. Sie sind die untersten, die aus dem Stamm wachsen und in ihrer Länge gleich (Gleichgewicht), dh sie stehen gleich hoch und ragen am höchsten raus, höher ist nur noch ein Trieb der Mitte.
Alle anderen Äste zeigen waagrecht, so treiben sie nicht übermäßig und tragen statt dessen Früchte.
Außerdem soll die Krone nicht zu dicht sein, denn Blüten und Früchte brauchen Licht. Man soll einen Hut durchwerfen können.
Ergänzend zum Winterschnitt hilft der Sommerschnitt, den Baum in seinem Triebwachstum zu beruhigen und ihn auf die Fruchtknospenbildung zu konzentrieren. Mai ist auf jeden Fall ungünstig, zu spät und zugleich zu früh, für den Winterschnitt frostfreie Zeit im Februar oder Anfang März, Sommerschnitt im Juli, August, das ist Obstsortieren gleich am Baum, denn Schattenobst wird sauer bleiben.

Genug gelabert
Gisela grüßt

6 „Gefällt mir“