Hallo
Auch Hallo,
nach Aussagen eines Zahnarztes der mein Röntgenbild über Email
gesehen hat befindet sich am Zahn 14 ein apikaler Herd. Er
sagt wenn am Zahn noch keine Wurzelspitzenresektion
vorgenommen wurde könnte man es damit versuchen. Da der Zahn
mit einer Brücke versehen ist würde ich gerne wissen:
Eine Alternative bestünde in einer Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung. Dies setzt allerdings voraus, das die Wurzelkanäle zugänglich sind, und nicht z.B. ein Metallstift drinsteckt. Erfolgschancen hängen sehr vom Einzelfall und vom Können/Spezialisierung des Zahnarztes bezüglich Wurzelkanalbehandlungen ab. In der Literatur liegen sie so bei 70%
- Kann auch eine erneute Wurzelspitzenresktion durchgeführt
werden?
Prinzipiell ja, allerdings sind die Erfolgschancen bei einem 2./3. Eingriff in der Regel schlechter.
- Sollte die Behandlung ein Oralchirurg durchführen?
Oder kann das auch ein Kiefernchirurg, Zahnarzt ohne diese
Zusatzausbildung?
Rein vom chirurgischen her können das sicherlich am Zahn 14 viele. Allerdings ist die Erfolgsquote bei der Wurzelspitzenresektion sehr sehr viel besser, wenn nicht nur die Wurzelspitze abgetrennt wird, sondern die Wurzel zusätzlich mit einer Füllung (sog. retrograde Wurzelfüllung) abgedichtet wird. Damit werden die Bakterien, die ja mit hoher Wahrscheinlichkeit in der gesamten Zahnwurzel drin sind, in dem Zahn „eingesperrt“. Die Qualität dieses Eingriffs und vor allem der Füllung ist leider meiner Erfahrung nach sehr unterschiedlich - auch bei Kiefer- oder Oralchirurgen.
- Wieso kann ein Zahnarzt anhand eines Röntgenbildes solch
eine
Diagnose stellen, wobei mein Zahnarzt zunächst eine 2.te
Meinung
von einem Oralchirurgen braucht, der mir dann mit den
Worten…
ein Nachbar von mir ist daran gestorben…Angst macht.
Dazu müsste man das Bild sehen. Sterben tut man an sowas normalerweise nicht, der Körper kann solche Infektionen beherschen. Ausnahmen sind manche Menschen mit speziellen Vorerkrankungen (z.B. Herzklappendefekte): Da können die Bakterien, die von so einem Infekt ausgehen ernsthafte Probleme machen.
- Welche Risiken bestehen, da der Eingriff durch den
Oberkiefer er-
folgen muss.
Das übliche: Nachblutung, Schwelllung, Schmerzen, Infektion der Wunde
Spezielle Risiken: Eröffnung der Kieferhöhle, Verletzung des Nachbarzahns
Ich habe auch keinerlei Beschwerden, nur ein Verdickung im
Oberkiefer, die mich aber auch nicht weiter stört.
Die Verdickung ist wahrscheinlich der Entzündungsherd, der den Knochen schon nach außen durchbrochen hat. Das solltes Du auf jeden Fall machen lassen, es wird nicht von selbst besser und kommt immer wieder.
Am Montag habe ich einen Termin für ein erneutes Gespräch mit
meinem Zahnarzt. Was sollte ich noch fragen bzw. was muss ich
noch wissen bevor ich mich behandeln lasse? Mein Zahnarzt will
eine Gewebeprobe entnehmen und histologisch untersuchen
lassen.
Kann man machen, aber eigentlich nur, wenn man Zweifel hat, woher die Schwellung kommt. Wenn anhand des Röntgenbildes und der Symptome klar ist, dass eine wurzelkanalbehandelter Zahn dies verursacht entnimmt man eine Gewebeprobe während des Eingriffs.
Sollte er bei der Probeentnahme das überflüssige Gewebe schon
entfernen. Könnte das reichen? Sonst brauche ich ja 2
Behandlungen oder komme ich so oder so um die
Wurzelspitzenresektion nicht herum.
Ein Entfernung des Entzündungsgewebes reicht normalerweise nicht aus, da die Entzündung vom Wurzelkanal ausgeht. Nach dem Eingriff werden dann wieder Bakterien aus dem Zahn in Richtung Kieferknochen vordringen, sodass das Spiel wieder von vorne los geht. Abhilfe: wie oben beschrieben entweder neue Wurzelbehandlung oder Wurzelspitzenresektion.
Vielen Dank
Silvia
Hoffe geholfen zu haben
Gruß Christian