hi,
ich habe vor einiger zeit im fernesehen bei einer rekorde-show einen mann gesehen, der (live!) über 13 (dreizehn) minuten ohne atemhilfe unter wasser gesessen hat.
wie funktioniert das?
der kann doch auch keinen luftsack von 20l in der lunge haben.
ist bei dem der o2-verbrauch niedriger?
oder hat der irgendwas im blut?
er sagte noch, dass bei ihm etwa nach 7-8min der erste einatemreiz (der m.w. durch erhöhung des c02 gehaltes im blut ausgelöst wird) kommt.
wie trainiert man so was.
ich selbst habe bei der musterung an dem gelben blechteil ein ausatemvolumen von 6,8l gehabt und schaffe es etwa drei minuten die luft anzuhalten.
michl
Hi Michl
wie funktioniert das?
zu allererst hyperventiliert der Apnoetaucher. Er spült also so viel CO2 aus dem Blut heraus, wie es nur möglich ist. Gleichzeitig wird das Blut, genauer genommen das Hämoglobin in den Erythrozyten, maximal mit Sauerstoff angereichert. Der durch das hohe Atemzeitvolumen verstärkte CO2-Verlust führt zusätzlich zu einem pH-Anstieg des Blutes. Dieser wiederum sorgt dafür, dass das Hämoglobin den Sauerstoff noch gieriger aufnimmt: „Linksverschiebung“ der Sauerstoffbindungskurve. Dieser Effekt ist jedoch beim Apnoetauchen eher von geringfügiger Bedeutung, da nicht viel mehr Sauerstoff gespeichert werden kann.
Apnoetaucher haben teilweise Vitalkapazitäten von 9 Litern und mehr. Durch Schluckatmung können Apnoetaucher über die Vitalkapazität hinaus zusätzliches Luftvolumen in die Lungen pressen. So werden die elastischen Fasern der Lungen zusätzlich gedehnt und das Zwerchfell weiter in Richtung Bauchraum gedrückt. (Nicht für Untrainierte zu empfehlen!) Sie nehmen also zusätzlich zum CO2-armen und sauerstoffgesättigten Blut noch einen Riesenvorrat frischester Luft mit ins Wasser, die erstens als Sauerstoffspeicher, aber auch als CO2-„Auffangbecken“ dient.
Dies alles geschieht in einem Zustand größter Entspannung, der durch Meditationstechniken erreicht wird. Es wird so versucht, die Pulsfrequenz niedrig zu halten und den Sauerstoffverbrauch und somit auch auch die CO2-Produktion so gering wie möglich zu halten. Außerdem kann man trainieren, hohe Blut-CO2-Konzentrationen länger zu tolerieren und den Atemantrieb länger zu unterdrücken. Dies kann so weit gehen, dass der Körper mit Bewusstlosigkeit und Krämpfen reagiert und der Taucher immernoch die Luft anhält. Das könnte ein Bisschen tödlich sein. Die haben dafür noch einen schönen Slang-Ausdruck, der mir gerade leider nicht einfällt.
Zusammenfassend zielt also alles darauf ab, den CO2-Gehalt im Blut so lange wie möglich so niedrig wie möglich zu halten, da der Atemantrieb bei gesunden, jungen Menschen über den Kohlendioxid-Druck geregelt wird.
Lieben Gruß
Huttatta