Appetitlosigkeit überwinden

Hallo liebe Experten,

ich (42 Jahre, 169 cm, ca. 54 kg) war schon als Kind kein guter Esser, bin aber nie magersüchtig gewesen / habe nie eine Diät gemacht (war/bin aber tendenziell immer unter dem Normal-Gewicht).

In Stresssituationen vergeht mir schnell der Appetit. Damit konnte ich in den letzten Jahren auch gut leben, da der Stress selten länger anhielt. Da habe ich eben mal 5 kg oder auch 10 kg abgenommen, die aber auch recht schnell wieder drauf waren.

Jetzt ist aber vor einem Jahr mein Mann an Krebs gestorben, und in den ersten Monaten ist mir fast vollends der Appetit vergangen. Die ärgsten Trauerphasen habe ich aber durch. Es geht daher nicht um meine Psyche!

Jetzt habe ich das Problem, dass ich ja essen will, mein Magen auch knurrt, aber wenn ich etwas (auch für mich Leckeres) esse, sich sehr schnell ein Sättigungsgefühl einstellt (auch bei sehr leichten Zutaten) und mir schlecht wird, wenn ich dann nur noch eine Gabel voll mehr verspeise. Nein, ich bin nicht total abgemagert, da ich zwischendurch immer mal wieder eine Handvoll Erdnüsse esse.

Aber ich würde halt gern mal wieder „normale“ Portionen verspeisen können, herzhaften Appetit auf meine Lieblingsspeisen haben.

Ich bin kein Arztgänger - durch Kindheitserfahrungen und jetzt infolge des Krebstodes meines Mannes umso mehr.

Ich quäle mir ja schon das Essen rein, da ich weiß, dass es besser ist - aber gibt es noch Tipps, die meinen Magen verleiten, wieder etwas mehr aufzunehmen?

Danke und viele Grüße

Kathleen, die sich natürlich auch körperlich etwas geschwächt fühlt

Hallo Kathleen,

ich kann das mit den Arztbesuchen nachvollziehen - aber manchmal hilft nichts anderes.

Zuerst sollte ausgeschlossen werden, dass es sich um etwas organisches handelt - z.B. eine Gastritis.
Wenn das alles OK ist, dann bleibt, gerade nach der Erfahrung mit deinem Mann, dass es sich um eine Depression handelt. Die kann schon entsprechende Folgen haben und dann hilft es wirklich, wenn man 1. mit jemandem spricht und 2. ein leichtes Antidepressivum nimmt. Die machen nicht abhängig - können dir aber deine Lebensqualität zurückbringen.

Hierfür ist ein guter und einfühlsamer Hausarzt wichtig. Kannst du in deinem Bekanntenkreis dir nicht einen empfehlen lassen?

Alles Gute und liebe Grüße
Maren

Hallo,

Hierfür ist ein guter und einfühlsamer Hausarzt wichtig.
Kannst du in deinem Bekanntenkreis dir nicht einen empfehlen
lassen?

Ich halte überhaupt nichts davon, einen Hausarzt Antidepressiva verschreiben zu lassen. Das sind Medikamente, die in den Hirnstoffwechsel massiv eingreifen; dementsprechend sollte so etwas bitte nur der Fachmann in die Hände nehmen, sprich: der Psychiater.
Ansonsten stimme ich mit deiner Argumentation überein.

Grüße
Liete

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Aber den braucht man erstmal um mit ihm vertrauensvoll zu sprechen. Der kann dann ggf. weiterüberweisen. Ein Problem dabei ist, dass man bei den Fachärzten dieser Richtung 1 Jahr und länger auf Termine wartet …

Ein Problem
dabei ist, dass man bei den Fachärzten dieser Richtung 1 Jahr
und länger auf Termine wartet …

Ich weiß zwar nicht, woher du deine Erfahrung nimmt, aber das ist nicht zwangsläufig so.

Nun, „hier oben“ ist unter 6 Monaten gar nichts zu machen - es sei denn, du bist privat versichert. Das gilt übrigens für viele Fachärzte.

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Moin,

das Stimmt so aber nicht. Auch hier oben brauch man nicht so lange warten. Wenn man nicht ganz Blöd ist und man gibt ein Akut geschehen an. Dann kommste auch sofort ran.

Gruß

der Schma

Liebe Maren,

da ich keine Schmerzen habe, mich nicht übergeben muss etc., schließe ich eigentlich eine Gastritis/organische Erkrankungen aus.

Klar, ich bin kein Arzt. Natürlich war der „Einstieg“ psychisch bedingt, aber ich bin mittlerweile eigentlich recht „stabil“. Ich will nur endlich wieder aus dieser Spirale raus - früher ist es mir ja auch gelungen.

Ich rede viel über die Erkrankung/den Tod meines Mannes, habe auch noch engen Kontakt zu Betroffenen, heule nicht mehr täglich, gehe auch unter Leute, arbeite recht diszipliniert, kann mittlerweile auch wieder einigermaßen schlafen (habe zeitweise Diazepam genommen - liegt aber schon 7 Monate zurück), habe einen „geregelten“ Alltag etc.

Und da ein Freund von mir seit Jahren unter Depression leidet, meine ich behaupten zu können, dass dieser Begriff nicht auf mich zutrifft. Lach, dagegen bin ich die Lebensfreude in Person - relativ gesehen!

Und Du hast vollkommen Recht: Hier im platten Norden kannst Du ewig auf einen Termin bei guten Ärzten warten - und ich bin privatversichert! :smile:

Und wie erwähnt: Ich kann derzeit einfach (noch) keine Ärzte/Krankenhäuser und Wartezimmer ertragen.

Gibt es nicht irgendwelche „natürlichen“ Appetitanreger? Oder Tipps wie: Iss alle x Stunden dies jenes welches.

Liebe Grüße

Kathleen, die mal wieder eine Handvoll Erdnüsse isst! :smile:

Und dann, wenn du dann bei deinem Arzt sitzt und er fragt, wie lange du das schon hast - dann sagst du was …?

Seit gestern? Oder seit 6 Monaten? Das könnte für die korrekte Diagnose wichtig sein!!!
Und wenn du das dann beim nächsten Mal machst, könnte es passieren, dass sie dich abweisen - wegen „Verarsche“.

Ich bevorzuge, diese „Akut-Instrument“ nur für genau diesen Fall zu nutzen!

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Hi Kathleen,

Gibt es nicht irgendwelche „natürlichen“ Appetitanreger? Oder
Tipps wie: Iss alle x Stunden dies jenes welches.

Wenn es damit getan wäre, dann würde ich dir jetzt einfach irgendwelche hochkalorischen Energy-Drinks vorschlagen, wie sie die Bodybuilder nehmen. Lecker Sahne-Milchshakes undso. Hast du einen Entsafter? Tonnenweise geniale Rezepte für allerlei Fruchtsaftmischungen schwirren im Internet rum.

Aber ich fürchte, du hast deine Anfrage nicht umsonst bei den Medis un nicht im Diätenbrett gestellt. Und dort wäre mein Vorschlag auch richtig, jedenfalls wenn es dir allein darum gegangen wäre, wie man sich schnell ein paar zusätzliche Pfunde auf die Rippen schafft. Bloss geht es in deinem Fall, soweit ich dich verstanden habe, ja um eine mittlerweile gravierende Störung deines Sättigungsgefühls, vergleichbar mit dem umgekehrten Fall von Eßsüchtigen, die ja subjektiv nie sagen können, wann es genug ist. Das kann bis zum sogenannten Binge-Eating-Syndrom gehen: http://de.wikipedia.org/wiki/Binge_Eating. Auch nicht gesund.

Nur eben halt andersrum. Und genau wie bei denen ist deinem Problem auf Dauer ganz ohne professionelle Hilfe nicht beizukommen, in deinem UP schreibst du ja sogar was von einer schon bestehenden Schwächung. Also kann man schon von einer merkbaren Störung deines Allgemeinzustandes sprechen. Und das ist kein gutes Zeichen.

Beste Grüße

Annie

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Liebe Kathleen,
ich neigte früher, fast vier jahrzente lang auch unter ständiger Appetitlosigkeit, sehr oft vergas ich das Essen, einfach. Heute noch ist es so dass wenn etwas Schlimmes oder Unangenehmes passiert, vergeht mir sofort die Lust zu essen. Es gab Zeiten zu denen ich meine Lieblingsgerichte nicht runterkriegen konnte - und nein, ich war nie magersüchtig, im Gegenteil, ich wolle immer zunehmen.Selbst in der Schwangerschaft nahm ich kaum zu, schier unglaublich. In meiner Familie leiden mehrere Personen darunter.
Irgendwann erzählte mir jemand über Mosegor Tabletten, es ist allerdings nur ein Allergiemittel.Eine Nebenwirkung dieses Mittels ist richtiger Kohldampf und auch viel Schlafen. Keine Ahnung wer mir das damals überhaupt veschrieben hat, aber ich habe es probiert und es hat Früchte getragen - es war auch bitternötig bei nur noch 44 kg. Ich nahm damals 5kg zu und war seeeeeeeeeeeeeehr glücklich. Meines Wissens nach wirkt dieses Präparat auch nur einmal. Danach hat es nicht mehr dieselbe Wirkung. Ich hatte es denoch ein zweites mal versucht, ohne Erfolg - also, ich denke wirklich dass man nicht davon körperlich süchtig wird. Man erzählte mir dass man dieses Medikament in der Regel auch AIDS-Kranken verschreibt da sie oft kein Appetit haben. Hoffentlich habe ich Dich jetzt nicht zum Drogenkonsum verführt-das will ich nicht-bin strikt dagegen, aber für mich war es damals eine große Hilfe. Meine ganzen Lebensumstände haben sich geändert, viel Ruhe ist eingekehrt und seit Jahren koche und esse ich sehr gerne, wirklich viel und mit stets wachsender Freude und gerne vielen Menschen am Tisch.
Hoffe für Dich dass der Appetit bald wieder kommt.
Leckere Grüße,
Lieb-Elle

Hallo Kathleen,

als Teenager hatte ich ähnliche Probleme bei übergangenem Hunger…daher rate ich Dir:

Nimm Dir Zeit zum Essen (iss beim ersten Hungergefühl) und dann machst Du was? Essen

Natürliche Appetitanreger gibts auch:
http://www.kraeuter-verzeichnis.de/krankheiten/Appet…
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/kardamom.htm
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/kurkuma.htm
http://feenkraut.de/herbs/suessholz.html
http://feenkraut.de/herbs/fenchel.html
http://www.kraeuterland.net/Heilpflanzen/condurango…
Bedingt:
http://www.jameda.de/hausmittel/quassiaholz-tee/

Du könntest Dir in der Apotheke Deines Vertrauens den ein oder anderen Tee zusammenmixen lassen.
Aber…sollte sich Dein Appetit auch damit nicht alsbald einstellen, dann würden wir besser daran arbeiten, Dich zum Arzt zu bekommen.

Gruß
M.