...apropos Computerspiele

Hallo.
Über viele Jahre habe ich meinen Kindern Bücher, Spiele, Bastelarbeiten,Sport … angeboten. Nach einer Epilepsieerkrankung( die sich inzwischen zum Glück verwachsen hat) meines ältesten Sohnes, ist uns die Förderung auch ganz gut gelungen. Was mir nun zu schaffen macht, dass dieser Sohn, inzwischen fast 15, fast nur noch vor dem Computer hockt, mal mit Freunden, aber oft auch allein, und für nichts anderes zu interessieren ist. ( Es war schon immer schwer, ihn für etwas zu interessieren )Dabei vertut er seine Zeit ausschließlich mit Spielen, nicht mit Internet oder womöglich etwas Nützlichem, für die Schule z.B. Bisher habe ich die Zeit immer eingeschränkt, 1 - 2 Std. am Tag, aber so langsam kommt massiv Protest gegen mütterliches Eingreifen. Dazu kommt, dass er seinen jüngsten Bruder (10) in dieses Fahrwasser zieht und der ist sehr selbsbewusst und verwickelt mich täglich dreimal in lautstarke Diskussionen. So langsam fällt mir nichts mehr ein, wie ich damit umgehen soll, ohne meinen Großen permanent zu bevormunden, was ich auch nicht will.
Wer weiß Rat? Und wie machen andere Leute das?
Gruß
Corinna

Hallo Corinna,

hat der Neurologe nichts gesagt bezüglich Flimmerspiele und so?
Manche Spiele können sich extrem negativ auf das Gehirn von Kinder auswirken, weil das Gehirn nicht so schnell so viele Bilder verarbeiten kann. Das hängt auch mit Bildwiederholfrequenz zusammen.
Das steht sogar auf manchen Spielen drauf, dass die möglicherweise auch ein Epilepsieanfall auslösen können.

Du brauchst dein Kinder nicht zu bevormunden, wenn du mit ihm zusammen festlegst wie lange er spielen/fernsehen darf. Du kannst ihn ja fragen was er selber meint, welche Zeit angebracht ist. Natürlich solltet ihr verhandeln :smile: Dann muss er sich auch dran halten. Ebenso auch mit deinem anderen Sohn.
Abmachungen machen hat sich am besten bewährt. Wenn Kinder aktiv an Entscheidungen mitarbeiten, dann lassen die sich eher was sagen, als wenn die Obersten das so festlegen.

Fakt ist das die Spiele eine Spannung im Körper erzeugen, die sich nicht abbauen kann, weil die ja nur da sitzen und Knöpchen drücken. Das kann man ja auch einem Kind klarmachen dass das nicht gesund ist.

Du solltest auch noch einen Computerfreien Tag vorschlagen (vielleicht an dem Tag was unternehmen, schwimmen gehen, oder so…?).
Ich habe das auch so gemacht und zwar habe ich meinem Sohn über die Schädlichkeit der Spiele erzählt (siehe oben) …und habe ihn dann gefragt am welchen Tag er Computerfrei haben möchte. So muss er sich über den Tag Gedanken machen und nicht adrüber ob das in Ordnung ist für ihn :smile:

Und wenn die ganze Abmachungen fruchten, dann solltest du dir auch überlegen wie du das würdigen kannst. Vielleicht mal ein Kinobesuch monatlich extra, oder so…?

Viel Glück :smile:

Gruß,
Maja

Pausen?
Hi Corinna!

Die Ideen von Maja finde ich superklasse!

Aber falls Deine Kids sich nicht überzeugen lassen - wie wäre es, wenn Ihr versucht, regelmäßige Pausen festzulegen?

Zu meiner aktiven C64-Zeit (hilfe, bin ich alt), haben wir auch dauernd vor der Kiste gesessen (ganze Compi-Spiel-Nächte gab es da)…
Da mein damals bester Freund unter Epilepsie litt (und sein Arzt damals schon Gefahren beim Zocken erkannte), hatten wir (seine Eltern und meine Eltern - also weniger WIR) uns darauf geeinigt, alle 45 Minuten mal eine Pause von 15 Minuten einzuschieben (man musste ja auch mal was essen, trinken, zur Toilette, Musik hören, etc.)…

Es hat uns (in der Zeit 14 - 16 Jahre) eigentlich nichts ausgemacht - zumal die verkrampften Finger sich etwas erholten…

Liebe Grüße
Guido

Hallo,

meine Vorredner haben schon sehr gute Vorschläge gebracht, ich möchte aber noch etwas ergänzen:

Dabei vertut er seine Zeit ausschließlich
mit Spielen, nicht mit Internet oder womöglich etwas
Nützlichem, für die Schule z.B.

Fast jeder Junge hat einmal diese Phase, auch ich hatte sie. Ich habe damals ein paar Jahre meines Lebens am Amiga 500 und an einem 386er verspielt. Zurückblickend kann ich sagen: Meine in dieser Zeit gesammelten Kenntnisse über Computer allgemein, Betriebssysteme und Einarbeitung in Unbekanntes sind auch heute in meiner beruflichen Laufbahn einfach nur Gold wert. Und diese Kenntnisse habe ich nur bei dem Versuch erlangt, Spiele zum Laufen zu bekommen oder mich in neue Spiele einzuarbeiten. Es ist also nicht sinnlos. Natürlich wäre es schöner, wenn Dein Sohn auch ein körperliches Hobby hätte.

Einen Vorschlag hätte ich vielleicht noch: Versuch doch mal, selbst das *Computerspielen* zu erlernen. Erstens ist es ein Hobby, was sehr viel Spass macht und zweitens ist es eine längst bekannte Weisheit, dass man von innen mehr *Schaden* anrichten kann als von außen. D.h. wenn Du am eigenen Leib kennst, was Deinem Sohn so sehr an Computerspielen gefällt, hast Du bessere Chancen, ihn zu verstehen und ihn vielleicht ein wenig davon abzubringen.

(:smile: Gruss