Apropos Dativ

Hallöchen,

heißt es ‚von zwei Drittel der Bevölkerung (wird chinesisches Essen als lecker empfunden)‘

oder ‚von zwei Dritteln der Bevölkerung (wird chinesisches Essen als lecker empfunden)‘

und wie lautet die korrekte grammatikalische Regel dazu?

Vielen Dank schon mal. Gruß von Suse

auch hallöchen,

warum passiv?

  • zwei Drittel der Bevölkerung (empfinden chinesisches Essen …)

aber WENN passiv, dann

  • von zwei Dritteln …

grüssle

bettina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Und die Begründung lautet

Hallöchen,

auch hallöchen,

Na, dann zur Abwechslung:

Hallo!

aber WENN passiv, dann

  • von zwei Dritteln …

Das ist richtig!

Und zwar, weil der Dativ Plural - abgesehen von den Wörtern (siehe da!), die den Plural auf -s bilden - im Plural stets ein „-n“ hat.

http://www.fask.uni-mainz.de/user/rapp/papers/dissht…

Gruß Fritz

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Hallo Werbefuzzi,

warum passiv?

  • zwei Drittel der Bevölkerung (empfinden chinesisches Essen
    …)

Zwei Drittel der Bevölkerung empfindet chinesisches Essen …

… lese und höre ich zwar auch nicht so gern, es ist aber als „Constuctio ad sensum“ akzeptabel.

http://de.wikipedia.org/wiki/Constructio_ad_sensum

Gruß Gernot

Hallo, Gernot,

verzeih, wenn ich verwundert nachfrage.

Es ist doch so:

EIN Hund bellt.

ZWEI Hunde bellen.

EIN Drittel … emfindet.

ZWEI Drittel … empfinden.

Das

ZWEI Drittel der Bevölkerung empfindet chinesisches Essen …
… lese und höre ich zwar auch nicht so gern, es ist aber als
„Constuctio ad sensum“ akzeptabel.

kannst du damit

http://de.wikipedia.org/wiki/Constructio_ad_sensum

nicht rechtfertigen. Ein Fritz’scher Fehler!

Gruß Fritz

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Tippfehler verbesssert

EIN Drittel … emfindet.

EIN Drittel … empfindet.

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Hallo, Gernot,

verzeih, wenn ich verwundert nachfrage.

Das

ZWEI Drittel der Bevölkerung empfindet chinesisches Essen …
… lese und höre ich zwar auch nicht so gern, es ist aber als
„Constuctio ad sensum“ akzeptabel.

kannst du damit

http://de.wikipedia.org/wiki/Constructio_ad_sensum

nicht rechtfertigen.

Doch, steht doch da:

„… oder wenn der Numerus von Pronomen und Verb (meist Plural) sich von dem des Substantivs, auf das sie sich beziehen (meist ein Kollektivum im Singular), unterscheiden. Sie kommt so häufig auch bei den angesehensten Schriftstellern vor, dass sie eher als stilistisches Mittel denn als Fehler zu gelten hat.“

Ich find es zwar auch unschön, mir wurde das aber in meinem Studium des Englischen eingebleut, wo Begriffe wie „data“, „visa“, „United States of America“ als Singular, „family“ und „firm“ hingegen als Plural aufgefasst werden und geschlechtsneutrale Substantive im Singular zur Vermeidung von geschlechtsspezifischem „he“ oder „she“ mit dem Pluralpronomen „they“ wieder aufgenommen werden. Im Englischen ist das sogar mittelerweile grammatikalisiert und die kongruente Verwendung gilt sogar schon teilweise als grammatisch falsch.

Im Deutschen sträuben sich mir auch die Nackenhaare, wenn „_eine_ Vielzahl von Deutschen“ die „Constructio ad sensum“ mit fehlender Numeruskongruenz verwend_en_ . Aber so ist eben Sprache: lebendig!

Gruß Gernot

Erneuter Einspruch
Tout malade, lieber Gernot!

Doch, steht doch da:

„… oder wenn der Numerus von Pronomen und Verb (meist
Plural) sich von dem des Substantivs, auf das sie sich
beziehen (meist ein Kollektivum im Singular), unterscheiden.
Sie kommt so häufig auch bei den angesehensten Schriftstellern
vor, dass sie eher als stilistisches Mittel denn als Fehler zu
gelten hat.“

Was da steht hat mit dem Beispielsatz schlicht nichts zu tun.

Wenn da stünde:

Ein Drittel der Menschheit hungert, sie leben unter dem Lebnsminimum.

so stimmte deine Ausage.

Ein Drittel ist Subjekt im Singular, sie bezieht sich auf dieses. Hier ist es möglich, weil ein Drittel der Menschheit eben zwei Milliarden Mernschen sind.

Gruß Fritz

RUm Missverständnissen vorzubeugen

Tout malade, lieber Gernot!

Das ist nicht Französisch, sondern Jiddisch in französischer Schreibung!

Fritz

Hallo Fritz,

Was da steht hat mit dem Beispielsatz schlicht nichts zu tun.

Ein Drittel der Menschheit hungert, sie leben
unter dem Lebnsminimum.

so stimmte deine Ausage.

Ein Drittel ist Subjekt im Singular, sie bezieht
sich auf dieses. Hier ist es möglich, weil ein Drittel der
Menschheit eben zwei Milliarden Mernschen sind.

Nun, vielleicht überzeugen dich dann aber doch die letztgenannten Beispiele, die ich unter dem entsprechenden englischsprachigen Wikipedia-Eintrag gefunden habe:

http://en.wikipedia.org/wiki/Synesis

Das „sie“ in deinem Beispielsatz

Ein Drittel der Menschheit hungert, sie leben
unter dem Lebnsminimum.

wäre übrigens überdies eine „anaphorische Insel“, da im vorigen Satz gar nicht von Menschen, sondern nur von der Menschheit die Rede war, so wie im ersten der folgenden Teilsätze gar nicht explizit von Mexiko die Rede ist, das im zweiten mit „it“ anaphorisch aufgenommen wird:

„I like Mexican food, but it’s a terrible place.“

http://listserv.linguistlist.org/cgi-bin/wa?A2=ind03…

Gruß Gernot

Hallo nochmal,

„I like Mexican food, but it’s a terrible place.“

Also ich find das nicht: mexikanisches Essen, da könnt’ ich mich ja reinsetzen! :wink:

Gruß Gernot

Hallo, Gernot,

du übersiehst notorisch, dass in dem Beispielsatz, nach dem gefragt wurde, nicht die zwei Drittel das Subjekt sind, sondern das chinesische Essen!

heißt es ‚von zwei Drittel der Bevölkerung (wird chinesisches Essen als lecker empfunden)‘
oder ‚von zwei Dritteln der Bevölkerung (wird chinesisches Essen als lecker empfunden)‘

Mach die Umstellprobe:

Chinesisches Esse WIRD von zwei Dritteln der Bevölkerung als lecker empfunden.

Sorry!
Du hast dich verrannt wie ich bei „Signal’s“!
Tut mir Leid! Oder eben doppeldeutig wohl auch „tout mallade“!

Gruß Fritz

Hallo nochmal,

du kommst der Sache näher; jetzt musst du nur noch zum „chinesischen Essen“ kommen! :wink:

Gruß Fritz

Hallo Fritz

Du hast dich verrannt wie ich bei „Signal’s“!

Wo war das? Das habe ich nicht mitbekommen.

Mach die Umstellprobe:

Chinesisches Esse WIRD von zwei Dritteln der Bevölkerung als
lecker empfunden.

Ich bezog mich ja nicht auf den Ursprungspost von Suse, sondern auf die Antwort von Werbefuzzi, der die Umstellprobe bereits gemacht hatte und zu

  • zwei Drittel der Bevölkerung (empfinden chinesisches Essen …)

gekommen war.

Ich habe dann das Thema „Kongruenz“ etwas verallgemeinert, indem ich vollkommen an Suses Ursprungsfrage vorbei auch noch die zwar nicht schöne, aber akzeptable Variante:

zwei Drittel der Bevölkerung empfindet chinesisches Essen …

zur Diskussion stellte.

Ich hätte Suse wohl eher geholfen, wenn ich die weite Verbreitung solcher Phänomene wie:

„A 24: Fahrbahn wird auf sechs Kilometer Länge erneuert“
vs.
„A 24: Fahrbahn wird auf sechs Kilometern Länge erneuert“

herausgestellt hätte.

http://www.abendblatt.de/daten/2004/04/14/283503.html

Tut mir Leid! Oder eben doppeldeutig wohl auch „tout mallade“!

Das kannte ich noch nicht!

In diesem doppeldeutigen Sinne nach zwei Wochen Ausfall wegen Unfalls mit Gehirnerschütterung und jetzt wieder erster anstrengender Arbeitswoche:

„tout mallade“

Gruß Gernot

Offtopic, aber um zu erklären
Hallo, Gernot,

das andere beiseite lassend,

Tut mir Leid! Oder eben doppeldeutig wohl auch „tout malade“!

Da ist natürlich ein"l" zu viel.

Das kannte ich noch nicht!

Stammt aus einem jiddischen Witz. Eine reiche jüdische Familie hatte eine französische Bonne.
Nun wurde das Töchterlein krank und die Französin äußerte ihr Mitgefühl mit den Worten: „Tout malade!“

Worauf die jiddische Mamme sagt: „Se missen nich anfangen ze jiedln!“

Tout malade! Tut mir Leid!

In diesem doppeldeutigen Sinne nach zwei Wochen Ausfall wegen Unfalls mit Gehirnerschütterung und jetzt wieder erster anstrengender Arbeitswoche:

Nun denn! Gute Besserung!

Gruß Fritz